Brand & Brilliance Warum Strategie nicht aufhören darf zu fragen.

Warum Strategie nicht aufhören darf zu fragen.

Strategie ist eine dynamische Disziplin, die sich historisch immer wieder neu erfinden musste. Aus Planning wurde Strategic Planning, aus Strategic Planning wurde Strategy – und immer mal wieder fällt auch der Begriff „Consulting“. Das Feld der Strategie wurde immer breiter, die Aufgaben stetig anspruchsvoller. Nun stehen wir erneut vor einer dieser Neufindungen – vielleicht auch schon mittendrin. Und vielleicht ist es die prominenteste aller Neufindungen bisher. Renommierte Strateg:innen weltweit rufen auf LinkedIn, in Podcasts und Fachmagazinen zu Rebranding, Umdenken und Neupositionierung von Strategie auf.

Wir arbeiten in einer Welt, in der mit zunehmender Datenmasse, fragmentierteren Märkten und neuen Kanälen der Anspruch an und von Strateg:innen gewachsen ist, alles zu wissen, alles zu bedenken und alles zu inkludieren. Jetzt gibt es zusätzlich künstliche Intelligenz, die vermeintlich allwissend ist. Diese Veränderung in Kombination mit dem effizienten und irgendwie beeindruckenden Geschäftsmodell der großen Unternehmensberatungen hat dafür gesorgt, dass strategische Arbeit in Kreativagenturen gefühlt anhand der Summe der Charts bepreist wurde.

Mit diesem Anspruch auf „Vollständigkeit“ haben wir jedoch begonnen, etwas Wichtiges zu verlieren: Neugierde.

Wie wir unseren Kern verloren haben.

Strateg:innen brauchen nicht mehr Wissen, sondern die richtigen Fragen – an sich selbst, gesellschaftlich und kulturell. Neugierde war mal die Grundlage unseres Jobs, sie war essenziell, um Menschen, Marken und Kultur zu verstehen. Es brauchte aktiven Antrieb, um Zeitschriften zu lesen, Filme zu schauen und sich zu informieren. Heute werden wir kontinuierlich passiv berieselt, Algorithmen filtern unsere Wahrnehmung. Der Prozess des gedanklichen Eingrabens – von Information zu Information hangeln, bis ein Muster entsteht und sich ein spannendes Bild zeichnet – wirkt durch künstliche Intelligenz ineffizient, fast unsinnig. 

Dabei liegt genau hier das Problem: Künstliche Intelligenz ist eben genau das, künstlich. Sie kann methodisch Wissenslücken füllen, doch ihr fehlt der zutiefst menschliche Drang Gefühle und Gedanken anderer zu verstehen. Und genau damit decken wir als Strateg:innen blinde Flecken auf. Nicht mit vollständigem Wissen, sondern mit echtem Interesse an den Menschen, für die wir unsere Arbeit machen.

Neugierde professionalisieren.

Auf Neugierde folgt Intuition. Wenn wir uns neugierig mit Menschen, Märkten und Kultur auseinandersetzen, entsteht etwas Wertvolles: ein inneres Verständnis dafür, was spannend, richtig und wichtig ist. Diese Kombination aus aktiver Neugierde und geschulter Intuition bildet den strategischen Kompass, der unsere Perspektive unersetzlich macht.

Doch Neugierde ist kein Zufall – sie ist trainierbar. Bei JvM verstehen wir sie als Leistungsversprechen, das wir systematisch weiterentwickeln. Es geht darum, Neugierde zu professionalisieren: Menschen gezielt mit den richtigen Werkzeugen und Methoden auszustatten, damit sie Zugang zu verschiedenen Blickwinkeln finden, sich durch Informationsschichten kämpfen und zur Wahrheit vordringen können.

Das bedeutet nicht, Tools und Daten zu ignorieren – im Gegenteil. Es bedeutet, trainierte Neugierde mit methodischer Exzellenz zu verbinden. Die inhaltliche Breite von Strateg:innen wird nicht durch KI ersetzt, sondern durch sie erweitert. Dieser Prozess funktioniert nicht mit Blaupausen, sondern braucht Menschen, die wissen, wann sie tiefer graben müssen und wann sie zurücktreten sollten, um das große Bild zu sehen.

Was das bedeutet.

Diese Haltung verändert, wie wir arbeiten. Statt Briefings zu erfüllen, verstehen wir Probleme. Statt auf komplexere Toolboxes mit noch komplexeren Briefings zu reagieren, starten wir ganz vorne und fragen: Was ist das eigentliche Problem, das gelöst werden muss?

Das ist nicht nur inhaltlich der richtige Weg, sondern auch wirtschaftlich klug. In Zeiten, in denen Budgets gekürzt werden, können wir so echten Mehrwert schaffen und unseren Kund:innen dabei helfen, Ressourcen sinnvoller einzusetzen. Vereinfachung ist tief in der JvM DNA verwurzelt. Das hat vor vielen Jahren bereits „das Bri“(efing) auf einem Bierdeckel bewiesen. Exzellente Lösungen passen auf einen Bierdeckel, wenn man das Problem wirklich verstanden hat.

„What’s your Problem?“ wird zum Ausgangspunkt unserer strategischen Beratung und kreativer Lösungen. Ist das Problem identifiziert, bringen wir genau die Menschen zusammen, die das spezifische Problem exzellent lösen können. Dazu gehören auch Expert:innen aus JvM Einheiten wie JvM SPORTS, YoungvMatt oder das Beauty Collective, die durch intrinsische Neugierde und die richtigen Erfahrungen eine ausgeprägte Intuition entwickelt haben.

Ungewissheit als Methode.

Damit schaffen wir zwei Dinge. Zum einen nutzen wir unsere Neugierde, um den Problemen auf den Grund zu gehen und den Weg ins Ungewisse zu wagen. Ein klassisches Briefing für einen TV-Spot definiert die nächsten Schritte sehr klar, ein Problem hingegen nicht. Diese Offenheit ist keine Schwäche, sondern eine bewusste Entscheidung: wir machen Ungewissheit zur Methode.

Zum anderen haben wir die Menschen mit der richtigen Intuition am Tisch sitzen. Menschen, die durch Erfahrung und trainierte Neugierde ein Gespür dafür entwickelt haben, wo die Antworten liegen könnten – auch wenn der Weg dorthin noch nicht klar ist.

Die Konsequenz: Wir lösen Probleme für Marken, von denen sie gegebenenfalls selbst nicht wussten, dass sie sie haben. Wir erzählen ihnen etwas, was sie noch nicht wussten. Daten und Fakten kann jeder recherchieren. Diese ausgeprägte Intuition nicht.

Der Kern von Strategie? Menschlich.

Diese Verschiebung bringt uns zurück zum Menschen. Weg von reiner Datenanalyse, hin zu Psychologie und echtem Verständnis. Das zeigt sich auch darin, wie wir rekrutieren: Nicht mehr nur nach Skills und Erfahrung, sondern nach Charakter, Interessen und eben genau dieser ungebändigten Neugierde. Wir fragen uns: Fügt dieser Mensch mit diesen Eigenschaften etwas Neues hinzu? Erweitert diese Person unseren Blick im Gesamtteam? Schafft sie produktive Disruption, die zu neuen Lösungswegen führt?

Bei JvM rücken wir Neugierde in den Fokus und wissen, wie man diese professionalisiert. 
Und wir wissen, wie man Ungewissheit zur Methode macht. Damit schaffen wir den Unterschied – zwischen Strategie, die Briefings erfüllt, und Strategie, die echte Probleme löst.

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