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Weihnachtsgeld 2026: Wer es bekommt und wer nicht

Weihnachtsgeld ist für viele ein wichtiger Einkommensbestandteil.
Unsplash Weihnachtsgeld ist für viele ein wichtiger Einkommensbestandteil.
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Wer Weihnachtsgeld bekommt, entscheidet weniger die Leistung als der Tarifvertrag. Die Spanne zwischen den Branchen reicht von 250 bis 4.235 Euro.

Die Frage „Bekomme ich Weihnachtsgeld?“ beantwortet im Zweifel nicht der Chef, sondern der Tarifvertrag. 77 Prozent der Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben bekommen es, ohne Tarifvertrag sind es nur 41 Prozent. Das ist der größte Hebel in den Daten. Die Zahlen sind nicht ganz neu, auch das gehört zur Geschichte.

Wer bekommt es

Laut der WSI-Befragung über Lohnspiegel.de (58.119 Befragte, Daten 2025) erhalten 51 Prozent der Beschäftigten Weihnachtsgeld. Mit Tarifvertrag sind es 77 Prozent, ohne 41 Prozent. Männer kommen auf 54 Prozent, Frauen auf 48 Prozent. Im Westen erhalten es 53 Prozent, im Osten 41 Prozent. Vollzeitkräfte liegen bei 53 Prozent, Teilzeitkräfte bei 46 Prozent, unbefristet Beschäftigte bei 52 Prozent, befristet Beschäftigte bei 48 Prozent. Das WSI weist selbst darauf hin, dass die Umfrage nicht repräsentativ ist. Der DGB nutzt die 51 Prozent trotzdem als Orientierung für 2026.

Wie viel gibt es

Eine verlässliche bundesweite Durchschnittszahl für 2026 liegt noch nicht vor. Die letzten amtlichen Zahlen des Statistischen Bundesamts stammen aus 2024: Unter den tarifgebundenen Beschäftigten erhielten 85,8 Prozent eine Sonderzahlung im November oder Dezember, im Schnitt 2.987 Euro brutto. Diese Zahl ist nicht mit den 51 Prozent vergleichbar, weil sie nur tarifgebundene Beschäftigte erfasst.

Die Branchenspanne zeigt die WSI-Auswertung von 23 Branchen für die mittlere Entgeltgruppe: von 250 Euro in der bayerischen Landwirtschaft bis 4.235 Euro in der Chemieindustrie in Nordrhein. In der Energieversorgung in Nordrhein-Westfalen sind es 4.113 Euro, in der Süßwarenindustrie in Baden-Württemberg 3.900 Euro, im privaten Bankgewerbe 3.719 Euro, bei der Deutschen Bahn 3.399 Euro. Im kommunalen öffentlichen Dienst beträgt die Sonderzahlung 85 Prozent des Monatsentgelts, in bestimmten unteren Entgeltgruppen kommunaler Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen 90 Prozent.

Warum Ost und West auseinanderliegen

In einzelnen Branchen unterscheiden sich die tariflichen Beträge zwischen Ost und West um mehrere hundert Euro. Im Bauhauptgewerbe liegt die Lücke in manchen Tarifmodellen über 1.000 Euro zugunsten der Westbeschäftigten.

Was 2026 anders ist

Die Tariflöhne steigen 2026 im Schnitt um 3,1 Prozent, so das WSI-Tarifarchiv im August. Das kann Weihnachtsgelder erhöhen, die an das Monatsentgelt gekoppelt sind. Die Löhne in der Zeitarbeit stiegen zum 1. September 2026 um 2,5 Prozent.

Business Punk Check

Weihnachtsgeld ist kein Leistungsbonus, sondern ein Tarifvertrags-Bonus. Die Daten zeigen: Wer in einem tarifgebundenen Betrieb arbeitet, hat deutlich bessere Karten, egal, wie gut er ist. Dass Frauen, Teilzeitkräfte und Ostdeutsche seltener Weihnachtsgeld bekommen, zeigen die Daten. Warum das so ist, sagen sie nicht.

Wer ohne Tarifbindung Fachkräfte halten will, sollte die Sonderzahlung offen regeln, statt sie als Gnade zu verkaufen. Und wer Weihnachtsgeld streichen möchte, sollte vorher prüfen, was der Tarifvertrag der Branche vorsieht, und ehrlich rechnen, was der Verlust bei der Bindung der Leute kostet.

Auf einen Blick

  • Laut WSI-Befragung bekommen 51 Prozent der Beschäftigten Weihnachtsgeld, mit Tarifvertrag 77 Prozent, ohne 41 Prozent.
  • Männer erhalten es zu 54 Prozent, Frauen zu 48 Prozent, im Westen zu 53 Prozent, im Osten zu 41 Prozent.
  • Die Branchenspanne reicht in der mittleren Entgeltgruppe von 250 Euro in der bayerischen Landwirtschaft bis 4.235 Euro in der Chemieindustrie.
  • Tarifbeschäftigte erhielten 2024 laut Statistischem Bundesamt im Schnitt 2.987 Euro brutto Sonderzahlung.

Quellen: ms aktuell (WSI, DGB, Statistisches Bundesamt), KI-unterstützt

Portrait Uli Weißgerber

Uli Weißgerber

Seit über 25 Jahren verbindet er Medien, Marketing und Technologie. Von Sport1.de über ProSiebenSat.1 und Bertelsmann bis zur Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle. Mit getperformance revolutionierte er das TV-Tracking und brachte Marken wie Trivago ins Fernsehen. Als Unternehmer entwickelt er mit seinem Team maßgeschneiderte Content-as-a-Serive-Lösungen und bespielt damit unter anderem digitale Plattformen wie Promipool, Buzzfeed.de und Business-Punk.com.