10,8 Prozent Marktanteil: China wird zum ernsten Problem für VW & Co.
BYD, Chery, Geely, Leapmotor und SAIC steigern ihren EU-Marktanteil auf 10,8 Prozent im August. Deutsche Hersteller verlieren Boden, die Zollrufe werden lauter.
Fünf chinesische Marken kontrollierten im August bereits 10,8 Prozent des EU-Automarkts, gut vier Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor, wie aus der Statistik des Herstellerverbands ACEA hervorgeht. BYD, Chery, Geely, Leapmotor und SAIC (mit MG) haben von Januar bis August zusammen gut 725.000 Elektro- und Hybridautos verkauft, ein Plus von zwei Dritteln gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie die WirtschaftsWoche berichtet. Der Gesamtmarkt wuchs im selben Zeitraum nur um 5,3 Prozent auf 7,55 Millionen Neuzulassungen.
Die Wachstumsraten der chinesischen Hersteller übertreffen den Markttrend damit deutlich. Besonders BYD sticht heraus: Der Konzern konnte seinen Marktanteil laut heise von 0,9 auf 2,4 Prozent mehr als verdoppeln. Chery legte von 0,5 auf 1,5 Prozent zu, SAIC von 1,9 auf 2,2 Prozent.
Deutsche Hersteller verlieren Boden
BMW, Volkswagen Group, Mercedes-Benz und Opel steigerten ihre Auslieferungen im Jahresverlauf nur um 2,6 Prozent auf 3,1 Millionen Fahrzeuge, wie die WirtschaftsWoche meldet. Ihr gemeinsamer Marktanteil sank auf 41 Prozent, etwa einen Prozentpunkt weniger als vor Jahresfrist. Volkswagen selbst verkaufte im Juli und August jeweils rund drei Prozent weniger Autos als im Vorjahr, wie heise unter Berufung auf ACEA-Zahlen schreibt.
Porsche, das in den VW-Zahlen enthalten ist, verzeichnete in den beiden Monaten Einbußen von knapp fünf beziehungsweise gut acht Prozent. BMW legte dagegen leicht zu, Mercedes-Benz steigerte die Neuzulassungen im August um über sieben Prozent. Der Konzernvergleich zeigt: Die Talsohle ist ungleich verteilt, Volkswagen trifft es besonders hart. Auffällig ist, dass Geely, zu dem laut heise auch Volvo, Polestar und das Joint-Venture Smart zählen, seinen Marktanteil mit 2,7 Prozent stabil hielt, während die reinen chinesischen Neueinsteiger deutlich zulegten.
Zoellforderungen werden lauter
Die wachsende Konkurrenz aus China setzt die ohnehin kriselnde deutsche Autoindustrie zunehmend unter Druck, wie die WirtschaftsWoche einordnet. Die Rufe nach höheren Zöllen und strengeren Auflagen für lokale Produktion in Europa werden deshalb lauter. Konkrete politische Beschlüsse nennt die Berichterstattung bislang nicht, die Debatte bleibt offen.