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Telekom-Rekordzahlen: Rückkauf kauft noch keine Anlegerliebe

Magenta-farbenes Kabel Symbol für Netzausbau
Unsplash Magenta-farbenes Kabel Symbol für Netzausbau
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Lesezeit3 Min · 588 Wörter

Zwei Milliarden Euro Aktienrückkauf, höhere Dividende, angehobene Ziele und trotzdem gibt die Telekom-Aktie nach. Die Schuldenlast liefert eine Erklärung.

Die Deutsche Telekom wies für das dritte Quartal einen Umsatz von 31,1 Mrd. Euro aus, ein währungsbereinigtes Plus von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen mitteilte. Der bereinigte Konzernüberschuss stieg um 12,7 Prozent auf 3,0 Mrd. Euro, der Free Cashflow legte um 1,4 Prozent auf 5,7 Mrd.

Der Vorstand hob zugleich die Jahresziele an und kündigte ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu zwei Milliarden Euro an. Die Dividende soll um zehn Prozent auf 1,10 Euro je Aktie steigen. Getragen wird das Wachstum laut Golem unter anderem vom Boom der US-Tochter T-Mobile und einem Ansturm auf Glasfaseranschlüsse. Mit dem Rückkaufprogramm will der Konzern laut Handelsblatt den Erfolg von T-Mobile sichtbar an die eigenen Aktionäre weitergeben.

Rückkauf trifft auf Skepsis

Trotz der freundlichen Zahlen gab die Telekom-Aktie im frühen Handel am Donnerstag mehr als ein Prozent an Wert ab, wie Handelsblatt berichtet. Dividendenerhöhung und Rückkaufprogramm gehören zu den klassischen Instrumenten, mit denen Konzerne Aktionäre bei Laune halten. Dass der Kurs trotzdem fiel, deutet darauf hin, dass Anlegende die Ankündigungen offenbar nicht als ausreichendes Signal werteten.

Ein Rückkauf verknappt zwar die Zahl der Aktien, verändert aber nichts an der operativen Substanz des Konzerns. Die Marktreaktion wirft damit die Frage auf, welche Risiken die Bilanz jenseits der Gewinnzahlen noch birgt. Dass Anlegende ausgerechnet auf eine Kombination aus höherer Prognose, mehr Dividende und Rückkaufprogramm mit Kursabschlägen reagierten, passt nicht zum gewohnten Muster solcher Ankündigungen und macht die Reaktion bemerkenswert.

Schuldenberg wächst weiter

Eine mögliche Antwort liefert die Verschuldung. Die Telekom zählt laut Handelsblatt bereits zu den am höchsten verschuldeten Konzernen Deutschlands. Im Vergleich zum Jahresende stieg die Nettoverschuldung um 1,7 Mrd. Euro auf 134,2 Mrd. Euro und das trotz steigender Umsätze und Gewinne.

Diese Entwicklung relativiert den Eindruck eines reinen Erfolgsquartals. Ein Aktienrückkauf von zwei Milliarden Euro fließt nicht in den Schuldenabbau, sondern direkt an die Kapitalmärkte zurück. Für Anleger stellt sich damit die Abwägung, ob kurzfristige Ausschüttungen das mittelfristige Risiko einer wachsenden Bilanzlast aufwiegen. Gerade in einem kapitalintensiven Geschäft wie dem Glasfaserausbau bindet eine hohe Schuldenlast künftige Investitionsspielräume, selbst wenn der operative Cashflow aktuell wächst.

Wachstum mit zwei Gesichtern

Operativ zeigt sich die Telekom in robuster Verfassung: höhere Erlöse, steigender Gewinn, wachsender Free Cashflow und eine nach oben korrigierte Prognose fürs Gesamtjahr. Der Glasfaserausbau und das US-Geschäft über T-Mobile gelten als zentrale Wachstumstreiber, wie Golem berichtet. Gleichzeitig zeigt die Kapitalmarktreaktion, dass operative Stärke allein nicht genügt, um Vertrauen zu erzeugen, wenn im Hintergrund die Schuldenlast zunimmt.

Für einen Konzern, der traditionell als Dividendenwert gilt, ist diese Diskrepanz zwischen Zahlenwerk und Kursverlauf ein Signal, das Beobachtende in den kommenden Quartalen genauer verfolgen dürften. Die Zahlen zeigen damit zwei Geschichten zugleich: die eines wachsenden, profitablen Telekommunikationskonzerns und die eines Unternehmens, dessen Bilanz zunehmend von Fremdkapital geprägt wird.

Auf einen Blick

  • Die Telekom steigerte den Quartalsumsatz auf 31,1 Mrd. Euro und den bereinigten Konzernüberschuss auf 3,0 Mrd. Euro.
  • Der Konzern kündigte einen Aktienrückkauf von bis zu zwei Milliarden Euro an und erhöht die Dividende um zehn Prozent auf 1,10 Euro je Aktie.
  • Die Aktie verlor im frühen Handel dennoch mehr als ein Prozent an Wert.
  • Die Nettoverschuldung stieg binnen eines Jahres um 1,7 Mrd. Euro auf 134,2 Mrd. Euro.

Quellen: Handelsblatt, Golem, KI-unterstützt

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