Female Entrepreneurship Homeoffice-Rückgang: Warum Mütter unter der Präsenzpflicht in Unternehmen leiden

Homeoffice-Rückgang: Warum Mütter unter der Präsenzpflicht in Unternehmen leiden

Während viele Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ihre Angestellten wieder zurück in die Büros drängen und die Homeoffice-Richtlinien verschärfen, sind viele Beschäftigte gar nicht begeistert von diesem Umschwung. Wenn es um Chancengleichheit geht, dann ist die Stimmung vonseiten der Arbeitnehmenden auch nicht ganz unberechtigt. Denn insbesondere arbeitende Mütter missen viele Vorteile durch die Präsenzpflicht.

Obwohl viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von der Flexibilität des Homeoffice profitieren und es in den letzten Jahren lieben gelernt haben, aus den eigenen vier Wänden zu arbeiten, sind viele Arbeitgebende von der Remote-Work generell nicht so begeistert. In den letzten Monaten drängen deshalb Führungskräfte vieler großer Unternehmen, so zum Beispiel auch die Telekom, ihre Angestellten wieder in die leerstehenden Büros zurück. Dadurch ist auf dem Arbeitsmarkt ein ganz neues Phänomen entstanden: Coffee-Badging, bei welchem Arbeitnehmende nur kurz im Büro erscheinen, um Anwesenheit zu zeigen, ist dadurch quasi zum Trend geworden.

Doch während allgemein Angestellte von den neuen Entwicklungen genervt sind, sind es insbesondere die arbeitenden Mütter, die die Konsequenzen dieser neuen Entwicklung tragen müssen. Da Frauen im Durchschnitt den größeren Teil der Carearbeit – sei es für die Kinder oder aber auch für pflegebedürftige Angehörige – leisten, arbeiten sie häufiger in Teilzeit. Besonders bei Teilzeitstellen haben Beschäftigte in der Regel seltener die Möglichkeit, aus dem Homeoffice zu arbeiten. Dabei würden Frauen von Remote-Work extrem profitieren, da sie einerseits mehr Stunden arbeiten könnten und sie andererseits bessere Karrierechancen hätten wegen der guten Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

Nun wird dieses Problem durch den Rückgang des Homeoffice noch größer. Nicht nur Frauen in Vollzeit, sondern auch diejenigen in Teilzeit, die durch die Pandemie von zu Hause arbeiten konnten, müssen nun vermehrt wieder in die Präsenzarbeit zurückkehren. Das ist ein Rückschritt in Sachen Chancengleichheit. Den beruflichen Vorteil, den Frauen durch die Möglichkeit zur Remote-Work erlangten, wird nun in vielen Fällen wieder nichtig gemacht.

Daran wird vonseiten der Arbeitgebenden in den neuen Homeoffice-Richtlinien vieler Unternehmen nicht gedacht. Das spiegelt sich auch in der Aussage des Trigema-Chefs Wolfgang Grupp in einem Interview wider. “Wenn einer im Homeoffice arbeiten kann, ist er unwichtig”, so sagte er und wertet so auch Frauen, die neben dem Job noch den Haushalt und die Kinder schmeißen, ab.

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