AnlagePunk 2,5 Billionen Dollar Bewertung: SpaceX sprengt jede Börsenlogik

2,5 Billionen Dollar Bewertung: SpaceX sprengt jede Börsenlogik

SpaceX katapultiert sich zum siebtwertvollsten US-Konzern. Die Aktie explodiert um weitere 20 Prozent. Elon Musk wird zum ersten Billionär der Geschichte. Doch woher kommt das Kapital für diesen Geldrausch?

Elon Musk hat es geschafft: Der SpaceX-Börsengang macht ihn zum ersten Menschen mit einem vierstelligen Milliardenvermögen. Die Aktie kletterte am zweiten Handelstag um 19,6 Prozent auf rund 192 Dollar – nach einem Ausgabepreis von 135 Dollar der größte Tech-IPO der US-Geschichte. Die Marktbewertung lag am Ende des ersten Handelstags bei rund 2,1 Billionen Dollar und erreichte am zweiten Handelstag etwa 2,5 Billionen Dollar, wie Capital berichtet.

SpaceX rangiert nun unter den zehn wertvollsten börsennotierten US-Konzernen. Das ist der Wahnsinn. Oder der Irrsinn.

Rekord-IPO mit Ansage

Am Freitag öffnete die Aktie an der Nasdaq bei 150 Dollar, elf Prozent über dem Ausgabepreis. Bis Handelsschluss stieg sie auf 161 Dollar. Am Montag dann der nächste Sprint: 192 Dollar, ein Plus von fast 43 Prozent seit Emissionspreis. Ab Dienstag können Anleger Optionen auf die Aktie handeln – Spekulanten dürfen also auf noch wildere Kursausschläge wetten.

Auch deutsche Anleger können die Papiere seit Montag kaufen. Der Ticker: SPCX. Der Hype: grenzenlos. Musk persönlich hält rund 42 Prozent der Anteile. Bei einer Bewertung von 2,5 Billionen Dollar liegt sein SpaceX-Vermögen bei über einer Billion Dollar – Tesla nicht eingerechnet. Der Mann, der Raketen ins All schießt und nebenbei Twitter zerstört hat, ist nun reicher als jeder Mensch vor ihm.

Die Billion-Dollar-Frage: Woher kommt das Geld?

Jetzt wird es unangenehm. Analysten und Investoren rätseln laut WirtschaftsWoche, woher das Kapital stammen soll, das 2025 in neue Aktien fließt. Der SpaceX-IPO ist nur einer von mehreren Mega-Börsengängen – und der Markt muss Hunderte Milliarden Dollar mobilisieren. Pensionsfonds? Schon voll allokiert. Privatanleger?

Übergewichtet in Tech. Ausländische Investoren? Vorsichtig wegen US-Zollpolitik. Trotzdem rechnet kaum jemand mit einem Ausverkauf. Die Argumentation: Zu viel Liquidität, zu wenig Alternativen, zu große FOMO. SpaceX liefert eine Vision – Raketen, Starlink, Mars-Kolonisation – die Anleger bereit sind, fürstlich zu bezahlen. Dass das Unternehmen operativ noch Verluste schreibt, interessiert niemanden. Die Bewertung basiert auf Hoffnung, nicht auf Bilanz.

Business Punk Check

Seien wir ehrlich: SpaceX ist eine technologische Meisterleistung. Wiederverwendbare Raketen, Satelliteninternet, Mars-Ambitionen – das ist keine Garage-Startup-Träumerei mehr. Aber eine Bewertung von 2,5 Billionen Dollar für ein Unternehmen, das noch nie schwarze Zahlen geschrieben hat? Das ist absurd. Zum Vergleich: Apple brauchte Jahrzehnte profitabler Geschäfte, um diese Sphären zu erreichen. Die Kapitalfrage bleibt unbeantwortet.

Wenn die Märkte 2025 mehrere Mega-IPOs schlucken sollen, muss Geld umgeschichtet werden. Von Anleihen? Aus Immobilien? Aus anderen Tech-Werten? Das Risiko: Wenn die Rotation stockt, platzt die Blase. Anleger sollten sich fragen, ob sie wirklich zu diesen Preisen einsteigen wollen – oder ob sie nur Musks Vermögensmaximierung finanzieren. Die Vision ist real. Die Bewertung? Pure Spekulation. Wer jetzt kauft, wettet nicht auf Fundamentaldaten, sondern auf den nächsten Idioten, der noch mehr zahlt.

Quellen: WirtschaftsWoche, Handelsblatt, Tradingkey, Capital, Ig, Manager-magazin, Drohnen, Finanzen

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