Der Weg zu besserer Leistung geht nicht über mehr Arbeitszeit.
Ein langer Arbeitstag ist noch kein produktiver Arbeitstag. Trotzdem wird Leistung häufig daran gemessen, wie lange wir in Firma, Betrieb oder am Arbeitsplatz verbringen. Roland Reinheimer, CEO von Epassi Deutschland, plädiert für einen anderen Blick: Wer mehr Leistung erwartet, muss sich auch darum kümmern, dass Menschen langfristig leistungsfähig bleiben.
Es gibt Arbeitstage, an denen nach 8 Stunden erstaunlich wenig geschafft ist. Und es gibt Tage, an denen 5 konzentrierte Stunden reichen, um einiges wegzuarbeiten. Eigentlich eine banale Erfahrung – in der Debatte rund um Produktivität gerät sie schnell in Vergessenheit.
Mehr Arbeitszeit führt nicht automatisch zu mehr Leistung. Wer konzentriert arbeitet und genügend Energie hat, kann darin viel schaffen. Wer seit Wochen auf Reserve läuft, wird durch weitere 60 Minuten kaum produktiver. Die Stempeluhr misst Anwesenheit, doch über Leistung sagt sie wenig.
Deshalb sollten wir stärker über Arbeitsfähigkeit sprechen. Der Begriff klingt sperrig, beschreibt aber etwas sehr Alltägliches: Wie gut kann ich meinen Job heute machen, und wie lange kann ich das gesund durchhalten?
Dass diese Frage auch wirtschaftlich relevant ist, zeigen die Zahlen: 2024 belief sich die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall laut Institut der deutschen Wirtschaft auf rund 82 Milliarden Euro. Beschäftigte kamen im Schnitt auf 22,3 Fehltage. Gleichzeitig berichten 86 % der Personalentscheider von Problemen bei der Stellenbesetzung. Diese Zahlen werden häufig getrennt diskutiert, dabei gehören sie eng zusammen. Wer Fachkräfte sucht, sollte deshalb auch darauf schauen, wie die Menschen gesund und leistungsfähig bleiben, die bereits da sind. Arbeitsfähigkeit beginnt lange vor der Krankmeldung.
Grenzen der Leistung gelten auch im Job
Was das konkret bedeutet, kennt jeder aus dem eigenen Alltag. Nach einer Nacht mit wenig Schlaf fällt die Konzentration schwerer. Nach einem langen Tag hilft manchmal eine Runde Sport, manchmal ein Spaziergang, manchmal schlicht eine Pause. Menschen haben unterschiedliche Wege, ihre Akkus wieder aufzuladen.
Im Sport ist das selbstverständlich. Wer immer nur Belastung erhöht und seinem Körper keine Pause gönnt, dessen Leistung sinkt irgendwann. Im Job gelten dieselben körperlichen Grenzen. Bewegung, Erholung und Prävention können dazu beitragen, dass wir leistungsfähig und motiviert bleiben und unsere Energie zurückgewinnen. Das ist gerade in einer Arbeitswelt relevant, in der sich ohnehin vieles verändert. Künstliche Intelligenz, Automatisierung und neue Prozesse verändern ganze Berufsbilder. Wer diesen Wandel erfolgreich gestalten will, braucht Menschen mit genügend Energie für den Weg.
Benefits müssen im Alltag ankommen
Genau an dieser Stelle werden Mitarbeiter-Benefits interessant. Sie geben Unternehmen die Möglichkeit, ihre Mitarbeitende auch jenseits des unmittelbaren Arbeitsplatzes zu unterstützen. Richtig eingesetzt schaffen sie Angebote, die Bewegung, Gesundheit und andere Bedürfnisse im Alltag leichter zugänglich machen. Davon profitieren beide Seiten: Mitarbeitende bekommen Unterstützung, die für sie einen echten Wert hat. Unternehmen stärken damit die Voraussetzungen für Leistungsfähigkeit und Mitarbeiterbindung.
Wie wichtig dieser zweite Punkt ist, zeigt die Great Employee Benefits Study 2026: 39 % der Beschäftigten in Deutschland würden einen Job wegen eines schlechten Benefit-Pakets ablehnen. Bei der Gen Z sind es sogar 54 %. In der Ausgabe von 2025 haben 72 % angegeben, sich durch Benefits körperlich gestärkt gefühlt zu haben, 65 % sprachen von einer besseren Work-Life-Balance.
Benefits sind damit längst mehr als ein Extra auf der Karriereseite. Sie entscheiden mit darüber, wie attraktiv ein Arbeitgebender ist und ob Menschen gerne bleiben. Ihre Wirkung hängt allerdings an einer einfachen Voraussetzung: Sie müssen zum Leben der Menschen passen. Ein Benefit, den kaum jemand nutzt, hilft weder dem Mitarbeitenden noch dem Unternehmen. Und genau deshalb reicht es nicht, möglichst viele Angebote auf eine Liste zu schreiben. Entscheidend ist, ob sie im Alltag tatsächlich ankommen.
Jeder braucht etwas anderes
Was im Alltag ankommt, ist allerdings höchst individuell. Ein Schichtarbeiter hat andere Bedürfnisse als jemand mit flexiblem Home-Office. Für den einen gehört der Besuch im Fitnessstudio zur festen Wochenroutine, der nächste fährt gerne mit dem Rad zur Arbeit. Andere legen Wert auf Ernährung, Mobilität oder finanzielle Vorteile. Ein Benefit kann noch so gut gemeint sein: Wenn er nicht zum eigenen Leben passt, wird er kaum genutzt.
Genau deshalb denken wir Benefits bei Epassi bewusst breit. Epassi bündelt unterschiedliche Mitarbeiter-Benefits auf einer Plattform und baut das Angebot in Deutschland weiter aus. Für Mitarbeitende entsteht so mehr Auswahl und für Unternehmen eine zentrale Lösung für unterschiedliche Bedürfnisse.
Denn auch Bedürfnisse bleiben nicht gleich. Was mit 25 attraktiv ist, muss mit 45 nicht mehr passen. Ein Umzug, Kinder oder ein neuer Arbeitsweg können verändern, welchen Benefit jemand wirklich gebrauchen kann. Ein gutes Angebot muss diese unterschiedlichen Lebensrealitäten abbilden können.
Entscheidend ist deshalb weniger, wie lang die Benefit-Liste eines Arbeitgebenden ist. Entscheidend ist, ob Mitarbeitende darin etwas finden, das für ihr Leben einen echten Wert hat. Wahlfreiheit ist kein nettes Extra, sondern die Voraussetzung dafür.
Bewegung muss zum Leben passen
Wie das konkret aussehen kann, zeigt Epassi Sports. Auch bei Bewegung unterscheiden sich die Vorlieben erheblich. Manche trainieren regelmäßig im Studio, gehen schwimmen, bouldern oder zum Yoga. Andere bewegen sich lieber unabhängig von festen Orten und Zeiten.
Epassi Sports übersetzt diesen Gedanken in 2 Module: ein breites Sport- und Wellbeing-Netzwerk sowie Activity Rewards, die Alltagsbewegung wie Spazieren oder Radfahren mit Gutscheinen belohnen. Zwischen beiden Modulen kann regelmäßig gewechselt werden. Der Gedanke dahinter lässt sich auf Benefits insgesamt übertragen: Mitarbeiter sollten ihren Alltag nicht an ein Angebot anpassen müssen. Ein gutes Angebot passt zu ihrem Alltag.
Was am Ende zählt
Die Diskussion über Produktivität wird uns weiter begleiten. Dabei sollten wir uns davor hüten, Leistung vor allem in Stunden zu messen. Für Unternehmen ist entscheidend, was Menschen während dieser Stunden leisten können und ob sie dazu auch langfristig in der Lage sind.
Mitarbeiter-Benefits können dabei einen konkreten Beitrag leisten. Sie erreichen Menschen in ihrem Alltag und können Angebote schaffen, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit unterstützen. Gleichzeitig können sie die Bindung an den Arbeitgebenden stärken. Voraussetzung ist, dass sie relevant sind, Wahlfreiheit bieten und tatsächlich genutzt werden.
Für mich gehört das zu einem zeitgemäßen Verständnis von Arbeit. Wir investieren viel in KI, Automatisierung und effizientere Prozesse. Genauso ernst sollten wir die Frage nehmen, was die Menschen brauchen, die mit diesen Technologien arbeiten und den Wandel jeden Tag umsetzen. Zusätzliche Arbeitszeit lässt sich beschließen. Zusätzliche Produktivität nicht.
Der Autor
Roland Reinheimer ist CEO von Epassi Deutschland – ein Visionär mit klarem Blick für innovative Lösungen, der das Unternehmen entschlossen voranbringt. Sein Ziel: Wellbeing & Fitness Benefits in Unternehmen raus aus der Nische und rein in den Alltag bringen – flexibel, einfach, ohne erhobenen Zeigefinger. Gemeinsam mit seinem Team sorgt er dafür, dass Employee-Wellbeing zum Arbeitsalltag ganz selbstverständlich dazugehört. Vor seinem Engagement bei Epassi Deutschland hat Roland Reinheimer in Weltkonzernen wie HP und Canon große Vertriebsorganisationen geleitet.