Life & Style Du streitest Dich bis aufs Blut? Hier kommt Friedensengel Tim

Du streitest Dich bis aufs Blut? Hier kommt Friedensengel Tim

Das Legaltech Suitcase startet: Streithähne können sich mit seiner Hilfe den Gerichtsweg sparen und eine sattelfeste außergerichtliche Einigung erzielen. Kunden sind Kanzleien und Rechtsschutzversicherer. Aber auch schlichtweg jeder, der Geld für ein Gerichtsverfahren sparen will.

Für Suitcase wird es jetzt so richtig ernst. Das Legaltech aus München versteht sich als eine Art Friedensengel. Suitcase schlichtet, bevor die Streithähne vor Gericht ziehen. Das kann immer dort funktionieren, wo es ums Geld geht: Etwa im Arbeitsrecht, wenn um die Höhe der Abfindung nach einer Kündigung gerungen wird. Oder im Mietrecht, wenn es um die Rückzahlung der Kaution geht. Dann bieten sich die Münchner an. Sie haben dazu eine Plattform gebaut, auf der die streitenden Parteien ihr Gebot für eine friedliche Einigung außerhalb des Gerichtswegs abgeben können. Drei Gebotsrunden sind möglich, matcht eine von ihnen, stellt Suitcase einen rechtsverbindlichen Vertrag aus, den beide Seiten erfüllen müssen.

Seit drei Jahren haben die fünf Kollegen um Gründer Tim Kniepkamp den Ernstfall vorbereitet. Inzwischen haben sie Rechtsschutz-Versicherer und große Anwaltskanzleien im Boot. Ihre Idee ist es, über sie an die Fälle zu gelangen, die sie schlichten können. Natürlich können sich auch Betroffene direkt registrieren. Die Kosten für das Verfahren liegen abhängig vom Streitwert bei maximal 300 Euro pro Fall – davon lebt dann Suitcase. Im Juni dürften alle Vorbereitungen abgeschlossen sein und die Münchner legen mit den ersten Fällen los, die ihnen die Versicherer rüberschieben.

An Bord des Startups sind Juristen und Techis. Tim vereint Jura, BWL und Psychologie. Sein Fokus liegt auf der Streitbeilegung. Er wollte eine neue, innovative Art der Konfliktlösung schaffen. Wenn es um Fluggastrechte geht, wenn teure Sammelklagen wie in den USA ins Spiel kommen – überall dort sieht er die Möglichkeit zum Einsatz seiner Plattform. Was die Anwälte von ihnen halten? „Es ist eine Art Hassliebe“, sagt Tim: Den einen nehmen die Friedensengel die Arbeit weg, den anderen nehmen sie die Arbeit ab.  Liebe hat eben immer zwei Seiten. Auch bei Juristen.

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