AnlagePunk Der KI-Hype kippt: China-Schock lässt die Chipaktien abstürzen

Der KI-Hype kippt: China-Schock lässt die Chipaktien abstürzen

Die Speicherchip-Giganten stürzen ab: Samsung, SK Hynix und Micron verlieren Milliarden an Börsenwert. Auslöser ist ein chinesischer Technologiesprung bei Chipmaschinen.

Die Chip-Euphorie ist vorbei. An einem einzigen Handelstag verlieren die größten Speicherhersteller der Welt zweistellige Prozentsätze ihres Börsenwerts.

Samsung büßt über 13 Prozent ein, SK Hynix sogar fast 15 Prozent. Selbst Nvidia muss Apple den Spitzenplatz der wertvollsten Unternehmen überlassen. Der Grund: China könnte bei der Chipproduktion einen technologischen Durchbruch erzielt haben.

Monatsvergleich zeigt dramatische Verluste

Die Zahlen im Monatsvergleich offenbaren das ganze Ausmaß der Korrektur. SK Hynix steht bei minus 46 Prozent, Sandisk bei minus 41 Prozent, Samsung bei minus 38 Prozent. Micron kommt noch glimpflich davon mit minus 21 Prozent. Anleger haben im schlimmsten Fall die Hälfte ihrer Investition verloren – und das innerhalb weniger Wochen. Trotzdem bleibt die Jahresbilanz erstaunlich grün.

SK Hynix verzeichnet seit Jahresbeginn ein Plus von 138 Prozent, Sandisk sogar von 155 Prozent. Samsung liegt mit 83 Prozent Zuwachs am unteren Ende. Die Kursexplosion bis in den Sommer hinein war derart massiv, dass selbst die aktuelle Korrektur die Gewinne nicht vollständig vernichtet.

Chinesischer Technologiesprung löst Panik aus

Der Auslöser für den Crash: Das Technologieportal The Information berichtete, das chinesische Unternehmen Shanghai Yuliangsheng habe mit der Serienproduktion von Maschinen für die Immersionslithografie mit tiefem Ultraviolettlicht begonnen. Diese DUV-Anlagen übertragen feine Strukturen auf Siliziumscheiben – die Grundlage für moderne Computerchips.

Die Nachricht traf die asiatischen Börsen mit voller Wucht. Der südkoreanische Leitindex Kospi brach zeitweise um über zehn Prozent ein, der Nikkei in Tokio verlor mehr als vier Prozent. In Seoul wurde der Handel für 20 Minuten ausgesetzt. Auch Taiwan und China verzeichneten massive Verluste, der Chipriese TSMC geriet unter Druck.

KI-Boom unter Verdacht

Börsenseiten machen Unsicherheit beim KI-Boom für die rückläufigen Kurse verantwortlich. Anleger zweifeln offenbar daran, ob sich die massiven Ausgaben für KI-Infrastruktur tatsächlich auszahlen werden. Die Skepsis wächst, obwohl sich die Firmen untereinander mit langen Lieferverträgen absichern.

Nvidia müsste beispielsweise Milliardenstrafen zahlen, wenn vereinbarte Mengen nicht abgenommen werden. Neben den Speicherherstellern traf es auch Zulieferer hart. In Tokio verlor der Speicherchip-Hersteller Kioxia 18 Prozent, die Halbleiterzulieferer Advantest und Tokyo Electron gaben jeweils etwa elf Prozent nach. Die gesamte Lieferkette gerät ins Wanken.

Business Punk Check

Der Chip-Crash entlarvt die Fragilität des KI-Hypes. Jahrelang wurde erzählt, die Nachfrage nach Speicherchips sei unendlich, doch jetzt reicht eine Meldung aus China, um Milliarden zu vernichten. Die Wahrheit: Der Markt ist hochspekulativ und reagiert panisch auf jede Verschiebung im geopolitischen Machtgefüge. Chinas angeblicher Durchbruch bei DUV-Maschinen bedroht die westliche Halbleiter-Dominanz. Wenn Shanghai Yuliangsheng tatsächlich serienreif produziert, bricht das Exportkontroll-Regime der USA zusammen.

Peking wäre nicht mehr auf niederländische ASML-Maschinen angewiesen, ein Albtraum für Samsung, SK Hynix und Co. Für Anleger bedeutet das: Die 138-Prozent-Rallye war Spekulation auf ewiges Wachstum. Wer jetzt noch einsteigt, wettet darauf, dass China scheitert. Wer aussteigt, akzeptiert Verluste, sichert aber Gewinne. Die unbequeme Wahrheit: Niemand weiß, ob der KI-Boom die Investitionen rechtfertigt. Die Lieferverträge schützen kurzfristig, langfristig entscheidet die Nachfrage. Und die ist gerade alles andere als sicher.

Quellen: Heise, Zeit

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