Finance & Freedom Hunderte Bewerbungen, aber nur ein Mietvertag – So finden Vermieter heute gute Mieter

Hunderte Bewerbungen, aber nur ein Mietvertag – So finden Vermieter heute gute Mieter

Copy-Paste-Nachrichten für ein Wohnungsangebot hektisch runter rattern und verschicken. Für eine überfüllte Massenbesichtigung Schlange stehen. Die plakativen Bilder zum Thema Wohnungssuche in Deutschland sind überall bekannt.

In der Praxis verschwinden Wohnungsangebote gerne mal in weniger als 48 Stunden von den etablierten Onlineportalen. Und das nicht nur in den Top Seven (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Düsseldorf. Stuttgart). Auch in prominenten B-Lagen wie Krefeld (Nordrhein-Westfalen), Hannover (Niedersachen) und Leipzig (Sachsen), ist der Andrang massiv.

Wer jetzt glaubt, dass die Mietersuche easy ist, täuscht sich sehr. Denn den richtigen Mieter zu finden, ist mit Blick auf bleibenden Gebäudeverschleiß, spürbare Fluktuation und ausbleibende Mietzahlungen kein Selbstläufer. Worauf kommt es beim Vermieten also an? Vorweg: Die Rechnung hohes Gehalt und positive Schufa sei alles, geht nicht immer auf.

Der erste Eindruck zählt: Checkliste für das Mieterschreiben

Jeder Vermieter kennt es: Die inhaltliche Range von „Hallo, wann kann ich die Wohnung besichtigen?“ bis hin zur granulierten Lebensgeschichte sind bei Inseraten gerne mal dabei.

Die wirklich wichtigen Informationen müssen teilweise mit einer Lupe gefunden werden. Das kostet Vermieter Zeit. Und damit auch Geld. Bräuchte es eine Checkliste für das Durchforsten der Anschreiben, kämen folgende Punkte rein:

Persönliche Daten:

1. Wie heißt der oder die Bewerberin?
2. Wie viele Personen sollen einziehen?
3. Wie alt ist die Person?
4. Welcher Beruf wird ausgeübt?
5. Was ist mit Haustieren?
6. Wie lautet der Familienstand?

Finanzielle Angaben:

7. Wie lautet das monatliche Nettoeinkommen?
8. Ist der Arbeitsvertrag (un-)befristet?
9. Letzte drei Gehaltsnachweise
10. Vorvermieterauskunft

Zeitrahmen

11. Ab wann soll die Vermietung starten?
12. Für welchen Zeitraum ist der Vermietung gedacht?

Wichtig: Eine Schufa-Auskunft darf aus Datenschutzgründen nicht zum Besichtigungstermin angefragt werden. Spätestens zum Signing sollte das Dokument allerdings vorliegen.

Pluspunkte sammeln diejenigen Bewerber, die beantworten, was Ihnen besonders an der Wohnung gefällt. Generische Chat-GPT-Texte sollten direkt aussortiert werden. Mehr Hektik und mangelnde Auseinandersetzung mit der Immobilie kann kaum gezeigt werden.

Langfristigkeit schlägt Höchstgehalt

Ein Denkfehler, der in der Umsetzung gerne gemacht wird: Hohes Gehalt mit langfristiger Vermietung gleichsetzen. Je höher der Verdienst, desto angenehmer die Vermietung. Das ist deutlich zu kurz gedacht.

Ein Single mit 10.000 Euro Haushaltsnetto, der oder die sich auf eine Einzimmerwohnung im städtischen Zentrum bewirbt, wirkt auf den ersten Blick ideal und rentabel. Birgt aber Risiken mit Blick auf den langfristigen Zeitraum. Denn auf 20 Quadratmetern möchte nicht unbedingt jeder lange bleiben. Wird die Wohnung als kurzfristige Übergangslösung genommen, ist der Mieter schneller weg, als man gucken kann.

Auf der anderen Seite ist auch ein Haushalt, der finanziell am Limit lebt, kein Garant für Stabilität. Deshalb gilt: Weder zu hohe noch zu niedrige Einkommen favorisieren. Die Faustregel: Die Warmmiete sollte 30 bis 35 Prozent des verfügbaren Nettoeinkommens nicht überschreiten.

Kapitalanleger sollten sich deshalb nicht fragen: „Wer verdient am meisten?“ sondern: „Wer bleibt am längsten?“. Langfristige Mietverhältnisse sind somit ein wahrer Renditetreiber. Jeder Mieterwechsel kostet: Inseratskosten, Neuvermietung, Renovierung, Leerstand. Wer fünf Jahre Stabilität gewinnt, steigert seine Rendite oft stärker als durch eine minimale Mietanpassung.

Den Menschen hinter dem Mietvertrag

Neben den harten Zahlen zählt eine weitere Komponente für das Mietverhältnis: Die Person hinter dem Bewerbungsschreiben. Auf dem Papier kann schließlich nicht sofort erkannt werden, ob es sich um eine friedliche Mietpartei handelt oder nicht.

Beispielsweise bei der Besichtigung können ein, zwei Kernfragen abgeklopft werden;

  • Wirkt die Person insgesamt lösungsorientiert?
  • Wird Eigenverantwortung signalisiert?
  • Oder wird bei jedem Problem direkt der Konflikt gesucht?

Auch kann es Sinn machen, nach Haustieren oder speziellen Hobbies zu fragen. Denn beides kann sich auf den Verschleiß der Immobilie auswirken. Nach einem einzelnen Mieterwechsel zu sanieren, kann im worst-case vermeidbare Kosten produzieren.

Mieter, die das große Ganze und nicht nur die eigenen Themen im Blick behalten, sorgen somit für ein angenehmes Mietverhältnis. Das wiederrum, wirkt sich auch positiv auf die Nachbarn und das Zusammenleben im Haus aus.

Prognose 2026: Warum die gezielte Mieterauswahl jetzt doppelt wertvoll ist

Wohnraumverknappung und steigende Bevölkerungszahlen halten die Nachfrage nach Wohnraum stabil. Wer die Spielregeln einhält, wird die wirtschaftliche Challenge als Anleger schaffen.

Keine andere Assetklasse ist so krisenresilient und wertsteigernd, wie die Immobilie. Wer Steuervorteile nutzt rundet so einen essenziellen Baustein für die Altersvorsorge ab.

Bei der Auswahl von Mietern erfolgsentscheidend: Zahlen genau prüfen. Aber auch den Faktor Mensch nicht aus den Augen verlieren.

Der gelernte Bankkaufmann (36 Jahre alt) und studierte Immobilienökonom aus Köln, Florian Bauer, ist seit 2008 in der Finanzbranche aktiv. 2018 gründete er die Bauer Immobilien Unternehmensgruppe. Operativ agiert das Unternehmen bundesweit und richtet sich vor allem an private Kapitalanleger. Ziel der Kölner ist es, ihre Kunden beim Kauf von Immobilien in allen Belangen zu unterstützen und zu beraten. Anspruch ist dabei, sämtliche Facetten des Immobilienkaufs (Finanzierung, Objektauswahl, Steuern usw.) aus einer Hand in der Beratung zu bedienen.

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