She'sPunk · Ältere Mütter

Ältere Mütter erziehen schlauere Kinder

Ältere Mütter
Foto von Christian Bowen auf Unsplash
Erschienen
Aktualisiert
Lesezeit3 Min · 555 Wörter

Im Jahr 2022 lag das Durchschnittsalter von Frauen bei der Geburt ihres ersten Kindes mehr als sechs Jahre höher als noch 1990, nämlich bei 30,8 Jahren. Und diese Entwicklung könnte für die Gesellschaft und die Kinder selbst von Vorteil sein, denn: Kinder von älteren Müttern sind sozial kompetenter und noch dazu besser in Mathe.

Das ist genau das, was eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) in Zusammenarbeit mit der Universität Oldenburg herausgefunden hat. So gibt es positive Zusammenhänge zwischen dem Alter der Mutter und der kognitiven Entwicklung sowie dem Sozialverhalten des Kindes.

Kinder von Müttern über 30 sind besser in Mathe

In Bezug auf die mathematischen Kompetenzen der Kinder ist der Unterschied sehr deutlich. Sind die Mütter bei der Geburt des Kindes jünger als 30 Jahre alt, dann erzielen die Kinder unterdurchschnittlich schlechte Testergebnisse in Mathematik. Je jünger die Mütter sind, desto schlechter sind die Leistungen der Kinder.

So weisen Kinder von Müttern unter 20 Jahren in Mathe einen Kompetenzwert von ungefähr -1,1 auf, wobei 0 auf der Skala den Durchschnitt beziffert. Werte unter 0 repräsentieren auf der Skala unterdurchschnittliche Leistungen und Werte über 0 überdurchschnittliche Leistungen. Kinder von Müttern im Alter von 21 bis 23 weisen dagegen nur noch einen Kompetenzwert von beinahe -0,5 auf. Während die Kinder von Müttern im Alter von 24 bis 30 Jahren sich in einem Kompetenzbereich von fast -0,25 bis circa -0,1 bewegen, weisen die Kinder von Müttern über 30 Jahren ausschließlich positive – und damit durchschnittliche bis leicht erhöhte – Kompetenzwerte auf. Erst bei Müttern mit über 41 Jahren landet der durchschnittliche Kompetenzwert wieder knapp unter der 0.

Kinder älterer Mütter sind sozial kompetenter

Im Bereich der Sozialkompetenz sind die Unterschiede nicht ganz so deutlich, und doch sind sie vorhanden. Insbesondere, wenn die Mütter unter 20 bis 23 Jahre alt sind, weisen die Kinder schlechtere Kompetenzwerte für ihr sozial-emotionales Verhalten auf. Für diese Kinder liegt der Kompetenzwert bei -0,25.

Mütter zwischen 24 und 33 Jahren weisen zwar immer noch (leicht) negative Werte auf, diese liegen aber nur im Bereich bis circa -0,1. Mütter ab 34 hingegen bringen Kinder zur Welt, die in ihrer Sozialkompetenz durchschnittlich bis leicht erhöht sind.

Was steckt dahinter?

Dr. Mathias Huebener vom BiB und Mitautor der Studie, fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen: „Die Befunde zeigen, dass sich Kinder deutlich besser entwickeln, wenn ihre Mutter bei der Geburt kein Twen oder gar Teenager ist.” Doch deshalb die Kinderplanung nach hinten verschieben, das empfehlen die Autorinnen und Autoren der Studie keineswegs.

Denn es ist wichtig zu verstehen, was der Grund für solche Ergebnisse ist. Eine Mutterschaft in jungen Jahren bedeutet häufig niedrige Bildungsabschlüsse und geringeres Einkommen. Dass Frauen in einer späteren Lebensphase, i.d.R. höhere Bildungsabschlüsse und mehr Berufserfahrung sammeln konnten, begünstigt ein förderliches Lernumfeld für die Kinder. Ressourcen wie Einkommen, Bildungsniveau und Partnerschaftsstatus sind wichtige Faktoren für die Kindesentwicklung.

Kinder erst mit 30?

Nein, so sagen die Autorinnen und Autoren der Studie. Nicht außer Acht zu lassen ist, dass Schwangerschaften ab dem 36. Lebensjahr häufiger mit gesundheitlichen Risiken für Mutter und Kind einhergehen. Was die Ergebnisse der Untersuchung eigentlich zeigen ist, dass sich die Rahmenbedingungen für junge Mütter verbessern müssen, zum Beispiel durch verlässliche und öffentlich finanzierte Kinderbetreuungsangebote.

Portrait Business Punk Redaktion

Business Punk Redaktion

Hier schreibt die Business-Punk-Redaktion. Mal er, mal sie, mal gar keiner. Ach und kauft unser Heft! Danke.