Business & Beyond Bezos‘ Milliarden-Feuerball: New Glenn explodiert – Musk gewinnt

Bezos‘ Milliarden-Feuerball: New Glenn explodiert – Musk gewinnt

Blue Origins Schwerlastrakete New Glenn ist beim Routinetest spektakulär explodiert. Für Jeff Bezos bedeutet das Desaster einen herben Rückschlag im Rennen gegen SpaceX – und verzögert Amazons Satellitenpläne massiv.

Ein gigantischer Feuerball erleuchtet Cape Canaveral: Blue Origins Schwerlastrakete New Glenn ist bei einem Routinetest auf der Startrampe in Florida explodiert. Was als simpler Triebwerkstest vor dem vierten Start gedacht war, endete in einer der größten Raketenexplosionen der US-Geschichte. Die voll betankte Rakete sollte 48 Satelliten für Amazons Leo-Konstellation ins All bringen – daraus wird jetzt nichts.

Jeff Bezos selbst meldete sich nach dem Desaster kämpferisch auf X: „Sehr harter Tag, aber wir werden wieder aufbauen, was auch immer wieder aufgebaut werden muss, und wir werden wieder fliegen. Es lohnt sich“, schrieb der Milliardär. Die Untersuchungen zur Ursache liefen bereits, so Bezos. Blue Origin sprach zunächst nur von einer „Anomalie“ und betonte, alle Mitarbeiter seien in Sicherheit.

SpaceX zieht davon

Die Explosion könnte nicht zu einem schlechteren Zeitpunkt kommen. Blue Origin wollte die Startfrequenz der New Glenn massiv erhöhen – bis zu zwölf Starts waren für 2026 geplant. Ziel: endlich ernsthaft mit SpaceX konkurrieren, das die kommerzielle Raumfahrt seit Jahren dominiert.

Elon Musk kommentierte das Unglück seines Konkurrenten knapp mit „Sehr bedauerlich. Raketen sind schwierig“ – ein Mitgefühl, das angesichts des Wettbewerbs fast zynisch wirkt. Die New Glenn war Blue Origins große Hoffnung. Nach über zehn Jahren Entwicklung hatte die Rakete im Januar 2025 ihren erfolgreichen Erstflug absolviert. Im November folgte der zweite Start mit NASA Mars-Orbitern, im April der dritte – allerdings mit Panne: Ein Satellit landete in der falschen Umlaufbahn. Nun dieser Totalverlust.

NASA in Wartestellung

Auch die US-Weltraumbehörde ist betroffen. NASA-Chef Jared Isaacman kündigte an, man werde die Untersuchung unterstützen und „Auswirkungen auf die Artemis- und Mondprogramme“ bewerten, wie heise berichtet. Blue Origin sollte eine zentrale Rolle beim Mondfahrt-Programm spielen – ob der Zeitplan noch haltbar ist, steht nach der Explosion in den Sternen. Amazon dürfte ebenfalls nervös werden.

Der Konzern hat 24 Starts bei Blue Origin gebucht, um das Leo-Satellitennetzwerk aufzubauen – die Antwort auf Musks Starlink. Die geplanten 48 Satelliten für den vierten Flug sind jetzt Geschichte. Laut TechCrunch war New Glenn der erste von 24 vertraglich geplanten Starts mit Blue Origin“. Eine längere Pause im Raketenprogramm verzögert diese Pläne massiv.

Business Punk Check

Bezos‘ Weltraum-Ambitionen stehen vor dem härtesten Reality-Check seit Jahren. Während Musk mit SpaceX längst ein profitables Geschäftsmodell etabliert hat und hunderte Satelliten monatlich ins All schießt, kämpft Blue Origin immer noch mit Kinderkrankheiten. Die New Glenn sollte beweisen, dass Bezos mehr kann als zahlende Touristen an den Rand des Weltraums schicken. Jetzt wird die Rakete monatelang am Boden bleiben müssen.

Die Realität: Raumfahrt verzeiht keine Fehler. Blue Origin muss nicht nur die Explosion aufarbeiten, sondern auch das Vertrauen von NASA und Amazon zurückgewinnen. SpaceX nutzt derweil jede Woche den Vorsprung aus. Bezos‘ „Es lohnt sich“ klingt nach trotzigem Optimismus – aber die kommerzielle Raumfahrt wartet auf niemanden. Wer jetzt pausiert, verliert Aufträge an die Konkurrenz. Und die heißt Elon Musk.

Häufig gestellte Fragen

Was ist bei der New Glenn Rakete passiert?

Bei einem Routinetest auf Cape Canaveral explodierte die voll betankte Schwerlastrakete New Glenn von Blue Origin. Es sollte ein Triebwerkstest vor dem geplanten vierten Start werden. Die Explosion zählt zu den größten Raketenunglücken der US-Geschichte. Alle Mitarbeiter sind laut Blue Origin in Sicherheit.

Welche Auswirkungen hat die Explosion für Blue Origin?

Das Desaster verzögert Blue Origins Pläne massiv. Die Rakete sollte 48 Amazon-Satelliten transportieren und den Startplan auf zwölf Flüge 2026 erhöhen. Auch NASA-Kooperationen beim Mondprogramm Artemis könnten betroffen sein. SpaceX baut seinen Vorsprung weiter aus.

Wie reagierte Jeff Bezos auf die Explosion?

Bezos zeigte sich kämpferisch: „Sehr harter Tag, aber wir werden wieder aufbauen und wieder fliegen. Es lohnt sich“, schrieb er auf X. Die Ursachensuche laufe bereits. Konkurrent Elon Musk äußerte trotz Wettbewerbs sein Mitgefühl.

Was bedeutet das für Amazons Satellitenprojekt Leo?

Amazon hat 24 New-Glenn-Starts gebucht, um das Starlink-Konkurrenzprojekt Leo aufzubauen. Die geplanten 48 Satelliten für den vierten Flug sind verloren. Eine längere Pause im Raketenprogramm verzögert den Netzwerkaufbau erheblich – SpaceX‘ Starlink bleibt weit voraus.

Quellen: heise, t3n, Handelsblatt, TechCrunch, Spiegel

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