ElevenLabs: Darum die 22 Mrd. Dollar Bewertung trotz Sammelklage
ElevenLabs verdoppelt seine Bewertung per Mitarbeiter-Tender auf 22 Mrd. Dollar, während eine Sammelklage wegen Stimmprofilen in Illinois offen bleibt.
ElevenLabs hat ein Tender-Angebot für Mitarbeitende über 300 Mio. Dollar abgeschlossen und damit seine Bewertung auf 22 Mrd. Dollar verdoppelt. Angeführt wurde die Transaktion von Wellington und T. Rowe Price, wie TechCrunch berichtet.
Erst im Februar hatte das KI-Audio-Unternehmen bei seiner Series D eine Bewertung von elf Milliarden Dollar erreicht. Neu eingestiegen sind demnach unter anderem EQT, Goldman Sachs, GIC, OTPP, Sapphire Ventures und BDT & MSD, während Bestandsinvestoren wie Andreessen Horowitz, Lightspeed und ICONIQ erneut mitzogen. Für das inzwischen über 800 Beschäftigte zählende Unternehmen ist es bereits der zweite Secondary binnen eines Jahres, nach einem Tender bei 6,6 Mrd. Dollar im September 2025.
Ein Multiplikator von 44
Die Bewertung wirft eine Rechenfrage auf. Schätzungen aus dem Frühjahr beziffern den Jahresumsatz (ARR) von ElevenLabs auf demnach rund 500 Mio. Dollar. Bei 22 Mrd. Dollar Bewertung ergibt das einen Multiplikator von etwa 44; ein Wert, der selbst für hochfliegende KI-Start-ups ungewöhnlich hoch liegt.
Getragen wird die Bewertung laut Unternehmensangaben vor allem vom Agenten-Geschäft: Die Plattform ElevenAgents hat ihren ARR seit der Series D mehr als verdreifacht, die Agenten verarbeiten mittlerweile über 15 Millionen Gespräche pro Woche. Enterprise-Kunden wie Stripe, Deutsche Telekom und die Regierungen der Ukraine und Griechenlands machen 55 Prozent des Umsatzes aus. Eine aktualisierte Gesamt-ARR-Zahl nennt ElevenLabs in seiner Mitteilung jedoch nicht.
Konkurrenz von allen Seiten
ElevenLabs bewegt sich in einem Markt, in dem sowohl Großkonzerne als auch Spezialisten Druck machen. OpenAI und Google bauen eigene Sprachfunktionen und Voice-Cloning-Werkzeuge aus, während Anbieter wie Cartesia und Deepgram gezielt bei Latenz und Infrastruktur für Sprachagenten konkurrieren. Dass institutionelle Schwergewichte wie Wellington und T.
Rowe Price dennoch bei einem reinen Anteilsverkauf ohne frisches Kapital für das Unternehmen mitziehen, zeigt Vertrauen in die Marktposition. Ein Tender Offer bringt allerdings keine Offenlegungspflichten mit sich, wie sie eine reguläre Finanzierungsrunde erfordert; Kritiker verweisen genau darauf.
Sammelklage bleibt ungeklärt
Parallel zur Bewertungsrally läuft in Illinois eine Sammelklage von sieben Journalisten, Sprechern und Podcastern gegen ElevenLabs. Sie werfen dem Unternehmen vor, ohne Einwilligung biometrische Stimmprofile aus öffentlich verfügbaren Aufnahmen extrahiert und für das Training kommerzieller Modelle genutzt zu haben, demnach.
Grundlage ist das Biometric Information Privacy Act des Bundesstaates. Ähnliche Klagen richten sich auch gegen Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Microsoft und Nvidia. ElevenLabs hat sich zu den Vorwürfen in seiner Mitteilung zur Bewertung nicht geäußert, das Verfahren ist offen. Medienberichten zufolge peilt das Unternehmen einen Börsengang innerhalb von zwei bis drei Jahren an.
Auf einen Blick
- ElevenLabs hat ein Mitarbeiter-Tender über 300 Mio. Dollar abgeschlossen und seine Bewertung auf 22 Mrd. Dollar verdoppelt.
- Angeführt wurde die Runde von Wellington und T. Rowe Price, neu eingestiegen sind unter anderem Goldman Sachs und EQT.
- Geschätzte 500 Mio. Dollar ARR ergeben bei 22 Mrd. Dollar Bewertung einen Multiplikator von etwa 44.
- In Illinois läuft eine Sammelklage gegen ElevenLabs wegen angeblich unautorisierter Nutzung biometrischer Stimmprofile.
Quellen: TechCrunch, Trendingtopics, KI-unterstützt