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Beitragsbemessungsgrenze 2027: Gutverdiener zahlen mehr, die Kassenwahl zählt noch mehr

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Lesezeit3 Min · 511 Wörter

Der Zusatzbeitrag bleibt im Schnitt stabil, die Grenze für die Krankenversicherung springt um fast zehn Prozent. Wer gut verdient, merkt es ab Januar im Netto.

6.375 Euro im Monat. Bis zu diesem Bruttogehalt werden 2027 Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung fällig, 2026 waren es 5.812,50 Euro. Die Bundesregierung hat die neuen Rechengrößen im Oktober beschlossen. Was nach Entwarnung beim Zusatzbeitrag klingt, ist für Gutverdiener ein Aufschlag.

Die Zahlen für 2027

Die Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung steigt auf 8.850 Euro im Monat, 106.200 Euro im Jahr. In der gesetzlichen Krankenversicherung liegt sie bei 6.375 Euro im Monat, 76.500 Euro im Jahr. Die Versicherungspflichtgrenze beträgt 7.012,50 Euro im Monat, 84.150 Euro im Jahr. Das vorläufige Durchschnittsentgelt in der Rentenversicherung setzt die Regierung auf 53.452 Euro. Der Mindestlohn soll ab 1. Januar 2027 bei 14,60 Euro pro Stunde liegen.

Der Sprung bei der Krankenversicherung

Die Grenze der Krankenversicherung steigt um 562,50 Euro im Monat, das sind rund 9,7 Prozent. Der Grund steckt im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Es setzt zusätzlich 300 Euro obendrauf, über die reguläre Anpassung hinaus. Wer bereits 2026 oberhalb der alten Grenze verdiente, zahlt auf den Mehrbetrag Beiträge.

Eine eigene Rechnung zeigt die Größenordnung: Bei einem allgemeinen Satz von 14,6 Prozent und dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent ergibt der Mehrbetrag von 562,50 Euro rund 98 Euro mehr Gesamtbeitrag im Monat. Der Arbeitnehmer trägt davon etwa die Hälfte, also rund 49 Euro, im Jahr knapp 590 Euro. Der Pflegebeitrag kommt noch dazu und ist hier nicht eingerechnet.

Der Zusatzbeitrag: stabil im Schnitt, nicht bei Ihrer Kasse

Der Schätzerkreis hat den durchschnittlichen Zusatzbeitrag für 2027 mit 2,9 Prozent beziffert, unverändert zum laufenden Jahr. Tatsächlich erheben die Kassen im Schnitt etwa 3,1 Prozent, die Spanne reicht über 93 Kassen von 2,18 bis 4,39 Prozent. Bei 4.000 Euro Bruttogehalt liegen zwischen der günstigsten und der teuersten Kasse rund 88 Euro Gesamtbeitrag im Monat, der Arbeitnehmeranteil beträgt etwa 44 Euro (eigene Rechnung).

Ob es dabei bleibt, ist offen. GKV-Spitzenverbandschef Oliver Blatt verweist darauf, dass nicht alle Kassen ihre Mindestreserven gefüllt haben, so hält er steigende Zusatzbeiträge für wahrscheinlich.

Was noch aussteht

Die Verordnung ist ein Kabinettsbeschluss, der Bundesrat muss noch zustimmen. Änderungen sind laut den vorliegenden Quellen nicht zu erwarten, sicher ist die Zahl erst nach dem Votum.

Business Punk Check

Die große Zahl des Herbstes ist nicht der stabile Durchschnitt, sondern die Grenze. Ein Zusatzbeitrag, der im Schnitt gleich bleibt, tröstet nur Menschen, die genau den Durchschnitt zahlen. Wer über 5.812,50 Euro verdient, bekommt 2027 eine höhere Rechnung, ohne dass sich der Satz ändert.

Prüfen Sie vor dem Jahreswechsel, ob Ihre Kasse den Zusatzbeitrag erhöht, und rechnen Sie die Spanne für Ihr Gehalt durch. Und planen Sie die Lohnnebenkosten für Ihr Team mit der neuen Grenze, nicht mit dem Satz.

Auf einen Blick

  • Die Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung steigt 2027 auf 6.375 Euro im Monat, nach 5.812,50 Euro in 2026.
  • Die Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung liegt 2027 bei 8.850 Euro im Monat, die Versicherungspflichtgrenze bei 7.012,50 Euro.
  • Der durchschnittliche Zusatzbeitrag bleibt laut Schätzerkreis bei 2,9 Prozent, die Kassen erheben tatsächlich zwischen 2,18 und 4,39 Prozent.
  • Der Bundesrat muss die Rechengrößen-Verordnung noch bestätigen.

Quellen: Bundesregierung, krankenkassen.de, Apotheken Umschau, KI-unterstützt

Portrait Uli Weißgerber

Uli Weißgerber

Seit über 25 Jahren verbindet er Medien, Marketing und Technologie. Von Sport1.de über ProSiebenSat.1 und Bertelsmann bis zur Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle. Mit getperformance revolutionierte er das TV-Tracking und brachte Marken wie Trivago ins Fernsehen. Als Unternehmer entwickelt er mit seinem Team maßgeschneiderte Content-as-a-Serive-Lösungen und bespielt damit unter anderem digitale Plattformen wie Promipool, Buzzfeed.de und Business-Punk.com.