Tech & Trends Google Ads und Analytics: Wenn die KI die Fragen schon vorwegnimmt

Google Ads und Analytics: Wenn die KI die Fragen schon vorwegnimmt

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Google erweitert Ads und Analytics um Ask Advisor und neue KI-gestützte Analysefunktionen, noch in Englisch und Beta.

Wer bisher in Google Analytics nach dem Grund für einen plötzlichen Traffic-Einbruch suchte, klickte sich durch Dashboards, Filter und Segmente. Google will diesen Umweg nun überflüssig machen.

Mit dem sogenannten Ask Advisor bekommt das Werbe- und Analyse-Ökosystem des Konzerns einen Agenten, der Fragen zur Marketing-Performance direkt beantworten soll, so t3n. Googles Shane Holland nennt das Tool einen „agentic Gamechanger“, ein selbstbewusstes Label für eine Funktion, die noch in der Beta-Phase steckt und zunächst nur auf Englisch läuft. Der Agent ist dabei kein isoliertes Feature, sondern die gemeinsame Basis für mehrere neue Funktionen in Ads, Analytics, im Merchant Center und auf der Google Marketing Platform, die alle auf dieselbe Datenbasis zugreifen.

Analytics bekommt eine Frühwarnfunktion mit KI-Erklärung

Kern der Neuerung sind AI-Overviews, die oben auf der Analytics-Startseite auffällige Entwicklungen seit dem letzten Login zusammenfassen, etwa einen Sales-Sprung oder eine ungewöhnliche Traffic-Kurve. Nutzer können sich diese Updates per Push-Nachricht oder Mail zuschicken lassen, in selbst gewählten Abständen und aufgeschlüsselt nach einzelnen Datensegmenten.

Der eigentliche Clou liegt im nächsten Schritt: Ein Klick auf die Übersicht führt direkt zum Ask Advisor, der laut t3n nicht nur erklärt, wie eine Entwicklung entstanden sein könnte, sondern auch konkrete Handlungsschritte vorschlägt. Aus einer passiven Reporting-Oberfläche wird damit ein Werkzeug, das Kausalzusammenhänge herstellt, ohne dass Nutzer selbst Filter setzen müssen. Für Teams, die Analytics bislang eher reaktiv nutzten, verschiebt sich damit der Charakter des Tools: von der Datenhalde zum Frühwarnsystem, das aktiv auf Auffälligkeiten hinweist, statt darauf zu warten, gefragt zu werden.

Ads-Insight-Karten liefern Wettbewerbsvergleiche auf Zuruf

Auch Google Ads bekommt eine sichtbare Erweiterung: individuelle Insight-Karten, über eine Prompt-Box bedienbar und vorerst ebenfalls nur in der englischen Betaversion. Wer wissen will, wie die eigene Kampagne im Branchenvergleich abschneidet, kann das den Ask Advisor direkt fragen, etwa nach dem Abschneiden gegenüber ähnlichen Unternehmen.

Der Gemini-gestützte Agent liefert dann laut t3n nicht nur eine Antwort, sondern schlägt automatisch Folgefragen vor, die zur Performance-Steigerung beitragen sollen. Diese Wettbewerbsanalyse basiert auf anonymisierten Durchschnittsdaten vergleichbarer Firmen, ein Detail, das für viele Werbetreibende bislang schlicht nicht zugänglich war. Damit verschiebt sich ein Stück Marktwissen, das früher Agenturen oder teure Tools vorbehalten war, direkt in die Bedienoberfläche des eigenen Ads-Kontos, allerdings weiterhin kuratiert von Google selbst.

Visuelle Dashboards sollen Pitches und Reportings vereinfachen

Zu den weiteren Kernfeatures zählen personalisierbare Dashboards mit visuellem Reporting, die Google-Ads-Konten auf der Plattform X als Highlight bewarben. Die Dashboards starten zunächst in der Ads-Betaversion auf Englisch; Analytics folgt später. Die Funktion verwandelt einen simplen Datensatz per Sprachprompt in eine Visualisierung, ergänzt um eine Echtzeitzusammenfassung mit Ursachen und Zusammenhängen.

Für Reporting-Meetings und Kundenpitches kann das Zeit sparen, weil Marketer nicht mehr selbst Diagramme bauen müssen, sondern sie beschreiben. Gleichzeitig zeigt der Rollout-Zeitplan, dass Google die Funktionen erst in überschaubaren Nutzergruppen testet, bevor sie in die Breite gehen. Wie t3n-Autor Niklas Lewanczik festhält, hält die agentische Entwicklung damit „zusehends Einzug“ in zwei der zentralen Werkzeuge der Marketing-Branche.

Business Punk Check

Fakt ist: Google testet mit Ask Advisor, AI-Overviews und visuellen Dashboards mehrere agentische KI-Funktionen in Ads und Analytics, bislang in Beta und auf Englisch beschränkt, wie t3n berichtet.

Die Einordnung als „Gamechanger“ stammt von Google selbst und ist damit Eigenwerbung, kein unabhängiger Befund. Offen bleibt, wie zuverlässig die automatisierten Ursachenerklärungen tatsächlich sind und ob Werbetreibende Entscheidungen künftig ungeprüft an einen Agenten delegieren, der auf aggregierten Daten operiert.

Auf einen Blick

  • Google führt mit dem Ask Advisor einen KI-Agenten für Google Ads und Analytics ein, der Fragen zur Marketing-Performance direkt beantwortet.
  • Neue AI-Overviews in Analytics fassen auffällige Entwicklungen seit dem letzten Login zusammen und verlinken zur Detailanalyse.
  • Insight-Karten in Google Ads ermöglichen Wettbewerbsvergleiche mit anonymisierten Branchendaten per Prompt.
  • Personalisierbare, visuelle Dashboards sollen Reporting und Pitches erleichtern, starten aber zunächst nur in Englisch und Beta.

Quellen: t3n, Galineo, Xpose360, Blog

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