AnlagePunk Michael Burry warnt: Die 2,8-Billionen-Dollar-SpaceX-Blase is Fake!

Michael Burry warnt: Die 2,8-Billionen-Dollar-SpaceX-Blase is Fake!

Während Privatanleger SpaceX stürmen, hält sich „Big Short“-Investor Michael Burry demonstrativ fern. Seine Warnung: Die Bewertung ist absurd – und die Physik macht das Weltraum-Rechenzentren-Narrativ zur Farce.

Michael Burry, der mit seiner Wette gegen die US-Immobilienblase legendär wurde, hat eine klare Meinung zu SpaceX: „Nein, danke.“ Während Kleinanleger am ersten Handelstag 1,8 Millionen Optionskontrakte kauften – fünfmal mehr als der bisherige Rekord von Facebook 2012 –, schrieb Burry laut Business Insider auf seinem Substack: „Ich bin derzeit nicht an SpaceX beteiligt. Weder short noch long.“ Selbst Put-Optionen, mit denen er gegen die Aktie hätte wetten können, lehnte er trotz eigener „Versuchung“ ab.

Seine Begründung ist vernichtend: Bei einer Marktkapitalisierung von 2,8 Billionen Dollar erwirtschaftet SpaceX gerade mal 20 Milliarden Dollar Umsatz – ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von über 90. „Nichts im S-1-Formular deutet darauf hin, dass diese Firma eine Billion Dollar wert ist, geschweige denn zwei Billionen“, schrieb Burry wie t3n berichtet. Seine Ironie-Pointe: Mit SpaceX‘ Marktwert könnte man die neun reichsten Menschen der Welt nach Musk kaufen – „und hätte immer noch eine Billion Dollar übrig.“.

Institutionelle Skeptiker vs. Retail-Euphorie

Burry steht nicht allein. Der dänische Pensionsfonds AkademikerPension mit 25 Milliarden Dollar Volumen setzte SpaceX auf seine schwarze Liste. Die Bewertung sei „großzügig übertrieben“, die Preisbildung eher von Musks „Erzählungen als von wirtschaftlichen Realitäten“ bestimmt, so Investmentchef Anders Schelde laut Telepolis. Morningstar-Analysten taxieren den fairen Wert auf 63 Dollar – weniger als die Hälfte des IPO-Preises von 135 Dollar. Die Masse sieht das völlig anders.

Privatanleger kauften SpaceX in den ersten Tagen häufiger als Nvidia, Alphabet und Amazon zusammen, zeigen Daten von Vanda Research. Dabei arbeitete SpaceX 2025 mit 4,9 Milliarden Dollar Nettoverlust. Nur Starlink schreibt schwarze Zahlen, während die übernommene KI-Tochter xAI 2,47 Milliarden Dollar operativen Verlust verursachte.

Die Weltraum-Rechenzentren-Illusion

SpaceX rechtfertigt die Bewertung mit einem 26-Billionen-Dollar-Markt für KI-Infrastruktur – hauptsächlich aus Rechenzentren im Weltall. Doch die Physik torpediert das Narrativ: Im Vakuum lässt sich Wärme nur über Strahlung abführen, was bei geplanten 150 Kilowatt pro Satellit riesige Radiatoren erfordert.

Kosmische Strahlung zerstört zudem handelsübliche Chips, die Abschirmung treibt Kosten in astronomische Höhen. Selbst im eigenen Börsenprospekt räumt SpaceX ein, dass unklar sei, ob dieses Vorhaben „jemals wirtschaftlich umgesetzt werden könnte“ [Telepolis].

Strukturelle Zeitbomben

Verschärft wird die Lage durch „Lex SpaceX“: Nasdaq verkürzte die Wartezeit für den Nasdaq-100 auf 15 Handelstage, FTSE Russell sogar auf fünf. ETFs und passive Fonds müssen dann kaufen – ob sie wollen oder nicht. Nur S&P Dow Jones hält an der zwölfmonatigen Frist fest.

Zusätzliches Risiko: Musks Vermögen besteht zu 90 Prozent aus illiquiden SpaceX-Aktien. Er nutzt die hohe Bewertung für steuerfreie Kredite. Bei einem Kurseinbruch drohen gigantische Margin Calls. Am ersten Handelstag waren nur 4,2 Prozent der Aktien frei handelbar – in den kommenden Monaten laufen Sperrfristen aus.

Business Punk Check

Burrys Zurückhaltung ist bemerkenswert: Der Mann, der die Subprime-Blase shorten wollte und damit Milliarden verdiente, lässt SpaceX links liegen. Zu riskant, zu übertrieben, zu irrational. Das Problem ist nicht, dass SpaceX nichts kann – Starship funktioniert, Starlink dominiert. Das Problem ist die Bewertung: Ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 90 bei Milliarden-Verlusten ist keine Vision, sondern Wahnsinn.

Wenn selbst Burry, der für konträre Wetten bekannt ist, sagt „Nein, danke“, sollten Anleger hellhörig werden. Die Weltraum-Rechenzentren-Story ist physikalisch fragwürdig, die Index-Zwangskäufe sind ein künstlicher Nachfrageschub, und Musks Margin-Call-Risiko ist eine tickende Bombe. Wer jetzt bei 2,8 Billionen einsteigt, spekuliert nicht auf Fundamentaldaten – sondern darauf, einen noch größeren Narren zu finden. Viel Glück dabei.

Quellen: t3n, Telepolis, Business Insider, Vanda Research, Morningstar

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