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Binance-Hack: 6,3 Mrd. Dollar weg, ein Laptop war der Anfang – größter Bankraub ever

Vom Laptop zum gewaltigen Krypto-Münzberg
BP | KI-generiert mit ChatGPT Vom Laptop zum gewaltigen Krypto-Münzberg
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Lesezeit3 Min · 662 Wörter

Ein kompromittierter Laptop, zehn Blockchains, 6,3 Mrd. Dollar Schaden: Binance erlebt den größten Krypto-Diebstahl der Geschichte, Spuren führen nach Nordkorea.

Binance hat am Donnerstagabend über zehn Blockchains hinweg Hot Wallets leergeräumt bekommen. Rund 6,3 Mrd. Dollar flossen ab, wie die Börse selbst mitteilte. Damit übertrifft der Vorfall den bisherigen Rekord, den Diebstahl bei der Konkurrenzbörse Bybit im Februar 2025 mit etwa 1,5 Mrd. Dollar, um ein Vielfaches.

Die Analysefirma TRM Labs bestätigt die Größenordnung von rund 6,36 Mrd. Dollar und stuft den Fall laut heise als bislang größten Diebstahl dieser Art ein. Ari Redbord von TRM Labs spricht gegenüber dem Wall Street Journal, zitiert nach heise, vom „größten Bankraub der Geschichte“.

Ein Laptop als Einfallstor

Binance erklärte demnach, die erste Untersuchung deute auf den kompromittierten Laptop eines DevOps-Ingenieurs hin. Über diesen habe sich ein Angreifer Zugriff auf einen Service-Container verschafft und nicht autorisierte Auszahlungen ausgelöst. Private Wallet-Schlüssel seien nach bisherigem Stand nicht abgeflossen. DevOps-Teams verwalten üblicherweise Systeme mit weitreichenden Zugriffsrechten, was sie zu einem attraktiven Ziel macht.

TRM Labs geht davon aus, dass die Infrastruktur zur Signierung von Transaktionen kompromittiert wurde, nur so lasse sich erklären, wie auf zehn Blockchains gleichzeitig Abhebungen freigegeben werden konnten. Auf Ethereum nutzten die Angreifer die Funktion EIP-7702 und sicherten sich vorab 50 Signaturen. Ein vollständiger technischer Abschlussbericht von Binance steht noch aus.

Spur führt nach Nordkorea

TRM Labs ordnet den Angriff mit hoher Sicherheit der Gruppe TraderTraitor zu, die dem Umfeld der nordkoreanischen Lazarus-Gruppe zugerechnet wird und laut FBI bereits hinter dem Bybit-Hack stand. Auch der Blockchain-Ermittler ZachXBT nennt Lazarus als wahrscheinlichen Täter. Binance selbst hat die Zuordnung bislang nicht offiziell bestätigt.

Das Muster ähnelt früheren Fällen: Schon beim Angriff auf Bybit war der Rechner eines Entwicklers der Ausgangspunkt. Nordkoreanische Gruppen gelten laut heise seit Jahren als besonders erfahren im Diebstahl von Kryptowährungen, mit denen Sanktionen umgangen werden sollen.

Einfrieren, Entschädigen, Einordnen

Binance meldete, rund drei Milliarden Dollar der abgeflossenen Mittel seien eingefroren worden, davon 2,3 Mrd. Dollar in den Stablecoins USDT und USDC. Tether- und Circle-Chefs bestätigten entsprechende Sperrungen. Binance-Co-Geschäftsführerin Yi He erklärte laut Handelsblatt, das Unternehmen werde „alle Verluste aus dem Hackerangriff“ ersetzen, finanziert aus dem Notfallfonds SAFU und aus Firmenmitteln.

Gründer Changpeng Zhao schrieb auf X, der Angriff treffe das Unternehmen hart, man werde ihn aber überstehen. Die Marktreaktion blieb nicht aus: Bitcoin fiel laut Handelsblatt im frühen asiatischen Handel um mehr als drei Prozent auf ein Sechs-Wochen-Tief von 76.368 Dollar, Ether verlor ähnlich stark auf 2.178 Dollar, der BNB-Token gab um fünf Prozent nach. Auch Aktien von Coinbase und Strategy gerieten unter Druck. Auszahlungen sollen laut Binance innerhalb von 48 Stunden wieder möglich sein.

Business Punk Check

Binance verspricht vollständigen Ersatz, doch der SAFU-Fonds deckt nach bisherigen Schätzungen nur einen Bruchteil des Schadens. Den Rest muss die Börse aus eigenen Mitteln stemmen, auch wenn eingefrorene Stablecoins den tatsächlichen Verlust mindern könnten. Die Zuordnung zu einer nordkoreanischen Gruppe stammt bislang von Analysefirmen, nicht von Binance selbst oder Behörden.

Offen bleibt, wie eine Börse mit 144 Mrd. Dollar verwaltetem Vermögen zulassen konnte, dass ein einzelner kompromittierter Laptop zehn Blockchains gleichzeitig erreichbar macht. Für Anleger in Deutschland zählt am Ende weniger die Täterfrage als die Frage, ob zentrale Börsen überhaupt die richtige Verwahrstelle für Kryptowerte sind.

Auf einen Blick

  • Binance verlor nach eigenen Angaben rund 6,3 Mrd. Dollar durch unautorisierte Abhebungen auf zehn Blockchains.
  • Ausgangspunkt war laut Binance der kompromittierte Laptop eines DevOps-Ingenieurs, über den Zugriff auf einen Service-Container erlangt wurde.
  • TRM Labs ordnet den Angriff mit hoher Sicherheit der mit Lazarus verbundenen Gruppe TraderTraitor zu.
  • Rund drei Milliarden Dollar der gestohlenen Mittel wurden eingefroren, Binance will den restlichen Schaden aus dem SAFU-Fonds und Firmenmitteln ausgleichen.
  • Bitcoin und Ether fielen im Zuge des Hacks um mehr als drei Prozent, der Binance-Token BNB verlor fünf Prozent.

Quellen: Heise, Handelsblatt, Trendingtopics, ZEIT, Binance, KI-unterstützt

Portrait Uli Weißgerber

Uli Weißgerber

Seit über 25 Jahren verbindet er Medien, Marketing und Technologie. Von Sport1.de über ProSiebenSat.1 und Bertelsmann bis zur Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle. Mit getperformance revolutionierte er das TV-Tracking und brachte Marken wie Trivago ins Fernsehen. Als Unternehmer entwickelte er mit seinem Team den VIPS – Value & Impact Publishing Service und bespielt damit unter anderem digitale Plattformen wie Promipool, Buzzfeed.de und Business-Punk.com.