Leadership & Karriere Führung nach oben: Wie Mitarbeitende durch Upward Management ihre Chefs führen können

Führung nach oben: Wie Mitarbeitende durch Upward Management ihre Chefs führen können

Eine gute Führungskraft – das ist für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein wichtiger Bestandteil für ein zufriedenstellendes Arbeitsverhältnis. Wenn eine solche fehlt, dann nehmen Mitarbeitende auch gerne mal Reißaus. Dabei muss nicht jede schlechte Chefin oder jeder schlechte Chef bedeuten, dass Angestellte ihre aktuelle Position verlassen müssen. Denn Führung geht nicht nur von oben nach unten – auch Mitarbeitende können ihre Vorgesetzten führen.

Die Rede ist vom Upward Management. Hier geht es darum, wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter effektiv mit ihren Vorgesetzten kommunizieren können, um ihre Bedürfnisse und Anliegen auf eine produktive Weise zu vermitteln. Dazu gehört auch das proaktive Einbringen von Lösungsvorschlägen und insbesondere die Fähigkeit, konstruktives Feedback zu geben, um die Beziehung zu verbessern und die Ziele des Teams oder Unternehmens zu fördern. Grundlegend geht es also um eine effektive Kommunikation von unten nach oben.

Führung ist keine Einbahnstraße

Meist liegt das Thema Kommunikation innerhalb des Teams vollständig in den Händen der Führungskraft. Aber insbesondere, wenn es nicht so recht passt zwischen dem Teamlead und den Mitarbeitenden, dann liegt es auch in der Verantwortung der Angestellten, die Kommunikation auf ein neues Level zu heben und so die Beziehung zu verbessern. So können Arbeitnehmende ihr Arbeitsumfeld aktiv mitgestalten und es braucht in vielen Fällen gar nicht unbedingt einen Arbeitgeberwechsel.

Schlechte Führungskräfte verscheuchen Mitarbeitende

Denn Unzufriedenheit mit der Führungskraft führt in der Praxis immer wieder zu Kündigungen. Laut einer XING Studie hat fast jeder und jede zweite bereits einmal das Unternehmen innerhalb der ersten zwölf Monate verlassen, weil er oder sie mit der Führungskraft unzufrieden war. Eine gute Führungsperson ist für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer also ein sehr wichtiger Faktor im Arbeitsverhältnis.

Tatsächlich wirkt sich schlechte Führung auch negativ auf Teams aus, wie eine Studie ermittelte. Trotzdem kann das Upward Management dabei helfen, die Beziehung zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden zu verbessern und Lösungen für aktuelle Kommunikationsprobleme zu finden. Wie funktioniert also Upward Management? 

Wer ist eigentlich meine Führungskraft?

Nicht nur die Führungskräfte sollten sich mit den Persönlichkeiten ihrer zu führenden Mitarbeitenden auseinandersetzen – auch diese sollten sich klar machen, welche Person sie da eigentlich vor sich haben: Hat die eigene Führungsperson vielleicht spezielle Eigenarten? Möchte sie stetig auf dem Laufenden gehalten werden oder will sie nur Endergebnisse sehen? Bevorzugt sie Anrufe oder E-Mails und was bedeuten ihr zwischenmenschliche Themen und Gespräche?

All diese Fragen sollten Angestellte sich über ihren Chef oder ihre Chefin beantworten können, um so zu kommunizieren, dass die dahinterstehende Message ankommt und sich so effektiv mitzuteilen.

3 Tipps für gelungenes Upward Management

Folgende Tipps können bei der Kommunikation helfen:

1. Gespräche vorbereiten

Die meisten Vorgesetzten haben viel zu tun. Deshalb sollten Mitarbeitende sich für Gespräche ausreichend vorbereiten, um auch in kurzen Gesprächen effektiv zu kommunizieren.

2. Informationen weitergeben

Der Führungskraft sollten niemals Dinge verheimlicht werden. Kommen Probleme auf, dann sollte der oder die Vorgesetzte umgehend informiert werden, denn nur so kann er oder sie schnell eingreifen. Aber auch, wenn es gerade nicht brennt, sollten Führungskräfte Updates über aktuelle Projekte erhalten und über wichtige Themen auf dem Laufenden gehalten werden. Das heißt: Nicht nur auf Nachfrage Informationen weitergeben, sondern auch von sich aus aktuelle Stände kommunizieren.

3. Mitdenken

Viele Führungskräfte scheuen Veränderungen. Lieber soll alles so bleiben, wie es ist, denn oft funktioniert es ja auch irgendwie. Deshalb liegt es auch bei den Mitarbeitenden, Veränderungen anzustoßen und mitzudenken, wie Abläufe verbessert werden können, um effektiver zu arbeiten.

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