Business & Beyond Trump setzt EU die Zoll-Pistole auf die Brust – und meint es diesmal ernst

Trump setzt EU die Zoll-Pistole auf die Brust – und meint es diesmal ernst

4. Juli, Unabhängigkeitstag: Bis dahin will Trump sein Zoll-Ultimatum durchgesetzt sehen. Sonst droht deutschen Autobauern der GAU. Die EU hat sich verzockt – und Deutschland sitzt in der Falle.

Donald Trump gibt der EU noch genau zwei Monate. Bis zum 4. Juli – symbolträchtig der Geburtstag der USA – muss Brüssel das Handelsabkommen vom August 2025 vollständig umsetzen. Andernfalls würden die Zölle „leider sofort auf ein viel höheres Niveau steigen“, kündigte Trump auf Truth Social an. Was nach einer großzügigen Fristverlängerung klingt, ist in Wahrheit ein knallhartes Ultimatum an die deutsche Autoindustrie.

Noch vor einer Woche hatte Trump eine sofortige Erhöhung der Autozölle von 15 auf 25 Prozent angekündigt. Nun gewährt er Aufschub – nach einem „sehr guten Gespräch“ mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, wie er betont. Doch die Drohkulisse bleibt bestehen. Und die trifft vor allem Deutschland: VW, BMW und Mercedes würden bei einer Zollerhöhung auf 25 Prozent massiv unter Druck geraten.

Der Deal, der keiner ist

Im August 2025 einigten sich Trump und von der Leyen auf eine Zollobergrenze von 15 Prozent für die meisten EU-Warenimporte. Für europäische Autos und Autoteile sollte derselbe Satz gelten, wie WirtschaftsWoche berichtet. Im Gegenzug verpflichtete sich die EU, Zölle auf US-Industriegüter zu streichen und den Marktzugang für amerikanische Agrarprodukte zu erleichtern. Doch die Umsetzung stockt. Das EU-Parlament knüpfte im März die weitere Umsetzung an strenge Bedingungen. Die Abgeordneten wollen Garantien, bevor sie das Abkommen ratifizieren.

Auch die Mitgliedstaaten müssen noch zustimmen. Weitere Trump-Drohungen im Grönland-Konflikt und eine US-Gerichtsentscheidung, die viele seiner Zölle für rechtswidrig erklärte, bremsten den Prozess zusätzlich. Trump sieht sich betrogen. Die EU habe versprochen, „ihre Zölle auf NULL zu senken“, schreibt er. Er habe „geduldig gewartet“ – jetzt sei Schluss mit Geduld. Die Frage, ob die kürzlich angedrohte Erhöhung auf 25 Prozent bis zum 4. Juli vom Tisch ist, ließ das Weiße Haus laut Handelsblatt unbeantwortet.

Deutschland in der Schusslinie

Die deutschen Autobauer stehen im Zentrum des Konflikts. Schon die 15 Prozent belasten die Exportrechnung erheblich. Bei 25 Prozent würden sich viele Modelle auf dem US-Markt nicht mehr rechnen. Mittelschwere und schwere Lastwagen werden bereits jetzt mit 25 Prozent verzollt – ein Vorgeschmack auf das, was kommen könnte.

Brüssel gibt sich vorsichtig optimistisch. Zuletzt hieß es aus EU-Kreisen, man sei zuversichtlich für eine baldige Einigung. Doch die Zeit läuft ab. Und Trump hat seinen Ruf als Deal-Breaker nicht umsonst: Wer glaubt, er bluffe, hat die letzten Jahre nicht aufgepasst.

Business Punk Check

Die EU hat sich in eine Ecke manövriert, aus der sie nur noch schwer herauskommt. Einerseits will sie nicht als Trumps Steigbügelhalter dastehen, andererseits riskiert sie einen Wirtschaftskrieg, den Deutschland nicht gewinnen kann. Die deutschen Autobauer? Geiseln in einem Poker-Spiel, das sie nicht kontrollieren. Reality-Check: Trump meint es ernst. Juli ist kein willkürliches Datum – es ist eine patriotische Machtdemonstration.

Bis dahin muss Brüssel liefern, oder die deutschen Premium-Hersteller zahlen die Zeche. Unternehmen sollten jetzt Szenarien durchrechnen: Was kostet uns eine 25-Prozent-Welt? Welche Modelle können wir in den USA noch profitabel verkaufen? Und: Gibt es Ausweichstrategien? Die bittere Wahrheit: Die EU hat zu lange gezögert, zu viel verlangt und zu wenig geliefert. Jetzt sitzt sie am kürzeren Hebel. Und Deutschland mittendrin.

Häufig gestellte Fragen

Welche Zölle drohen deutschen Autobauern?

Aktuell gelten 15 Prozent Zölle auf EU-Autos in den USA. Trump droht mit Erhöhung auf 25 Prozent, falls die EU das Handelsabkommen nicht bis zum 4. Juli vollständig umsetzt. Mittelschwere und schwere Lastwagen werden bereits mit 25 Prozent verzollt.

Was steht im Handelsabkommen von August 2025?

Die EU und die USA einigten sich auf eine Zollobergrenze von 15 Prozent für die meisten EU-Warenimporte. Im Gegenzug soll die EU Zölle auf US-Industriegüter streichen und den Marktzugang für amerikanische Agrarprodukte erleichtern.

Warum blockiert die EU die Umsetzung?

Das EU-Parlament knüpfte die Ratifizierung an strenge Bedingungen. Zusätzlich bremsten Trump-Drohungen im Grönland-Konflikt und eine US-Gerichtsentscheidung gegen seine Zollpolitik den Prozess. Die Mitgliedstaaten müssen noch den Verordnungen zustimmen.

Welche deutschen Unternehmen sind betroffen?

Vor allem die Automobilhersteller VW, BMW und Mercedes-Benz, die erhebliche Mengen in die USA exportieren. Eine Erhöhung auf 25 Prozent würde ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem US-Markt massiv beeinträchtigen.

Quellen: WirtschaftsWoche, Handelsblatt

Das könnte dich auch interessieren