AnlagePunk Bitcoin über 70.000 Dollar: Short-Squeeze und Washington treiben die Rally

Bitcoin über 70.000 Dollar: Short-Squeeze und Washington treiben die Rally

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Bitcoin springt binnen Stunden auf den höchsten Stand seit Juni: Zwangsliquidationen, ETF-Zuflüsse und politischer Druck aus Washington treffen gleichzeitig auf einen leergefegten Markt.

Ein einzelner Tag reicht, um monatelange Flaute vergessen zu machen. Bitcoin sprang am Mittwoch um bis zu acht Prozent, Ethereum zog zeitweise um fast 18 Prozent an.

Innerhalb von nur einer Stunde wurden laut t3n Short-Positionen im Wert von mehr als einer Milliarde Dollar liquidiert, insgesamt summierten sich die Zwangsverkäufe laut WirtschaftsWoche auf einen Rekordwert von 2,7 Mrd. Der Kurs kletterte zeitweise auf über 71.500 Dollar und markiert damit laut Handelsblatt den höchsten Stand seit Anfang Juni.

Ein Short-Squeeze macht aus Verkaufsdruck Kaufdruck

Der Auslöser ist technischer Natur, aber real: Wer auf fallende Kurse gewettet hatte, musste seine Positionen mit Käufen glattstellen, als der Markt drehte.

Diese erzwungenen Käufe verstärkten die Bewegung zusätzlich und ließen den Kurs binnen Stunden durch mehrere Widerstandsmarken schießen. Trending Topics verweist auf eine charttechnische inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation mit Nackenlinie bei rund 66.600 Dollar, deren Bruch aus Analystensicht Kurse Richtung 76.000 Dollar öffnen könnte. Ähnliche Muster hatten sich in den vergangenen Monaten allerdings schon einmal als Fehlausbrüche erwiesen, wie die WirtschaftsWoche einordnet.

Washington liefert den politischen Rückenwind

Parallel zur technischen Bewegung kamen handfeste politische Impulse hinzu. Das US-Finanzministerium unter Scott Bessent kündigte an, sein Rückkaufprogramm für langlaufende Anleihen ab September mindestens zu verdoppeln, was die Renditen sinken ließ und Risikoanlagen wie Kryptowährungen laut t3n begünstigte.

Zudem forderte US-Präsident Donald Trump nach einem Treffen mit Branchengrößen wie Coinbase-Chef Brian Armstrong im Weißen Haus den Kongress auf, den Clarity Act zügig zu verabschieden. Das Gesetz soll Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC klären, seine Verabschiedung verzögert sich aber weiterhin wegen Streits um Ethikregeln und Verbraucherschutz.

Institutionelles Geld fließt zurück in Bitcoin-Produkte

Ein Aspekt, der in der bisherigen Berichterstattung unterbelichtet bleibt, betrifft die Anlegerseite selbst: US-Spot-Bitcoin-ETFs sammelten laut Trending Topics an einem einzigen Tag 517 Mio. Dollar ein, so viel wie zuletzt Anfang Mai. Ether-ETFs verzeichneten mit 189 Mio.

Dollar den stärksten Zufluss seit Herbst des Vorjahres. Für Anlegende, die Vermögensaufbau über Krypto-Fonds statt Direktinvestments betreiben, ist das ein relevanteres Signal als der Tagesausschlag selbst: Ein einzelner starker ETF-Tag bestätigt noch keine Trendwende, mehrere aufeinanderfolgende Tage mit vergleichbaren Zuflüssen wären das eigentliche Signal für nachhaltiges institutionelles Interesse.

Business Punk Check

Fakt ist: Bitcoin erreichte seinen höchsten Stand seit Juni, getrieben von einer Kombination aus Zwangsliquidationen und der Ankündigung des US-Finanzministeriums. Fakt ist auch, dass ETF-Zuflüsse zeitgleich anzogen.

Interpretation bleibt, ob politischer Druck aus dem Weißen Haus den Kurs direkt bewegt hat oder nur als Stimmungsverstärker wirkte, belastbare Kausalität dafür liefert keine der Quellen. Offen ist, ob die 75.000-Dollar-Marke fällt oder der Markt erneut einen Fehlausbruch produziert wie schon in früheren Erholungsversuchen.

Auf einen Blick

  • Bitcoin stieg zeitweise auf über 71.500 Dollar, den höchsten Stand seit Anfang Juni, ausgelöst durch Zwangsliquidationen von Short-Positionen im Milliardenbereich.
  • Ethereum legte im selben Zeitraum um bis zu 18 Prozent zu, weitere Altcoins wie Hyperliquid und Chainlink zogen zweistellig mit.
  • US-Finanzminister Scott Bessent kündigte eine Verdopplung des Anleihen-Rückkaufprogramms an, was die Renditen senkte und Risikoanlagen stützte.
  • US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten an einem einzigen Tag Zuflüsse von 517 Mio. Dollar, der stärkste Wert seit Mai.

Quellen: t3n, WirtschaftsWoche, Trending Topics, Handelsblatt

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