Waymo-Robotaxi in München: Die Allianz wettet aufs Risiko
Voraussetzung sind aber noch Genehmigungen: Waymo hat beim Kraftfahrt-Bundesamt eine Betriebserlaubnis für autonomes Fahren der Stufe 4 beantragt, zusätzlich müssen Bayern und Berlin das jeweilige Fahrgebiet freigeben. Konkurrenz kommt von mehreren Seiten. Uber, Lyft, das britische Start-up Wayve sowie die chinesischen Anbieter Baidu und Pony.ai drängen ebenfalls in den Markt, während Tesla und Volkswagen eigene Pläne verfolgen, bislang aber weniger weit sind.
Sicherheitsdaten mit Interessenkonflikt
Waymo verweist demnach darauf, dass seine Fahrzeuge in bisherigen Einsatzgebieten 94 Prozent weniger Unfälle mit schweren Verletzungen verursachen als menschliche Fahrer.
Die Zahl stammt vom Unternehmen selbst und bezieht sich auf die bestehenden US-Märkte, nicht auf europäische Bedingungen. Gleichzeitig warnen Verkehrsforscher und Kommunalpolitiker, dass Robotaxis Bus und Bahn Fahrgäste abziehen könnten, während Leerfahrten ohne Passagiere den Verkehr zusätzlich belasten.
Business Punk Check
Die Allianz steigt nicht aus Nächstenliebe bei Waymo ein. Wer als erster Versicherer belastbare Schadendaten für autonome Flotten sammelt, baut sich einen Datenvorsprung auf, den Wettbewerber Jahre später erst aufholen müssen. Die 94-Prozent-Zahl zu Unfallreduktion stammt von Waymo selbst und bezieht sich auf US-Städte mit anderer Verkehrsdichte, andere Straßenbahnen und Fußgänger-Choreografien als in München oder Berlin sind damit nicht abgebildet.
Für Entscheider in Mobilität und Versicherungswirtschaft zählt jetzt weniger die Marketing-Zahl als die Frage, wie belastbar die Genehmigungsprozesse beim Kraftfahrt-Bundesamt und den Landesbehörden tatsächlich laufen. Wer früh in Risikomodellierung für autonome Flotten investiert, sichert sich Zugang zu Daten, die später über Prämien und Marktanteile entscheiden. Wer abwartet, überlässt genau dieses Datenmonopol den Erstmovern.
Auf einen Blick
- Waymo hat den Robotaxi-Start in München bestätigt und arbeitet demnach-Bericht an einem zeitgleichen Start in Berlin.
- Die Allianz-Tochter Allianz Partners versichert künftig im Rahmen einer Dreijahrespartnerschaft die autonome Waymo-Flotte in Europa.
- Waymo verweist auf 94 Prozent weniger Unfälle mit schweren Verletzungen in bisherigen US-Einsatzgebieten, eine unternehmenseigene Zahl ohne Europa-Bezug.
- Betrieb und Fahrgebiete brauchen noch Genehmigungen vom Kraftfahrt-Bundesamt sowie den Landesbehörden in Bayern und Berlin.
Quellen: n-tv.de, Handelsblatt, KI-unterstützt