AnlagePunk Bitcoin-Crash auf 10.000 Dollar: Das riskante Spiel mit geliehenem Geld

Bitcoin-Crash auf 10.000 Dollar: Das riskante Spiel mit geliehenem Geld

Strategy sitzt auf über 700.000 Bitcoin – finanziert durch Schulden. Doch das Geschäftsmodell gerät unter Druck: Short-Positionen steigen um 40 Prozent, der Kurs fällt unter den Einkaufspreis. Ist das Ende der Krypto-Wette nah?

Strategy, früher als MicroStrategy bekannt, hat sich vom Softwareunternehmen zum größten institutionellen Bitcoin-Halter verwandelt. Über 700.000 Bitcoin liegen in den Büchern – finanziert über Schulden und hoch verzinste Vorzugsaktien. Die Wette: Schulden in inflationärer Fiat-Währung aufnehmen, in knappe Kryptowährung investieren, langfristig profitieren. Doch seit Monaten bröckelt das Fundament dieser Strategie. Der Bitcoin-Kurs fällt, die Aktie notiert zeitweise unter dem durchschnittlichen Einkaufspreis, und Shortseller wittern ihre Chance.

Schiff sieht Bitcoin bei 10.000 Dollar

Peter Schiff, bekannter Gold-Verfechter und Bitcoin-Kritiker, hat erneut gegen Michael Saylors Strategie ausgeteilt. „Wenn man sich den langfristigen Bitcoin-Chart ansieht, scheint es, als würde es eine erste Unterstützung bei etwa 10.000 US-Dollar geben“, so Wallstreet Online. Schiff attackierte Saylors Plan, bei fallenden Kursen Schulden zu refinanzieren und weiter Bitcoin zu kaufen. Seine provokante Frage: Würde noch jemand Saylor oder Bitcoin ernst nehmen, wenn die Kryptowährung 2030 bei 8.000 Dollar notiere?

Das läge 94 Prozent unter dem Rekordhoch von über 126.000 Dollar. Parallel dazu warnt Mike McGlone, Senior Commodity Strategist bei Bloomberg Intelligence, vor einem Bitcoin-Absturz auf 10.000 Dollar. Er sieht Makro-Signale, die auf eine US-Rezession hindeuten. Die Börsenkapitalisierung im Verhältnis zum BIP habe den höchsten Stand seit einem Jahrhundert erreicht, während die Volatilität auf Achtjahrestief liege. Die „Buy the Dip“-Mentalität, die seit 2008 funktionierte, könnte zusammenbrechen.

Short-Positionen steigen massiv

Seit September sind die Short-Positionen gegen Strategy um rund 40 Prozent gestiegen. Früher waren viele Shorts Teil von Absicherungsstrategien rund um Wandelanleihen. Heute verschiebt sich der Fokus: „Shortseller konzentrieren sich verstärkt auf die Herausforderungen des Finanzierungsmodells von Strategy“, so Wallstreet Online. Das Multiple to Net Asset Value (MNAV) liegt aktuell bei 1,18 – die Aktie wird mit 18 Prozent Aufschlag auf den Bitcoin-Bestand gehandelt. In der Spitze lag dieser Aufschlag bei 150 Prozent.

Fällt das MNAV dauerhaft unter 1,0, könnte der Druck auf Strategy steigen, Bitcoin zu verkaufen und Aktien zurückzukaufen. Genau das wäre das Ende des Geschäftsmodells. Saylor betont zwar, keine Bitcoin verkaufen zu wollen. Doch allein die Diskussion verunsichert Anleger. Aus Krypto-Fonds flossen zuletzt 3,8 Milliarden Dollar ab.

Silber steigt, Bitcoin fällt

Während Bitcoin schwächelt, feiert Silber Rekorde. Der Preis schoss 2025 um 150 Prozent nach oben und erreichte Ende Januar 116,63 Dollar. Chinas Exportkontrollen verschärfen die Versorgungslage, industrielle Nachfrage aus Solarenergie, E-Mobilität und KI-Infrastruktur treibt die Preise.

Schiff sieht darin ein Warnsignal für Bitcoin: Der spektakuläre Anstieg von Silber werde den Kollaps von Bitcoin einleiten. Tatsächlich hat Bitcoin seit Jahresbeginn Schwierigkeiten. Trotz kurzer Erholung über 97.000 Dollar ging es 2026 vor allem abwärts. Die zunehmende Korrelation mit Aktienmärkten begrenzt das Aufwärtspotenzial in Zeiten makroökonomischen Stresses zusätzlich.

Business Punk Check

Saylors Bitcoin-Wette funktioniert nur unter einer Bedingung: Der Kurs muss langfristig steigen. Doch genau diese Annahme wackelt. Das Geschäftsmodell basiert auf billigen Schulden und steigenden Bitcoin-Preisen – eine Kombination, die in Zeiten steigender Zinsen und fallender Kurse toxisch wird. Das MNAV von 1,18 zeigt: Der Markt bewertet Strategy kaum noch höher als den reinen Bitcoin-Bestand. Fällt dieser Aufschlag weiter, wird der Verkaufsdruck unausweichlich.

Schiffs 10.000-Dollar-Szenario mag übertrieben klingen. Doch es trifft einen Kern: Bitcoin hat keinen inneren Wert, keine industrielle Verwendung wie Silber. Der Preis basiert auf Vertrauen und Nachfrage. Bricht beides weg, gibt es keine Untergrenze. Die Short-Seller haben das verstanden. Strategy sitzt auf einem Schuldenberg, der nur durch steigende Kurse tragbar bleibt. Fällt Bitcoin nachhaltig unter 80.000 Dollar, wird es eng. Dann wird aus der smarten Finanzstrategie ein Lehrstück über Hebelwirkung und systemisches Risiko. Für Anleger bedeutet das: Wer auf Strategy setzt, wettet nicht nur auf Bitcoin, sondern auf ein hochverschuldetes Finanzierungsmodell in einem volatilen Markt. Das ist keine Investment-Strategie – das ist Poker mit geliehenem Geld.

Häufig gestellte Fragen

Warum ist das Strategy-Geschäftsmodell so riskant?

Strategy finanziert Bitcoin-Käufe über Schulden und Vorzugsaktien. Das funktioniert nur bei steigenden Kursen. Fällt Bitcoin nachhaltig, steigt der Druck, Bitcoin zu verkaufen und Schulden abzubauen. Das MNAV von 1,18 zeigt: Der Markt bewertet die Aktie kaum höher als den reinen Bitcoin-Bestand. Sinkt dieser Aufschlag unter 1,0, wird Verkaufsdruck unvermeidlich.

Ist ein Bitcoin-Kurs von 10.000 Dollar realistisch?

Peter Schiff und Mike McGlone sehen Makro-Signale für einen massiven Absturz. Die Börsenkapitalisierung im Verhältnis zum BIP liegt auf Jahrhunderthoch, die Volatilität auf Achtjahrestief. Historisch folgen auf solche Konstellationen Korrekturen. Bitcoin hat keine industrielle Verwendung wie Silber – der Preis basiert auf Vertrauen. Bricht das weg, gibt es keine fundamentale Untergrenze.

Wie sollten Anleger auf die aktuelle Situation reagieren?

Wer auf Strategy setzt, wettet auf ein hochverschuldetes Finanzierungsmodell in einem volatilen Markt. Das ist kein langfristiger Vermögensaufbau, sondern Spekulation mit Hebelwirkung. Diversifikation bleibt entscheidend: Nicht alles auf eine Karte setzen. Wer Bitcoin-Exposure will, sollte direkt kaufen statt über verschuldete Unternehmen. Das reduziert das systemische Risiko erheblich.

Warum steigen die Short-Positionen gegen Strategy so stark?

Seit September sind Short-Positionen um 40 Prozent gestiegen. Früher waren viele Shorts Teil von Absicherungsstrategien. Heute konzentrieren sich Shortseller auf die Herausforderungen des Finanzierungsmodells. Der Bitcoin-Kurs notiert zeitweise unter dem durchschnittlichen Einkaufspreis von Strategy. Das macht die Refinanzierung teurer und erhöht den Druck auf das Geschäftsmodell.

Was bedeutet das für die Zukunft von Bitcoin als Investment?

Bitcoin bleibt hochvolatil und spekulativ. Die Korrelation mit Aktienmärkten steigt, was das Diversifikationspotenzial reduziert. Institutionelle Investoren wie Strategy zeigen: Auch professionelle Akteure können sich verzocken. Für langfristigen Vermögensaufbau braucht es mehr als Krypto-Wetten – diversifizierte Portfolios mit Edelmetallen, Aktien und Anleihen bleiben die solidere Basis.

Quellen: Wallstreet Online, Btc Echo, Finanzen

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