AnlagePunk Bitcoin-Kurs über 80.000 Dollar: Trumps Gunst als Kurstreiber

Bitcoin-Kurs über 80.000 Dollar: Trumps Gunst als Kurstreiber

Bitcoin knackt nach Trump-Treffen und Fed-Spekulationen die 80.000-Dollar-Marke. Doch die Rally steht auf tönernen Füßen: Ein Zinssignal könnte alles kippen.

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Ein Handschlag im Weißen Haus, ein paar Prozentpunkte an den Anleihemärkten und schon springt der Bitcoin-Kurs um 15.000 Dollar. So einfach, so fragil ist die aktuelle Krypto-Euphorie. Wer glaubt, hier arbeite ein disruptiver Vermögenswert unabhängig von der Politik, hat die vergangenen zwei Wochen nicht verfolgt.

Der Bitcoin-Kurs ist erstmals seit mehr als drei Monaten über die Marke von 80.000 Dollar gestiegen, zeitweise bis auf 81.255 Dollar, wie n-tv berichtet. Noch vor einer Woche kostete die Kryptowährung unter 63.000 Dollar. Vom Jahreshoch bei knapp 98.000 Dollar im Januar bleibt sie dennoch weit entfernt.

Politischer Rückenwind trifft auf Short Squeeze

Der Kursanstieg speist sich laut Tagesschau aus drei Quellen: Ein Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Vertretern von Coinbase, Ripple und Gemini weckte Hoffnungen auf weniger Regulierung. Parallel dazu kündigte US-Finanzminister Scott Bessent an, den Rückkauf langlaufender Staatsanleihen deutlich aufzustocken. Spekulanten, die auf fallende Kurse gewettet hatten, mussten sich in einem Short Squeeze eindecken, was die Bewegung zusätzlich beschleunigte.

Bemerkenswert ist die Deutung des Anleihe-Manövers: Statt als Beruhigungssignal wurde es an Krypto- und Edelmetallmärkten als Krisenzeichen gelesen. Die hohe US-Staatsverschuldung bleibt ungelöst und ein schuldenfinanzierter Rückkauf ändert daran nichts. Genau diese Logik treibt seit Jahren Bitcoin-Befürworter an: Vertrauen in etablierte Währungen erodiert, alternative Wertspeicher gewinnen.

Die 80.000-Dollar-Marke ist ein Test, kein Beweis

Technisch hat Bitcoin wichtige Marken zurückerobert, darunter den gleitenden 200-Tage-Durchschnitt, wie Morningstar unter Berufung auf Analyst Dragosch einordnet. Katie Stockton, Gründerin von Fairlead Strategies, sieht laut Yahoo Finanzen Deutschland bei Bitcoin mehr Aufwärtspotenzial als bei Gold, weil die Kryptowährung nach einer längeren Abwärtsphase überverkauft war und entsprechend mehr Raum für Erholung habe.

Doch die eigentliche Nagelprobe steht laut Morningstar erst noch bevor: das Jackson-Hole-Symposium der US-Notenbank. Bestätigt die Fed keine Abkehr von weiteren Zinserhöhungen, dürfte sich Bitcoin in seiner aktuellen Spanne einpendeln. Die gesamte Rally basiert auf der Wette, dass Finanzierungsbedingungen günstiger werden. Erweist sich diese Annahme als falsch, kann dieselbe Hebelwirkung, die den Kurs nach oben katapultierte, ihn ebenso schnell wieder nach unten reißen.

Auf einen Blick

  • Der Bitcoin-Kurs stieg innerhalb einer Woche von unter 63.000 auf zeitweise 81.255 Dollar, bleibt aber unter dem Jahreshoch von knapp 98.000 Dollar aus dem Januar.
  • Ein Treffen von Donald Trump mit Krypto-Unternehmen wie Coinbase und Ripple sowie die Aussicht auf ein Regulierungsgesetz gelten laut *Tagesschau* als zentrale Kurstreiber.
  • Ein Short Squeeze verstärkte die Bewegung zusätzlich, dieser Effekt ist laut *Tagesschau* zeitlich begrenzt.
  • Ob sich der Kurs über 80.000 Dollar hält, hängt laut *Morningstar* maßgeblich von den Signalen der US-Notenbank beim Jackson-Hole-Symposium ab.

Business Punk Check

Hier prallen zwei Wahrheiten aufeinander: Bitcoin hat technisch überzeugende Marken zurückerobert, das ist belegt. Gleichzeitig hängt die gesamte Rally an politischem Wohlwollen aus Washington und an Fed-Spekulationen, die sich in einer Woche als falsch erweisen können. Das ist kein digitales Gold, das ist eine gehebelte Zinswette mit Krypto-Branding.

Wer jetzt von nachhaltigem Trendwechsel spricht, verwechselt einen Short Squeeze mit fundamentaler Stärke. Spekulanten, die gegen Bitcoin gewettet hatten, mussten sich eindecken, das trieb den Kurs zusätzlich. Dieser Effekt verpufft. Für Entscheider heißt das: Die Frage ist nicht, ob Trump-freundliche Regulierung kommt, sondern ob die Fed in Jackson Hole liefert. Ohne dieses Signal bleibt die 80.000-Dollar-Marke ein Testballon, kein Fundament.

Quellen: Global, Tagesschau, De, n-tv.de

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