Business & Beyond Daimler Truck: Gewinn-Crash trotz Vollgas

Daimler Truck: Gewinn-Crash trotz Vollgas

Der Gewinn von Daimler Truck ist im zweiten Quartal um satte 48 Prozent auf 128 Millionen Euro abgestürzt – ein echter Dämpfer. Doch der Konzern hebt trotzdem die Jahresprognose an, weil die USA stärker laufen und Zölle künftig weniger drücken.

Der Nutzfahrzeughersteller steckt tief in der Zwickmühle: Einerseits belasten Zölle und ein schwaches Industriegeschäft die Bilanz, andererseits steigen Absatz und Umsatz. Karin Rådström, Konzernchefin, bleibt optimistisch und setzt auf Nordamerika sowie Kostensenkungen.

Gewinn crasht um 48 Prozent

Das Konzernergebnis sackte im Vergleich zum Vorjahresquartal von 245 Millionen auf nur noch 128 Millionen Euro ab – ein harter Schlag für den Dax-Konzern. Hauptbelastung sind weiterhin Zölle, die sich „weiterhin belastend auf die Profitabilität ausgewirkt“ haben, wie das Unternehmen mitteilte. Trotz dieses Einbruchs konnte der Umsatz um fünf Prozent auf rund 12,3 Milliarden Euro gesteigert werden, was zeigt, dass die Nachfrage grundsätzlich da ist.

Operatives Ergebnis unter Druck

Das operative Ergebnis (Ebit) ging um neun Prozent auf 360 Millionen Euro zurück, im Industriegeschäft fiel das Minus mit 20 Prozent sogar noch deutlicher aus. Diese Zahlen spiegeln die anhaltenden Herausforderungen wider, mit denen Daimler Truck insbesondere in Europa und im globalen Umfeld konfrontiert ist. Dennoch bleibt das Unternehmen handlungsfähig und setzt auf strategische Anpassungen, um die Profitabilität wieder zu steigern.

Lichtblick: Absatz steigt um acht Prozent

Bei den Verkäufen gibt es jedoch positive Signale: Daimler Truck setzte im zweiten Quartal 86.707 Lastwagen und Busse ab – ein Plus von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dieser Anstieg zeigt, dass die Produkte nach wie vor gefragt sind und die Marktposition des Konzerns stabil bleibt. Besonders in Nordamerika läuft das Geschäft gut, was Hoffnung für die zweite Jahreshälfte macht.

Prognose angehoben – Nordamerika als Motor

Konzernchefin Karin Rådström blickt dennoch optimistisch nach vorn: „Die starke Geschäftsentwicklung bei Trucks North America, die Aussicht auf höhere Absatzzahlen und die geringere erwartete Zollbelastung im weiteren Jahresverlauf bestärken uns darin, unsere Prognose für das Gesamtjahr anzuheben.“ Der Konzern rechnet damit, dass die Gewinne in der zweiten Jahreshälfte schneller wachsen, und hat seine Jahresprognose bereits angepasst. Diese Entscheidung unterstreicht das Vertrauen in die eigene Strategie und die Fähigkeit, trotz aktueller Herausforderungen langfristig erfolgreich zu sein.

Schock folgt auf Schock – Sparprogramm läuft

Dabei steckt Daimler Truck schon länger in schwierigem Fahrwasser: Bereits 2025 war der Gewinn um 34 Prozent auf zwei Milliarden Euro eingebrochen, im ersten Quartal dieses Jahres folgte dann der nächste Schock mit einem Gewinnrückgang von satte 80 Prozent. Um wieder wettbewerbsfähiger zu werden, läuft bereits das milliardenschwere Sparprogramm „Cost Down Europe“. Bis 2030 sollen die laufenden Kosten in Europa um mehr als eine Milliarde Euro sinken, wofür allein in Deutschland rund 5000 Stellen gestrichen werden – vor allem bei der Lkw-Marke Mercedes-Benz. Auch in Nordamerika will der Konzern den Rotstift ansetzen, um die Effizienz weiter zu erhöhen.

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