Waymo-Robotaxi in München: Die Allianz wettet aufs Risiko
Waymo bringt Robotaxis nach München und Berlin, die Allianz übernimmt die Versicherung. Ein Deal, der zeigt, wer beim autonomen Fahren wirklich Geld verdienen will.
Waymo hat seine Pläne für einen Robotaxi-Start in München bestätigt und arbeitet laut einem Bericht des Spiegel an einem zeitgleichen Start in Berlin. Parallel dazu hat sich der Google-Ableger mit der Allianz zusammengetan, die künftig die autonome Flotte in Europa versichert.
Der Deal verrät mehr über die eigentliche Machtfrage der Verkehrswende als jede Marketing-Ankündigung: Wer trägt das Risiko, wenn Maschinen fahren?
Allianz sichert sich early Mover-Vorteil
Die auf drei Jahre angelegte Partnerschaft zwischen Waymo und Allianz Partners umfasst laut Handelsblatt mehr als klassische Kfz-Versicherung. Die beiden Unternehmen wollen gemeinsame Modelle für Risikobewertung, Schadenmanagement und Sicherheitsforschung entwickeln. Die Allianz-Einheit Solvd soll dabei eine weitgehend digitale Schadenabwicklung aufbauen, bei der Daten direkt aus dem Fahrzeug kommen.
Tomas Kunzmann, Vorstand von Allianz Partners, brachte die Motivation gegenüber dem Handelsblatt auf den Punkt: „Die neue Welt des autonomen Fahrens ist nicht aufzuhalten. Wir wollen als Allianz unbedingt Teil davon sein“, so Kunzmann demnach. Nach seiner Einschätzung verlaufen in der Autobranche zwei Entwicklungen parallel: Assistenzsysteme wie Spurhalteassistenten unterstützen Fahrer, während komplett fahrerlose Systeme gleichzeitig entstehen. Beide Wege würden sich aufeinander zubewegen.
München als Testlabor Europas
Waymo hat bereits im August seinen Deutschlandstart angekündigt, öffentlicher Betrieb ist demnach für Ende 2027 geplant. München könnte damit die erste Stadt Kontinentaleuropas werden, in der fahrerlose Autos Passagiere befördern.