PwC-Studie: Top-Manager verstehen den Umbau nicht
Der Umbau läuft, aber 46 Prozent der Top-Manager verstehen ihn nicht: Beschäftigte sind laut PwC loyal, motiviert und sicher. Was fehlt, ist die Erklärung, wohin es in akuellen Transformationen geht und zwar bis in die Chefetage.
Neun von zehn Beschäftigten in Deutschland fühlen sich in ihrem Job sicher. Das ist die gute Nachricht der neuen PwC-Studie. Die schlechte steht eine Zeile tiefer: 46 Prozent der Senior Executives sagen, sie verstehen die Gründe für die aktuelle Transformation nicht gut genug.
Loyal, motiviert, sicher
PwC hat für „Workforce Hopes and Fears 2026“ im Frühjahr 1.685 Beschäftigte in Deutschland befragt. 65 Prozent sind mit ihrem Job zufrieden, 60 Prozent halten einen Arbeitgeberwechsel in den nächsten zwölf Monaten für unwahrscheinlich, 72 Prozent würden mehr leisten als erwartet. Rund 9 von 10 fühlen sich sicher. Nur 47 Prozent blicken optimistisch auf die Zukunft ihrer Organisation nach den jüngsten Veränderungen.
Die Erklärungslücke
Veränderung fällt vielen schwer: 39 Prozent finden den Wandel in ihrer eigenen Rolle schwierig, 32 Prozent verstehen seine Gründe nicht. Bei den Senior Executives sind es 46 Prozent, die die Gründe der Transformation nicht gut genug verstehen. PwC-Personalchefin Petra Raspels spricht von „einer Erklärungslücke, die sich von ganz oben durch alle Hierarchieebenen zieht“.
Was Unternehmen belohnen
Gefragt, welche Fähigkeiten im Unternehmen am meisten geschätzt werden, nennen 41 Prozent Fachwissen und 27 Prozent Fehlervermeidung und Risikominimierung. Nur 9 Prozent nennen den wirksamen Einsatz neuer Technologien wie KI. Das ist die Wahrnehmung der Befragten, kein gemessener Befund.
KI: Chefs nutzen sie, Teams weniger
53 Prozent haben KI in den letzten zwölf Monaten bei der Arbeit genutzt, 18 Prozent täglich. Bei Senior Executives sind es 79 Prozent, bei Beschäftigten ohne Führungsverantwortung 33 Prozent. Die Generation Z kommt auf 68 Prozent, die Babyboomer auf 30 Prozent. Dabei sinkt der Zugang zu Lernangeboten: 40 Prozent haben ihn, im Vorjahr waren es 55 Prozent. 57 Prozent trauen sich zu, neue Fähigkeiten zu erwerben.
Was die Zahlen nicht sagen
Die Befragung beruht auf Selbstauskünften. Ob die Beschäftigten ihre Sicherheit zu Recht fühlen, misst sie nicht. Und ob Führungskräfte den Umbau tatsächlich nicht verstehen oder ihn nur anders einordnen, lässt sich aus einer Zustimmungsfrage nicht ableiten.
Business Punk Check
Das Bild ist unbequem: Die Belegschaft liefert, der Umbau verlangt mehr Hintergründe und die Erklärung bleibt aus. Eine Organisation, in der fast die Hälfte der Top-Ebene den Grund des Wandels nicht versteht, kann ihn der Belegschaft nicht erklären. Das nennt PwC Erklärungslücke, im Alltag heißt es Gerüchteküche.
Prüfen Sie, ob Ihr Führungskreis den Umbau in zwei Sätzen erklären kann, bevor Sie eine Kampagne daraus machen. Und wenn Lernangebote schrumpfen, während KI Pflicht wird, ist das eine Führungsfrage.
Auf einen Blick
- Laut PwC „Workforce Hopes and Fears 2026“ verstehen 46 Prozent der Senior Executives die Gründe der aktuellen Transformation nicht gut genug.
- Rund 9 von 10 der 1.685 befragten Beschäftigten fühlen sich im Job sicher, 65 Prozent sind zufrieden.
- Nur 9 Prozent nennen den wirksamen Einsatz neuer Technologien wie KI als meistgeschätzte Fähigkeit, 27 Prozent nennen Fehlervermeidung.
- 79 Prozent der Senior Executives nutzten KI, aber nur 33 Prozent der Beschäftigten ohne Führungsverantwortung.
- Der Zugang zu Lernangeboten sank von 55 auf 40 Prozent.
Quellen: PwC, KI-unterstützt