Business & Beyond Robotaxis: Moove zündet die nächste Stufe

Robotaxis: Moove zündet die nächste Stufe

Mit 250 Millionen Dollar frischem Kapital und einer Bewertung von 2,1 Milliarden Dollar greift Moove nach einer Schlüsselrolle im Robotaxi-Markt. Das Unternehmen will nicht nur Fahrzeuge verwalten, sondern langfristig die Infrastruktur liefern, auf der autonome Mobilität überhaupt erst skaliert.

Was einst als Finanzierungsplattform für Fahrer begann, entwickelt sich rasant zum Betreiber der Fahrzeugflotten von morgen. Genau diese Erfahrung im Management großer Fuhrparks soll jetzt zum entscheidenden Vorteil im Rennen um autonome Mobilität werden.

Vom Finanzierer zum Robotaxi-Player

Mooves Entwicklung vom Fahrzeugfinanzierer für Gig-Worker in Afrika hin zu einem Unternehmen, das künftig selbst autonome Fahrzeugflotten besitzen will, wirkt auf den ersten Blick wie ein radikaler Kurswechsel. Für Mitgründer und Co-CEO Ladi Delano ist genau dieser Weg jedoch die perfekte Vorbereitung gewesen. Die Erfahrung mit Finanzierung, Betrieb und Management großer Ride-Hailing-Flotten habe das Fundament geschaffen, um jetzt in das Robotaxi-Geschäft einzusteigen. Rückenwind gibt eine neue Finanzierungsrunde über 250 Millionen US-Dollar, die das Unternehmen mit 2,1 Milliarden Dollar bewertet.

Milliardenbewertung dank starker Investoren

Gegründet wurde Moove 2020 in Nigeria, heute sitzt das Unternehmen in Dubai. Die aktuelle Series-C-Finanzierung wird von Mubadala Investment Company angeführt, während Woven Capital und Ion Pacific als Co-Lead-Investoren auftreten.

Das Kerngeschäft bleibt auf der Straße

Trotz des Robotaxi-Fokus bleibt das klassische Geschäft ein zentraler Pfeiler. Moove besitzt und betreibt nach eigenen Angaben eine Ride-Hailing-Flotte mit rund 42.000 Fahrzeugen in 14 Ländern. Weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 3.300 Mitarbeiter und bietet weiterhin Fahrzeugfinanzierungen für Fahrer in der Gig-Economy an.

Warum autonome Fahrzeuge perfekt ins Konzept passen

Der Einstieg in autonome Mobilität begann Anfang 2023. Moove analysierte die noch junge Branche und identifizierte vier zentrale Akteure: Entwickler autonomer Systeme, Fahrzeughersteller, Plattformen wie Uber und die Endkunden. Dabei fiel laut Delano vor allem eines auf: Niemand wolle am Ende die Fahrzeuge selbst besitzen und betreiben. Genau dort sah Moove seine Chance. Das Unternehmen verfüge bereits über die Erfahrung, große Fahrzeugflotten zu finanzieren, zu warten und effizient zu steuern. Fragen wie Wartung, Reinigung, Servicelogistik oder der Umgang mit Fundsachen gehörten längst zum Tagesgeschäft. Deshalb entschied sich Moove, ein Modell aufzubauen, bei dem das Unternehmen autonome Fahrzeuge besitzt, betreibt und den gesamten Betrieb organisiert – gemeinsam mit starken Technologiepartnern.

Partnerschaft mit Waymo als Türöffner

2023 begann Moove Gespräche mit nahezu allen relevanten Entwicklern autonomer Fahrzeuge. Den ersten großen Coup landete das Unternehmen mit Waymo. Heute übernimmt Moove den Flottenbetrieb für Waymo in Phoenix, Miami und Las Vegas sowie künftig auch in London. Aktuell besitzt Moove die eingesetzten Waymo-Fahrzeuge noch nicht selbst. Langfristig soll sich das ändern. Mithilfe von Fremdkapital will das Unternehmen künftig Robotaxis erwerben und so zum Eigentümer großer autonomer Fahrzeugflotten werden. Einen konkreten Zeitplan nannte Delano allerdings nicht. Er bestätigte jedoch, dass Moove bereits Robotaxis eines anderen Entwicklers besitzt, ohne dessen Namen zu nennen. Das große Ziel ist klar: Hunderttausende autonome Fahrzeuge sollen künftig unter dem Dach von Moove betrieben werden.

Frisches Kapital für die nächste Ausbaustufe

Die neuen Finanzmittel sollen vor allem den Ausbau des Geschäfts rund um autonome Fahrzeugflotten finanzieren. Dafür plant Moove die Einstellung von rund 350 weiteren Mitarbeitern. Gleichzeitig erwartet Delano, dass das traditionelle Mobilitätsgeschäft noch in diesem Jahr vollständig profitabel arbeitet.

Vollautomatische Depots als Zukunftsvision

Ein Teil des Kapitals fließt außerdem in sogenannte „Nests“ – hochautomatisierte Depots, die rund um die Uhr arbeiten sollen. Mithilfe von Robotik sollen dort Ladevorgänge, Wartung, Reinigung und Service weitgehend ohne menschliches Eingreifen erfolgen. Nach Angaben des Unternehmens befinden sich derzeit etwa 15 dieser Standorte in unterschiedlichen Entwicklungsphasen. Wann die vollständig automatisierten, praktisch menschenleeren Depots tatsächlich den Betrieb aufnehmen, ließ Delano offen. Noch handelt es sich um ein Zukunftsprojekt – allerdings um eines, das perfekt zur Vision passt: Moove will nicht einfach beim Robotaxi-Boom mitfahren, sondern zur unverzichtbaren Schaltzentrale der gesamten Branche werden.

Breite Unterstützung durch namhafte Geldgeber

Neben Mubadala Investment Company, Woven Capital und Ion Pacific beteiligen sich auch zahlreiche weitere Investoren an der Finanzierungsrunde. Dazu gehören unter anderem BlueCrest Capital Management, Sona Asset Management, Raptor Group, BlackRock, MUFG, Franklin Templeton, Uber, Left Lane, Silverbacks Holdings, Square Associates, The Latest Ventures, Endeavor Catalyst sowie der Ontario Power Generation Pension Plan.

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