Business & Beyond Arbeitsmarkt-Crash: Jobchancen schlechter als in der Pandemie

Arbeitsmarkt-Crash: Jobchancen schlechter als in der Pandemie

Der deutsche Arbeitsmarkt steckt in der Krise: Die Vermittlungsquote der Arbeitsagentur bricht ein, während die Langzeitarbeitslosigkeit steigt. BA-Chefin Nahles fordert Qualifizierung statt Druck.

Die Jobvermittlung in Deutschland erlebt einen historischen Tiefpunkt. Nur 4,9 Prozent der Menschen, die nicht mehr im Leistungsbezug sind, wurden 2024 durch die Bundesagentur für Arbeit (BA) erfolgreich vermittelt.

Zum Vergleich: 2015 lag diese Quote noch bei 13,2 Prozent, wie „Merkur“ berichtet. Gleichzeitig stagniert die Arbeitslosenquote bei 6,2 Prozent, während die Zahl der Arbeitslosen im Juni auf 2,914 Millionen angestiegen ist – ein Plus von 188.000 im Vergleich zum Vorjahr.

Qualifikationslücke statt Vermittlungsproblem

Die Chancen, aus der Arbeitslosigkeit in reguläre Beschäftigung zu wechseln, sind auf einem historischen Tiefstand von 5,64 Prozent gesunken.

Laut „Merkur“ sieht BA-Chefin Andrea Nahles das Problem nicht in mangelndem Druck auf Arbeitslose, sondern in fehlenden Qualifikationen. Von den rund 650.000 gemeldeten offenen Stellen entfallen nur etwa 120.000 auf das Helferniveau – für alle anderen Jobs werden Qualifikationen benötigt, die viele Arbeitslose nicht mitbringen.

Strukturelle Probleme bei der Arbeitsagentur

Die Vermittlungskrise hat auch strukturelle Ursachen. Die Personaldecke der BA ist in den letzten Jahren drastisch geschrumpft: 2024 arbeiten nur noch 13.942 Vollzeitkräfte in der Vermittlung – rund 30 Prozent weniger als noch 2015, wie „Merkur“ dokumentiert.

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