AnlagePunk KI-Hype, Dollar, Schulden: BaFin sieht den großen Knall kommen

KI-Hype, Dollar, Schulden: BaFin sieht den großen Knall kommen

Immobilienfonds und Schattenbanken

Wenigstens eine gute Nachricht: Der Wohnimmobilienmarkt in Deutschland hat sich normalisiert. Moderate Preissteigerungen, solide Kreditvergabe. Gewerbeimmobilien bleiben dagegen fragil. Büros und Shopping-Center kämpfen mit strukturellen Problemen. Offene Immobilienfonds verlieren massiv Mittel, kleinere Fonds müssen schließen. Der Fall Wertgrund zeigt: Wenn die Liquidität fehlt, können Anleger nicht mehr raus.

Branson kritisiert die Regulierung scharf. Immobilienfonds würden als schwankungsarme Anlage verkauft, obwohl sie illiquide Assets enthalten. „Das widerspricht dem gesunden Menschenverstand.“ Banken und Sparkassen stufen sie in niedrige Risikokategorien ein – trotz anhängiger Rechtsverfahren bis zum Europäischen Gerichtshof.

Noch größer ist die Sorge um Private Credit. Kreditfonds wachsen rasant, weil sie weniger reguliert sind als Banken. J.P. Morgan-Chef Jamie Dimon hat das öffentlich gesagt – und Branson nimmt ihn ernst. Der Schattenbankensektor ist eng mit regulären Banken vernetzt. Die Insolvenz des US-Autozulieferers First Brand löste Kreditausfälle bei Regionalbanken aus. Das Muster ist bekannt, die Lehren daraus fehlen.

Stablecoins als neue Gefahr

Tether und Circle versprechen einen stabilen, an den Dollar gekoppelten Wert. Dafür halten sie Reserven in US-Staatsanleihen. Klingt solide, birgt aber Risiken. In einer Krise könnten Stablecoin-Anbieter gezwungen sein, massiv US-Anleihen zu verkaufen. Das würde die Märkte zusätzlich unter Druck setzen. Die Regulierung hinkt der Entwicklung hinterher.

Branson fordert, aus vergangenen Krisen zu lernen. Nach den Verwerfungen 2022 durch den starken Zinsanstieg gebe es noch keine globalen Schlüsse. Dabei stellen sich längst neue Fragen. Die Insolvenzzahlen in Deutschland sind 2025 gegenüber 2023 um über 30 Prozent gestiegen. Viele Banken sehen noch keine konkreten Kreditausfälle, sind aber profitabel genug, um jetzt vorzusorgen. Branson ermuntert Wirtschaftsprüfer, höhere Risikovorsorge zuzulassen.

Die Warnung ist klar: Die Mischung aus geopolitischen Unsicherheiten, hoher Verschuldung, KI-Hype und Schattenbanken-Wachstum ist explosiv. Wann es knallt, weiß niemand. Dass es knallt, davon ist Branson überzeugt.

Business Punk Check

Branson sagt laut, was viele denken: Die Märkte leben in einer Fantasiewelt. Während Trump die Fed attackiert, Handelskriege eskalieren und Staatsschulden explodieren, steigen die Kurse. Das ist keine rationale Bewertung, sondern Verdrängung. Wer profitiert? Kurzfristig alle, die investiert sind. Banken kassieren Gebühren, Fondsmanager Boni, Privatanleger fühlen sich reich. Wer verliert? Alle, die im Crash drin bleiben.

Die BaFin kann warnen, verhindern kann sie nichts. Immobilienfonds zeigen bereits, wie schnell Liquidität verschwindet. Private Credit wächst unkontrolliert, Stablecoins sind regulatorisches Niemandsland. Die Frage ist nicht ob, sondern wann die Korrektur kommt. Bransons Timing ist politisch klug: Wenn es knallt, kann niemand sagen, er hätte nicht gewarnt. Die eigentliche Frage: Warum ändert sich nichts, obwohl alle Warnsignale blinken? Weil in der Euphorie niemand der Spielverderber sein will. Bis es zu spät ist.

Häufig gestellte Fragen

Warum warnt die BaFin gerade jetzt vor einem Crash?

Die Diskrepanz zwischen steigenden Risiken und sinkenden Risikoaufschlägen ist extrem. Geopolitische Spannungen, hohe Staatsverschuldung und KI-Überbewertungen werden ausgeblendet. Branson sieht eine gefährliche Mischung, die historisch immer zu Korrekturen führte.

Sind deutsche Banken auf eine Dollar-Krise vorbereitet?

Die BaFin fordert Banken auf, ihre Refinanzierungs-Profile genau zu kennen. Bisher gibt es keine akuten Probleme, aber die Abhängigkeit von Dollar-Liquidität ist hoch. Wenn die Fed in einer Krise nicht wie gewohnt Dollar bereitstellt, wird es eng.

Sollte man jetzt aus Immobilienfonds aussteigen?

Wohnimmobilienfonds haben sich stabilisiert, Gewerbeimmobilien bleiben problematisch. Branson zeigt Verständnis für Mittelabflüsse – es gibt bessere Renditechancen. Kleinere Fonds könnten schließen müssen, größere haben mehr Spielraum beim Verkauf von Objekten.

Quellen: BaFin, Tagesschau, Manager Magazin

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