Deluxe & Destinations Express-Reisepass: So retten Urlauber ihre Reise last Minute

Express-Reisepass: So retten Urlauber ihre Reise last Minute

Der Express-Reisepass kann Last-minute-Reisende retten, wenn das Reisedokument abgelaufen ist oder nicht mehr rechtzeitig vorliegt. In der Regel ist der neue Pass innerhalb von drei Werktagen beim Bürgeramt abholbereit. Dafür fällt allerdings ein Expresszuschlag an.

Die Koffer sind gepackt, das Taxi zum Flughafen ist bestellt. Dann der Schock: Der Reisepass ist abgelaufen. Die Reise muss deshalb nicht zwangsläufig abgesagt werden. Zunächst sollten Urlauber prüfen, welches Dokument das Zielland tatsächlich verlangt. In zahlreiche europäische Staaten reicht für deutsche Staatsangehörige ein gültiger Personalausweis.

Ist ein Reisepass erforderlich, kann das Expressverfahren helfen. Es handelt sich dabei nicht um ein vereinfachtes Ersatzdokument, sondern um einen regulären elektronischen Reisepass mit beschleunigter Herstellung.

Drei Werktage bis zum Expresspass

Geht die Bestellung bis 12 Uhr beim Passhersteller ein, beträgt die Bearbeitungszeit nach Angaben des Bundesportals in der Regel drei Werktage. Anschließend liegt das Dokument bei der inländischen Passbehörde zur Abholung bereit.

Dabei zählen grundsätzlich die Werktage Montag bis Freitag. Feiertage und betriebsfreie Tage des Herstellers können die Bearbeitungszeit verlängern. Entscheidend ist außerdem nicht allein der Zeitpunkt des Termins im Bürgeramt, sondern wann die Behörde die Bestellung an den Passhersteller übermittelt.

Aus einem Antrag am Montagvormittag folgt daher nicht automatisch, dass der Pass am Donnerstag garantiert abgeholt werden kann. Wer einen engen Reiseplan hat, sollte sich den voraussichtlichen Abholtermin unmittelbar von der Behörde bestätigen lassen.

Der Express-Reisepass muss persönlich beim Bürgeramt beantragt werden. Zuständig ist grundsätzlich die Passbehörde am Hauptwohnsitz. Eine Beantragung bei einer anderen Behörde ist bei wichtigem Grund möglich, kann aber zusätzliche Gebühren verursachen.

Pass im Ausland abgelaufen: Andere Fristen beachten

Läuft der Reisepass während eines Auslandsaufenthalts ab oder geht er verloren, sollten sich Betroffene an die zuständige deutsche Botschaft oder das Konsulat wenden. Auch Auslandsvertretungen können reguläre Reisepässe und vorläufige Dokumente ausstellen.

Beim Expressverfahren im Ausland ist die dreitägige Produktionszeit jedoch nicht mit der gesamten Wartezeit gleichzusetzen. Nach der Herstellung muss der Pass über das Auswärtige Amt und einen Kurier zur jeweiligen Auslandsvertretung transportiert werden. Je nach Land können dadurch weitere Tage oder deutlich längere Wartezeiten entstehen.

In akuten Notfällen kann die Auslandsvertretung je nach Situation einen vorläufigen Reisepass oder einen Reiseausweis zur Rückkehr nach Deutschland ausstellen. Welches Dokument geeignet ist, hängt vom Aufenthaltsort, vom Reiseziel und von möglichen Transitländern ab.

Wer lediglich nach Deutschland zurückkehren muss, benötigt möglicherweise ein anderes Notfalldokument als jemand, der seine Reise anschließend in ein Drittland fortsetzen möchte.

Der Preis der Schnelligkeit

Ein regulärer Reisepass mit 32 Seiten kostet für Personen ab 24 Jahren 70 Euro. Der Expresszuschlag beträgt 32 Euro. Damit kostet der Express-Reisepass insgesamt 102 Euro.

Personen unter 24 Jahren zahlen für den normalen Pass 37,50 Euro und zusammen mit dem Expresszuschlag 69,50 Euro. Der Pass ist für diese Altersgruppe sechs Jahre gültig, ab dem vollendeten 24. Lebensjahr beträgt die Gültigkeit zehn Jahre.

Für einen Reisepass mit 48 statt 32 Seiten werden zusätzlich 22 Euro berechnet. Ein Antragsteller ab 24 Jahren zahlt für die 48-seitige Expressvariante damit 124 Euro. Unter 24-Jährige kommen auf 91,50 Euro.

Wer den Pass bei einer unzuständigen Behörde, außerhalb der regulären Dienstzeiten oder bei einer deutschen Auslandsvertretung beantragt, muss mit weiteren Zuschlägen rechnen. Auch die Aufnahme eines digitalen Passbilds in der Behörde kann zusätzliche Kosten verursachen.

Vorläufiger Reisepass als Notlösung

Reicht selbst das Expressverfahren zeitlich nicht aus, kann die Passbehörde einen vorläufigen Reisepass ausstellen. Dieser kostet 26 Euro, besitzt einen grünen Einband und ist höchstens ein Jahr gültig.

Er wird allerdings grundsätzlich nur ausgestellt, wenn die dringende Reise glaubhaft gemacht wird und ein Expresspass nicht mehr rechtzeitig verfügbar wäre. Als Nachweis können beispielsweise Flugtickets oder Buchungsunterlagen verlangt werden.

Der vorläufige Reisepass enthält keinen elektronischen Chip und wird deshalb nicht von jedem Staat für die Einreise oder für visumfreies Reisen akzeptiert. Vor der Beantragung sollten Reisende unbedingt die aktuellen Einreisebestimmungen des Ziel- und möglicher Transitländer prüfen.

Für Kanada ist die Einreise deutscher Staatsangehöriger mit einem vorläufigen Reisepass grundsätzlich möglich. Bei einer Flugreise kann dennoch eine elektronische Reisegenehmigung oder ein anderer Nachweis erforderlich sein.

Für die USA ist die Lage strenger: Ein vorläufiger Reisepass wird zwar grundsätzlich akzeptiert, berechtigt aber nicht zur visumfreien Einreise über das ESTA-Verfahren. Reisende benötigen damit ein gültiges US-Visum. Für einen spontanen USA-Urlaub ist der vorläufige Pass deshalb in der Praxis meist keine schnelle Lösung.

Diese Unterlagen werden benötigt

Für die Beantragung müssen Antragsteller persönlich beim Bürgeramt erscheinen. Benötigt werden in der Regel der bisherige Reisepass oder ein anderes gültiges Ausweisdokument sowie gegebenenfalls zusätzliche Personenstandsurkunden.

Seit dem 1. Mai 2025 werden bei deutschen Passbehörden grundsätzlich nur noch digitale biometrische Lichtbilder akzeptiert. Diese können bei einem registrierten Fotodienstleister angefertigt und elektronisch an die Behörde übertragen werden. Viele Bürgerämter bieten zudem eine Aufnahme direkt vor Ort an.

Selbst erstellte Dateien oder gewöhnliche ausgedruckte Passbilder werden grundsätzlich nicht mehr angenommen. Reisende sollten deshalb vor dem Termin prüfen, ob das Bürgeramt ein eigenes Aufnahmesystem besitzt oder ein Foto von einem angeschlossenen Fotostudio benötigt wird.

Bei Minderjährigen sind zusätzliche Unterlagen und die Zustimmung der Sorgeberechtigten erforderlich. Das Kind muss bei der Beantragung ebenfalls persönlich anwesend sein.

Vorbereitung ist alles

Der Expresspass ist eine wirksame Notlösung, aber kein Dokument für den Abflug am selben Abend. Zwischen Antrag, Übermittlung an den Hersteller und Abholung liegen selbst im günstigen Fall mehrere Werktage.

Vor jeder Reise sollten Urlauber außerdem prüfen, wie lange der Pass noch gültig sein muss. Einige Länder verlangen, dass das Dokument bei der Einreise noch drei oder sechs Monate gültig ist. Ein Pass kann daher formal noch gültig sein und trotzdem nicht für die geplante Reise ausreichen.

Auch der Name auf Flugticket und Pass sollte übereinstimmen. Bei kürzlich erfolgter Heirat, Namensänderung oder abweichenden Angaben können zusätzliche Nachweise erforderlich werden.

Digitale Identitäten werden klassische Reisedokumente auf absehbare Zeit nicht vollständig ersetzen. Für den internationalen Grenzübertritt bleibt der physische Reisepass entscheidend. Die einfachste Lösung ist daher weiterhin, das Ablaufdatum mehrere Monate vor der Reise zu kontrollieren und im Kalender zu vermerken.

Business Punk Check

Der Express-Reisepass ist kein Behörden-Hack, sondern ein regulärer Pass mit beschleunigter Produktion. Die drei Werktage sind eine übliche Bearbeitungsfrist, aber keine Garantie für jede denkbare Konstellation.

Wer erst am Flughafen feststellt, dass sein Pass abgelaufen ist, wird auch vom Expressverfahren nicht gerettet. Entscheidend ist, ob noch mehrere Werktage bis zur Abreise bleiben und ob das Bürgeramt kurzfristig einen Termin anbietet.

Der vorläufige Reisepass klingt nach der schnelleren und günstigeren Alternative, ist international aber deutlich weniger flexibel. Besonders für Reisen in die USA kann er ohne bereits vorhandenes Visum praktisch wertlos sein.

Für Reisende bleibt die wirtschaftlich sinnvollste Strategie banal: rechtzeitig prüfen. Wer mehrere Monate vor Ablauf einen Termin vereinbart, spart den Expresszuschlag, vermeidet Umbuchungskosten und muss seine Reise nicht von der Auslastung eines Bürgeramts abhängig machen.

Auf einen Blick

  • Ein Express-Reisepass ist in Deutschland in der Regel innerhalb von drei Werktagen abholbereit, wenn die Bestellung bis 12 Uhr beim Passhersteller eingeht.
  • Der Expresspass kostet ab 24 Jahren 102 Euro und unter 24 Jahren 69,50 Euro. Für die Variante mit 48 Seiten kommen weitere 22 Euro hinzu.
  • Ein vorläufiger Reisepass kostet 26 Euro, wird aber nicht von allen Staaten für die visumfreie Einreise anerkannt.
  • Für die USA ist mit einem vorläufigen Reisepass kein ESTA möglich. Kanada akzeptiert das Dokument grundsätzlich.
  • Seit Mai 2025 werden bei deutschen Bürgerämtern grundsätzlich nur noch digital übermittelte biometrische Passbilder verwendet.

Quellen

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