Drive & Dreams Zehn Monate schwärzte Tesla alle Robotaxi-Unfälle – Akten sind jetzt offen

Zehn Monate schwärzte Tesla alle Robotaxi-Unfälle – Akten sind jetzt offen

Tesla crasht – und es zeigt sich: Selbst menschliche Tele-Operatoren crashen in Metallzäune und Barrikaden. Die Rückfallebene versagt.

Zehn Monate lang stand in jeder Tesla-Crash-Meldung an die US-Verkehrsbehörde NHTSA nur ein Wort: „REDACTED“. Während Waymo, Zoox und May Mobility jeden Unfall detailliert dokumentierten, zog Tesla bei allen 17 Robotaxi-Kollisionen in Austin den Vorhang zu. Es hier nur ergänzed: „[MAY CONTAIN CONFIDENTIAL BUSINESS INFORMATION]“.

Im Mai 2026 hobt das Unternehmen alle Schwärzungen auf. Was zum Vorschein kommt, ist brisant – vor allem zwei Vorfälle, bei denen nicht die KI, sondern der Mensch am Steuer versagte.

Wenn die Fernsteuerung in den Zaun fährt

Tesla setzt auf Tele-Operatoren, die das Robotaxi bei Geschwindigkeiten unter 16 km/h aus der Ferne übernehmen können. Klingt nach Sicherheitsnetz. Ist es aber nicht.

Juli 2025: Ein Operator lenkt das stehende Fahrzeug über den Bordstein direkt in einen Metallzaun. Der Sicherheitsbegleiter landet im Krankenhaus.

Januar 2026: Nächster Versuch, gleiches Ergebnis. Diesmal rammt der ferngesteuerte Tesla bei 14 km/h eine Baustellenbarrikade. Nur Blechschaden, aber die Botschaft ist klar: Selbst menschliche Profis scheitern an simplen Manövern wie Einparken oder Abbiegen. Das ist ein Systemfehler in der Rückfallebene, auf die Tesla im Notfall setzt.

Die KI übersieht Ketten und Anhängerhaken

Auch ohne menschlichen Eingriff liefert das autonome System Material, das nicht in Hochglanzpräsentationen passt.

September 2025: Das Robotaxi biegt mit 10 km/h in eine Parkplatzeinfahrt ab und kollidiert mit einer gespannten Metallkette. Die KI hat das Hindernis schlicht nicht erkannt.

Oktober 2025: Der Außenspiegel touchiert bei einer Linkskurve den herausragenden Anhängerhaken eines parkenden Trailers. Wieder: Wahrnehmungslücke. Die vermeindlich kleinen Auffahrunfälle sind klassische Schwächen eines Systems, das statische Objekte in ungewöhnlichen Positionen nicht korrekt einordnet.

Die Bilanz: 17 Crashes, eine Krankenhauseinweisung

Von 17 Unfällen endeten 13 mit reinem Sachschaden, zwei ohne Verletzungen, einer mit leichter Verletzung ohne Klinikaufenthalt und einer mit Krankenhausaufenthalt. Jedes betroffene Fahrzeug war ein 2026 Model Y mit aktiviertem Autonomous Driving System und Sicherheitsbegleiter.

Fairerweise: Mehrere Crashes gingen auf das Konto anderer Autofahrer, die auf das stehende Robotaxi auffuhren. Das hätte Waymo und Zoox genauso treffen können. Trotzdem bleibt die Frage: Warum schwärzte Tesla als einziger Anbieter zehn Monate lang alle Unfallberichte, während die Konkurrenz transparent berichtete?

Was das für Europa bedeutet

Robotaxis rollen noch nicht durch Berlin oder München. Aber wer ein 2026 Model Y mit Full Self-Driving bestellt, sitzt im selben Hardware-Auto, das in Austin diese Crashes produzierte. Sensor-Architektur und Software sind weitgehend identisch. Tesla plant den FSD-Rollout in Europa für 2026/27.

Wer jetzt einen Bestellzettel unterschreibt, sollte die NHTSA-Berichte aus den USA verfolgen – die sind ab sofort unzensiert öffentlich. Waymo zeigt seit Jahren detaillierte Crash-Reports. Das ist die Benchmark für alle, die Sicherheit ernst nehmen.

Business Punk Check

Tesla wollte mit der Schwärzung Vertrauen schützen und erreichte das Gegenteil. Die monatelange Geheimniskrämerei, gefolgt von der Mai-Enthüllung, entlarvt das eigentliche Problem: Die Rückfallebene versagt. Nicht die KI ist das Hauptrisiko – die performt in den meisten Fällen ordentlich. Sondern der Mensch an der Fernbedienung, der bei 14 km/h in Barrikaden crasht. Das wirft eine unbequeme Frage auf: Wenn selbst Tele-Operatoren simple Manöver nicht beherrschen, wie sicher ist dann das gesamte Robotaxi-Konzept?

Waymo fährt seit Jahren ohne Sicherheitsbegleiter und dokumentiert jeden Unfall transparent. Tesla hingegen schwärzt, mauert und liefert erst unter Druck. Wer jetzt ein FSD-Abo abschließt, sollte wissen: Die Hardware ist identisch mit den Austin-Testfahrzeugen. Die Software wird kontinuierlich verbessert, aber die Wahrnehmungslücken bei statischen Objekten bleiben. Für Early Adopters gilt: Hände am Lenkrad, Augen auf der Straße – und NHTSA-Reports im Blick behalten.

Häufig gestellte Fragen

Wie sicher ist Teslas Full Self-Driving wirklich im Vergleich zu Waymo?

Waymo dokumentiert seit Jahren jeden Unfall transparent und fährt ohne Sicherheitsbegleiter. Tesla schwärzte zehn Monate lang alle Crash-Berichte und zeigt Wahrnehmungslücken bei statischen Objekten wie Ketten oder Anhängerhaken. Die NHTSA-Berichte aus Austin belegen: Selbst die menschliche Rückfallebene versagt bei simplen Manövern unter 16 km/h.

Sollte man jetzt ein Tesla Model Y mit FSD in Europa kaufen?

Wer jetzt bestellt, bekommt dieselbe Hardware wie die Austin-Testfahrzeuge mit 17 dokumentierten Crashes. Der FSD-Rollout für Europa ist für 2026/27 geplant, aber die Software zeigt noch Schwächen bei der Objekterkennung. Early Adopters sollten die NHTSA-Reports verfolgen und sich bewusst sein: Hände am Lenkrad bleiben Pflicht, auch mit aktiviertem FSD.

Was bedeuten die Tele-Operator-Crashes für die Robotaxi-Zukunft?

Die beiden Vorfälle, bei denen menschliche Fernsteuerer in Zäune und Barrikaden crashten, entlarven ein Systemversagen. Wenn die Rückfallebene bei 14 km/h scheitert, ist das gesamte Sicherheitskonzept fragwürdig. Tesla muss beweisen, dass Tele-Operatoren zuverlässig funktionieren – oder auf sie verzichten wie Waymo.

Wie realistisch ist autonomes Fahren in deutschen Städten bis 2027?

Tesla plant den FSD-Rollout, aber die Austin-Daten zeigen: Wahrnehmungslücken bei ungewöhnlichen Objekten bleiben. Deutsche Innenstädte mit engen Straßen, Baustellen und komplexen Verkehrssituationen stellen höhere Anforderungen als texanische Testgebiete. Realistische Erwartung: Assistenzsystem ja, vollautonome Robotaxis nein – zumindest nicht vor 2028.

Was kostet die Mobilitätswende wirklich – und wer zahlt?

Die Tesla-Crashes zeigen: Autonomes Fahren braucht noch Jahre Entwicklung, teure Sensorik und permanente Software-Updates. Die Kosten tragen Käufer über FSD-Abos (bis zu 15.000 Euro) und Steuerzahler über Infrastruktur-Ausbau. Waymo investiert Milliarden ohne Gewinnaussicht. Die Mobilitätswende wird teurer als versprochen – und kommt später als erhofft.

Quellen: electrek, Techcrunch, Criveteslacanada

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