Bitget 352 Millionen Hack trifft ausgerechnet Bybits einstigen Retter
Zum Vergleich: Beim Bybit-Hack hatte das FBI die Attacke explizit dem TraderTraitor-Cluster aus dem Umfeld der Lazarus Group zugeordnet, nachdem Angreifer Schadcode in die Benutzeroberfläche des Multisig-Dienstleisters Safe{Wallet} eingeschleust hatten. Nordkoreanischen Hackern werden allein 2025 Krypto-Diebstähle im Wert von rund 2,02 Mrd. Dollar zugeschrieben, ein wichtiges Devisenpolster für das Regime. Ob der Bitget-Fall diese Bilanz weiter erhöht, hängt von einer Bestätigung ab, die bislang aussteht.
Protection Fund als Absicherung
Bitget verweist auf seinen User Protection Fund, der nach Unternehmensangaben mehr als 465 Mio. Dollar hält und den Schaden allein decken könnte, dazu kämen mehr als eine Milliarde Dollar Eigenkapital. Chen zog Vergleiche zu Bybit: Habe jene Börse einen Verlust von 1,5 Mrd. Dollar überstanden, könne Bitget auch 350 Millionen verkraften, FTX-Vergleiche wies sie zurück.
Bybit hatte den damaligen Bank Run durch schnelle Kommunikation und Brückenkredite von Partnern abgefedert, binnen kurzer Zeit waren rund 80 Prozent der gestohlenen Summe gedeckt. Doch die Kritik von InvestingLive zitierter Analysten der Plattform TFTC wiegt schwer: Die Fondsdeckung sei nicht unabhängig verifiziert, zudem treffe die Auszahlungssperre auch Nutzer, deren Guthaben gar nicht betroffen war. Einen Zeitplan für die Wiederaufnahme der Auszahlungen nannte Bitget bislang nicht, Chen erklärte lediglich, man wolle keine unrealistischen Fristen versprechen.
Business Punk Check
Bitget hat ein plausibles Sicherheitsnarrativ und einen Fonds, der den Schaden rechnerisch deckt. Beides ist aber unternehmenseigene Selbstauskunft, keine unabhängig geprüfte Bilanz. Die Nordkorea-Attribution stützt sich auf IP-Muster, nicht auf eine staatliche Bestätigung wie im Fall Bybit.
Die eigentliche Nagelprobe kommt erst mit der Wiedereröffnung der Auszahlungen: Zieht die Kundschaft ab wie einst bei Bybit, oder hält das Vertrauen aus der Rolle des früheren Retters? Bis ein vollständiger Incident Report vorliegt, bleibt vieles Behauptung gegen Beleg.
Auf einen Blick
- Bitget verlor rund 351,6 Mio. Dollar durch unautorisierte Transfers aus Hot- und Warm-Wallets, die Cold Wallets blieben unberührt.
- CEO Gracy Chen vermutet nordkoreanische Hacker anhand von IP- und VPN-Mustern, eine staatliche Bestätigung fehlt bislang.
- Bitget verweist auf einen Protection Fund von über 465 Mio. Dollar und mehr als eine Milliarde Dollar Eigenkapital zur Deckung des Schadens.
- Kritiker bemängeln, dass die Fondsdeckung nicht unabhängig geprüft ist und die Auszahlungssperre auch unbetroffene Nutzer trifft.
Quellen: Trendingtopics, KI-unterstützt