Business & Beyond TSV 1860 München: Warum der geilste Verein der Welt jetzt viertklassig ist

TSV 1860 München: Warum der geilste Verein der Welt jetzt viertklassig ist

Insolvenz, Zwangsabstieg, Regionalliga. Und trotzdem: Warum der TSV 1860 München gerade beweist, was Fans bewegen können. Die Analyse mit allen Zahlen.

Der TSV 1860 München ist insolvent, zwangsabgestiegen und spielt ab Sommer in der Regionalliga Bayern. Auf dem Papier ist das der Tiefpunkt von 166 Jahren Vereinsgeschichte. Auf dem Rasen, in der Stadt und auf einer Spendenplattform passiert gerade das Gegenteil: Mitgliederrekord, leergekaufte Fanshops und eine Fanszene, die dem eigenen Verein das Trikotsponsoring abkauft. Innerhalb von 48 Stunden sammelte die Westkurve mehr als 100.000 Euro. Das Ziel: 250.000 Euro, damit auf der Rückseite der Löwen-Trikots künftig kein Wettanbieter wirbt, sondern ein Bekenntnis steht: „FOOTBALL FOR THE PEOPLE!“

Dieser Text erzählt, wie es dazu kam. Und warum ausgerechnet die vierte Liga die größte Chance sein könnte, die dieser Verein seit 2011 hatte.

Die Lage in Zahlen

  • 180.588 € Fan-Spenden in drei Tagen (Ziel: 250.000 €, Stand 08.07.)
  • ~29.000 Mitglieder, Vereinsrekord im Abstiegssommer
  • 99,4 % Zustimmung zur neuen Spielbetriebs-GmbH (100 % e.V.)
  • ~7 Mio. € Fehlbetrag der insolventen KGaA

Football for the People: Die Fans kaufen ihrem Verein das Trikot

Am Abend des 5. Juli 2026 steht auf der GoFundMe-Seite „Football for the People“ die Zahl 16.491. Am nächsten Morgen sind es 36.430 Euro. Einen Tag später fällt die 100.000er-Marke, wieder einen Tag später steht der Zähler bei über 180.000 Euro (Stand 8. Juli, GoFundMe). Gespendet haben Fangruppen aus Giesing und dem Allgäu, Anhänger der UNAM Pumas aus Mexiko-Stadt, Aston-Villa-Fans aus Birmingham, Ultras von Rapid Wien, Löwen aus Liechtenstein, Finnland und der Schweiz. Zanti, Musiker von Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys, überwies 1.060 Euro. Die Zahl ist kein Zufall.

Das Ziel der aktiven Fanszene: 250.000 Euro für das Rückseiten-Sponsoring der Saison 2026/27. Hinten auf den Trikots des TSV 1860 München soll dann keine Firma stehen, sondern ein Satz aus dem Aufruf der Westkurve: „Fußball ist Volkssport, Fußball gehört den Fans und denen, die ihn lieben, keinen Firmen oder Investoren!“ Die Aktion ist mit der Vereinsführung abgestimmt. Sollte das Ziel verfehlt werden, geht jeder Euro trotzdem an den TSV 1860 e.V.

Fußball ist Volkssport, Fußball gehört den Fans und denen, die ihn lieben, keinen Firmen oder Investoren!

Aufruf der Westkurve, 5. Juli 2026

Die Spenden kommen in Tranchen, die nach Kurve klingen: Blue Blood Fanatics 6.809 Euro, dazu Sexikaner, Löwenheimat Giesing, Sechzig im Allgäu, Drunkarts 1860. Austria Salzburg und Schwarz-Weiß Bregenz teilten den Aufruf offiziell. Es gibt entfernte Verwandte dieser Idee, etwa den SV Babelsberg 03, der ab 2017 spendenfinanziert „Nazis raus aus den Stadien“ aufs Trikot brachte. Aber dass eine Fanszene das Trikotsponsoring eines Profiklubs in dieser Größenordnung selbst stemmt, ist ein Novum im deutschen Fußball.

Präsident Gernot Mang nannte die Aktion „wirklich außergewöhnlich“ und stellte zugleich klar: „Diese Aktion soll keinen Hauptsponsor ersetzen.“ Beides stimmt. 250.000 Euro tragen keinen Profi-Etat. Aber sie beweisen etwas, das kein Sponsor kaufen kann: Dieser Verein mobilisiert Menschen auf drei Kontinenten, während er in die vierte Liga geht.

1860 Insolvenz: Pleite ist die KGaA, nicht der Verein

Um die Lage zu verstehen, braucht es eine Unterscheidung, die in der Berichterstattung fast immer verwischt: Insolvent ist nicht der TSV 1860 München e.V. Insolvent ist die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA, die Gesellschaft, in die der Verein 2011 seinen Profifußball auslagerte. Sie stellte am 23. Juni beim Amtsgericht München den Insolvenzantrag. Fehlbetrag: rund sieben Millionen Euro. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist Dr. Max Liebig, der bereits die Insolvenzverfahren von Türkgücü München und Alfons Schuhbeck betreute.

Die Vorgeschichte in einem Absatz: 2011 übernahm der jordanische Investor Hasan Ismaik über seine HAM International Limited 60 Prozent der KGaA-Anteile für 18,4 Millionen Euro. Es folgten fünfzehn Jahre Dauerkonflikt und eine Bilanzreihe mit einem Rekordverlust von 21,97 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2016/17 sowie bilanzieller Überschuldung seit mindestens 2017. Am 21. Mai 2026 kündigte HAM zwei Darlehen über 2,7 Millionen Euro, dreizehn Tage bevor der DFB genau diese Summe als Liquiditätsnachweis sehen wollte. Die Frist verstrich am 3. Juni. Zwangsabstieg.

Das Entscheidende für die Zukunft: Die wertvollen Teile des Klubs liegen gar nicht in der Insolvenzmasse. Das Startrecht für die Regionalliga gehört dem e.V. Bei den Marken ist es komplizierter: „1860 München“, „TSV 1860″ und das Löwen-Wappen sind laut DPMA-Register auf die KGaA eingetragen. Sie liegen damit in der Insolvenzmasse, und über ihre Verwertung entscheidet der Verwalter. Präsident Mang beansprucht sie öffentlich für den Verein („Diese Markenrechte gehören dem Verein, uns“); das ist Kampfansage, noch nicht Registerlage. Ismaiks Millionen sind überwiegend Gesellschafterdarlehen und damit im Insolvenzverfahren nachrangig. Wer jahrelang mit der Insolvenz drohte, um Druck aufzubauen, hat sein Druckmittel damit selbst entwertet.

Was der e.V. jetzt richtig macht

Die Mitgliederversammlung am 21. Juni in der Zenith-Halle war der Wendepunkt. Über 1.100 Mitglieder kamen bei mehr als 30 Grad. Präsident Mang sagte den Satz, auf den viele fünfzehn Jahre gewartet hatten: „Wir verabschieden uns vom Investoren-Modell der letzten 15 Jahre.“ Und: „Der Löwe befreit sich von seinen Fesseln und zeigt Zähne. Wir sind der Verein.“

Der Löwe befreit sich von seinen Fesseln und zeigt Zähne. Wir sind der Verein.

Gernot Mang, Präsident TSV 1860, Mitgliederversammlung 21. Juni 2026

Den Worten folgten in zwei Wochen mehr Taten, als der Klub in manchen Jahren geschafft hat:

Erstens die neue Struktur. Die Mitglieder beschlossen die Gründung einer Spielbetriebs-GmbH mit 1.017 zu 6 Stimmen, also mit über 99 Prozent. Am 30. Juni stand die „TSV München von 1860 Spielbetriebs-GmbH“ bereits im Handelsregister, hundert Prozent im Besitz des e.V. Interimsgeschäftsführer ist Thomas Probst, Gründungsmitglied der „Unternehmer für Sechzig“. Er arbeitet unentgeltlich. Zum ersten Mal seit 2011 gehört der Münchner Profifußball der Löwen wieder vollständig den Löwen.

Zweitens das Stadion. Parallel beschloss die Versammlung eine „Betriebsgesellschaft Sechzgerstadion mbH“ und präsentierte eine Machbarkeitsstudie für einen Neubau in Giesing: 27.000 Plätze, davon 13.000 in der Westkurve, angepeilte Eröffnung 2030, geplant als erstes CO2-neutrales Stadion Deutschlands.

Drittens die Basis. Fast 29.000 Mitglieder meldete Mang, Vereinsrekord. Seit dem Zwangsabstieg gab es 50 Austritte und über tausend Eintritte. Der Verein versprach zudem, Dauerkarten-Besitzer nicht im Stich zu lassen. Ein Klub verliert seine Liga, und die Reaktion der Stadt sind Beitrittsformulare.

Viertens die Ehrlichkeit gegenüber sich selbst. Dieselbe Versammlung verweigerte dem früheren Präsidenten Robert Reisinger und Vize Norbert Steppe die Entlastung. Die Basis feiert den neuen Kurs, aber sie stellt auch der eigenen Führung Bedingungen. Genau diese Wachsamkeit ist die beste Versicherung gegen eine Wiederholung der Fehler.

Was der e.V. jetzt tun muss

Der Kredit der Stunde ist riesig. Verspielen lässt er sich trotzdem. Vier Aufgaben entscheiden über die nächsten 24 Monate:

  1. Das NLZ zum Investitions-Leuchtturm machen. Das Nachwuchsleistungszentrum ist das unterschätzteste Asset des TSV 1860 München. Gerade verlor es einen Jugendtrainer an RB Leipzig, was man als Kompliment lesen darf. Hier liegt der logische Einstiegspunkt für Sponsoren und sogar Investoren: Wer heute in Giesinger Talente investiert, kauft sich nicht in Grabenkämpfe ein, sondern in Transfererlöse und Identität. Ein eigenes NLZ-Sponsoring-Modell mit klaren Paketen wäre der nächste Schritt, vom Trikotärmel der U19 bis zur Internatspatenschaft. In der Regionalliga wird der eigene Nachwuchs außerdem sportlich zur ersten Mannschaft durchlässig wie nie.
  2. Die Spendenenergie in Dauerstrukturen überführen. Drei Töpfe füllten sich binnen Wochen: „Jeder Beitrag zählt“ (rund 22.000 Euro für Nachwuchs und Infrastruktur), „Freiheit für Sechzig“ der Discord-Löwen (zuletzt über 140.000 Euro) und die Westkurven-Aktion (über 180.000 Euro und steigend). Der frühere Verwaltungsrat Nicolai Walch hat im Bayerischen Fernsehen skizziert, wohin das führen kann: „Denkbar wäre, dass eine Genossenschaft als neuer Investor auftritt. Ich denke nur an die Green Bay Packers. Oder auch St. Pauli hat sehr erfolgreich eine Genossenschaft gegründet.“ Skeptiker verweisen auf die Fan-Anleihe von 2010, die statt neun Millionen nur gut 600.000 Euro brachte. Aber 2010 verkaufte ein Zweitligist mit Investor Zinspapiere. 2026 geht es um Anteile am eigenen, befreiten Verein. Die Westkurve liefert gerade den Machbarkeitsbeweis in Echtzeit.
  3. Wirtschaft andocken, ohne die Seele zu verkaufen. Die „Unternehmer für Sechzig“ mit über hundert Mitgliedern und 73 Partnerbetrieben sammeln „60 Neustart-Spenden“ für den gesamten Wiederaufbau des e.V., in Staffeln mit Vereins-DNA: 186, 1.860 und 18.600 Euro. Beim Netzwerktreffen im Löwenstüberl saßen Anfang Juli Präsident, GmbH-Geschäftsführer und KGaA-Notgeschäftsführer an einem Tisch mit dem Mittelstand der Stadt. Diese Achse aus Kurve, Mitgliedern und regionalem Kapital ist das Modell, das dem Klub 2011 verweigert wurde.
  4. Den Rechtsstreit kühl zu Ende bringen. Ismaik ist juristisch nicht weg. Der e.V. hat den Kooperationsvertrag fristlos gekündigt, Ismaiks Anwalt heißt inzwischen Peter Gauweiler, und die Süddeutsche berichtete von Exit-Verhandlungen nach dem Muster Anteile gegen Abfindung. Laut Medienberichten bot der e.V. Ismaik eine Ausstiegslösung an. Nach AZ-Informationen war sich Ismaik im Juni sogar mit einem Konsortium über rund 20 Millionen Euro einig, ehe der Deal an einer Nachforderung platzte; auch der Name Thomas Hitzlsperger geisterte als Teil einer Investorengruppe durch die Berichte. Heißt: Der Markt bewertet diesen viertklassigen Klub sehr lebendig. Der e.V. muss nichts überstürzen. Er besitzt Startrecht, Marke und Mitglieder. Ismaiks Millionen stecken überwiegend in nachrangigen Darlehen und Anteilen an einer insolventen Gesellschaft; das Startrecht liegt beim e.V., und über die Verwertung der Marken entscheidet nicht er, sondern der Insolvenzverwalter.

Die Dauerkritiker: Was die Daten über dieblaue24 zeigen

Framing-Asymmetrie auf dieblaue24: Ismaik vs. e.V.-Führung (eigene Erhebung)
Framing-Asymmetrie auf dieblaue24: Ismaik vs. e.V.-Führung (eigene Erhebung)

Zu jedem 1860-Sommer gehört die Frage, wer die Geschichte erzählt. Wir haben sie zum zweiten Mal vermessen. Für eine empirische Studie werteten wir das Archiv des „Löwen-Portals“ dieblaue24 aus: über 5.600 Artikel, mehr als eine halbe Million Kommentare. Schon damals zeigte sich ein Muster: 92,5 Prozent aller Artikel stammen von einem einzigen Autor, Herausgeber Oliver Griss. In Krisenphasen trugen 72 Prozent der Beiträge ein Ismaik-freundliches Framing. Unter 50 codierten Artikeln fand sich kein einziger mit klar Ismaik-kritischer Stoßrichtung.

Nach Zwangsabstieg und Insolvenz haben wir nachgemessen: alle 93 Artikel zwischen Mitgliederversammlung und 7. Juli, dazu 24.635 Kommentare, davon 20 Artikel und 200 Top-Kommentare nach demselben Schema codiert.

Autoren- und Volumen-Dominanz auf dieblaue24 (eigene Erhebung)
Autoren- und Volumen-Dominanz auf dieblaue24 (eigene Erhebung)

Das Ergebnis: Das Monopol wurde enger, 92 von 93 Artikeln (98,9 Prozent) tragen die Zeile „VON OLIVER GRISS“. Die Null steht weiter: kein einziger codierter Artikel mit Ismaik-kritischem Framing, auch nach der Insolvenz nicht. Neu ist die Stoßrichtung: 80 Prozent der codierten Beiträge rahmen die e.V.-Führung negativ. Zum einjährigen Amtsjubiläum des Präsidenten titelte das Portal „Ein Jahr Mang: Der Dirigent des Absturzes“. Selbst der hauseigene Leser-Poll wurde umgedeutet: Die Leser nannten Ismaik häufiger als Hauptschuldigen des Absturzes (30 Prozent) als die e.V.-Spitze (26 Prozent). Der Artikel dazu machte daraus trotzdem eine Anklage gegen die Vereinsführung.

Und wer schreibt dort eigentlich? Auch das haben wir gemessen, und diese Zahl gehört zu den wichtigsten des ganzen Falls: Von den 560.283 Kommentaren des gesamten Archivs stammen 36,6 Prozent von nur 42 Nutzern, das ist das oberste eine Prozent. 210 Nutzer, also fünf Prozent, bestreiten 72,8 Prozent des kompletten Kommentaraufkommens. Der aktivste Einzelaccount hat allein über 10.000 Kommentare verfasst. Was in den Spalten wie „die Stimme der Fanszene“ wirkt und so auch zitiert wird, ist statistisch das Dauerrauschen einer sehr kleinen, sehr lauten Gruppe. Für die Grabenkämpfe bei 1860 heißt das: Ein erheblicher Teil der gefühlten Lagerbildung findet in einer Arena statt, in der ein paar Dutzend Menschen die Lautstärke von Zehntausenden erzeugen.

Kritik am e.V. ist legitim und teilweise verdient, siehe verweigerte Entlastung. Aber ein Portal, das in fünfzehn Jahren keinen Ismaik-kritischen und binnen zwei Wochen zu 80 Prozent führungskritische Artikel produziert, betreibt keine Kontrolle, sondern Lagerbildung. Genau davor warnte die Fan-Initiative Weiss & Blau Anfang Juni mit einem Satz, der den Sommer überdauern sollte: „Gerade jetzt braucht es keine weiteren Grabenkämpfe, sondern Ehrlichkeit, Selbstkritik und den Willen, Brücken zu bauen.“

Warum der TSV 1860 München der geilste Verein der Welt ist

Klingt vermessen für einen Viertligisten? Dann eine kurze Weltreise. Die Glasgow Rangers, deren Betreibergesellschaft 2012 liquidiert wurde, starteten in Schottlands vierter Liga und verkauften dort 38.000 Dauerkarten; zehn Jahre später standen sie im Europa-League-Finale. Parma stürzte 2015 in die Serie D und stieg, getragen von regionalen Unternehmern, dreimal in Serie auf. Austria Salzburg wurde 2005 von Fans neu gegründet und ist bis heute Identifikationskern einer ganzen Fankultur.

Der TSV 1860 München startet in dieselbe Richtung, aber mit besseren Karten, als sie alle hatten:

Erstens die Basis. 29.000 Mitglieder, Rekord ausgerechnet im Abstiegssommer. Ein Grünwalder Stadion, das mit 15.000 Zuschauern die gesamte Drittliga-Saison ausverkauft war und in der Regionalliga das mit Abstand größte Fußball-Erlebnis der Liga sein wird. Die Liga wurde eigens auf 19 Teams aufgestockt, um die Löwen aufzunehmen.

Zweitens die Freiheit. Kein Investor mehr, der mit Darlehenskündigungen regiert. Eine GmbH, die zu hundert Prozent den Mitgliedern gehört. Ein Präsident, der um die Markenrechte kämpft: „Diese Markenrechte gehören dem Verein, uns.“

Drittens der Beweis der Selbstwirksamkeit. Drei Spendenaktionen, ein Unternehmernetzwerk, eine Kurve, die das Trikotsponsoring übernimmt, internationale Solidarität von Mexiko bis Birmingham. Dieser Verein muss Zusammenhalt nicht behaupten. Er kann ihn auf einen Kontoauszug drucken.

Viertens die Stadt. München hat den reichsten Klub der Welt am Stadtrand. Und es hat in Giesing einen Verein, bei dem Fußball noch so aussieht, klingt und schmeckt, wie ihn Menschen erfunden haben. Genau dafür steht der Satz, der bald hinten auf den Trikots stehen soll.

Sportlich beginnt das Kapitel am 23. Juli, wenn die Regionalliga Bayern startet. Das Eröffnungsspiel findet ohne 1860 statt, der Klub setzt den ersten Spieltag aus, weil Trainer Alper Kayabunar seinen Kader erst baut. Rund acht gültige Verträge, Kevin Volland hat seine Profikarriere beendet. Es wird kein Durchmarsch-Automatismus. Muss es auch nicht sein.

Denn die eigentliche Pointe dieses Sommers ist eine andere: Ein Insolvenzgericht wird über die Reste der KGaA entscheiden, Anwälte werden über Abfindungen streiten, und nichts davon liegt noch in der Hand der Mitglieder. Was in ihrer Hand liegt, steht auf einer Spendenseite: 180.588 Euro, Stand Mittwochvormittag. Noch gut 69.000 bis zur Trikot-Rückseite. Football for the people. In Giesing ist das keine Parole. Es ist ein Kassenstand.

Transparenz- und Rechtshinweise

Redaktioneller Stand: Alle Angaben beruhen auf dem Kenntnisstand vom 8. Juli 2026. Spätere Entwicklungen (Spendenstände, Verfahrensschritte, Personalien) können den hier dargestellten Stand überholen. Eigene Datenerhebung: Die Auswertungen zum Portal dieblaue24 (Artikel-Autorenschaft, Framing-Codierung, Kommentar-Stichprobe) stammen aus einer eigenen empirischen Erhebung der Redaktion. Methodik, Codierschema und Stichprobenumfang sind dokumentiert und auf Anfrage einsehbar. Die daraus abgeleiteten Einordnungen (etwa zur Ausgewogenheit der Berichterstattung) sind als wertende Schlussfolgerungen dieser Auswertung gekennzeichnet und stellen Meinungsäußerungen auf Tatsachengrundlage dar, keine Tatsachenbehauptungen über Motive der Genannten.

Insolvenzverfahren: Das Verfahren über das Vermögen der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA befand sich zum Redaktionsstand im vorläufigen Stadium. Aussagen zu Masse, Rangfolge von Forderungen und Verfahrensausgang geben die Rechtslage in allgemeiner Form wieder und nehmen gerichtlichen Entscheidungen nicht vorweg. Es gilt die Unschuldsvermutung; keinem der Genannten wird strafbares Verhalten vorgeworfen. Nicht bestätigte Angaben: Angaben zu Exit-Verhandlungen, Kaufangeboten, Konsortien und beteiligten Personen (u. a. kolportierte Summen und Namen) beruhen auf Berichten Dritter (Abendzeitung, Süddeutsche Zeitung, sechzger.de, dieblaue24) und sind im Text als solche gekennzeichnet. Sie wurden von den Beteiligten nicht öffentlich bestätigt.

Zitate: Wörtliche Zitate sind den jeweils genannten Quellen entnommen (Mitgliederversammlung vom 21.06.2026, Vereinsmitteilungen, BR/Bayerisches Fernsehen, dieblaue24, sechzger.de) und geben den dortigen Wortlaut nach bestem Wissen wieder.

Finanzzahlen und Business Case: Historische Bilanzzahlen stammen aus im Bundesanzeiger veröffentlichten Jahresabschlüssen sowie aus dort zitierter Berichterstattung. Dieser Beitrag ist journalistische Berichterstattung und stellt keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar; er enthält keine Aufforderung zu Spenden, Beteiligungen oder sonstigen Vermögensdispositionen.

Spendenaktionen: Die genannten Aktionen (GoFundMe „Football for the People“, „Jeder Beitrag zählt“, „Freiheit für Sechzig“, UF60-Neustart-Spenden) werden von Dritten organisiert. Die Redaktion ist an keiner der Aktionen beteiligt und übernimmt keine Gewähr für deren Durchführung, Mittelverwendung oder steuerliche Behandlung.

Stellungnahmen: Die im Text kritisch eingeordneten Parteien (dieblaue24/Oliver Griss, HAM International/Hasan Ismaik, Vereinsführung des TSV 1860 e.V.) haben die Möglichkeit zur Stellungnahme; Zuschriften an die Redaktion werden ergänzt.

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