Business & Beyond Baerbocks UN-Spitzenamt: Warum der deutsche Steuerzahler ihr Gehalt zahlt

Baerbocks UN-Spitzenamt: Warum der deutsche Steuerzahler ihr Gehalt zahlt

Seit September 2025 führt Annalena Baerbock die Vollversammlung der Vereinten Nationen – eines der protokollarisch höchsten Ämter der internationalen Diplomatie. Für Aufmerksamkeit sorgt weniger die Rolle selbst als ihre Finanzierung: Baerbocks Gehalt von rund 13.000 Euro im Monat trägt nicht die UN, sondern der deutsche Bundeshaushalt.

Diplomatisches Spitzengehalt aus Berlin

Die Vergütung der UN-Vollversammlungspräsidentin wird vollständig aus dem deutschen Bundeshaushalt finanziert – das bestätigte das Auswärtige Amt, wie unter anderem t-online berichtete. Baerbock ist in die Besoldungsgruppe B9 eingestuft, was einem monatlichen Grundgehalt von gut 13.000 Euro entspricht. Diese Stufe ist vergleichbar mit der Leitung einer großen deutschen Auslandsvertretung.

Für die Finanzierung schloss das Außenministerium mit Zustimmung des Bundeskabinetts einen entsprechenden Dienstvertrag mit der früheren Ministerin ab. Über zwölf Monate summiert sich das Grundgehalt damit auf mehr als 150.000 Euro, hinzu kommen Nebenkosten etwa für die Unterkunft in New York.

Internationale Position, nationale Finanzierung

Nach Angaben aus dem Auswärtigen Amt ist es bei UN-Ämtern dieser Art üblich, dass nicht die Vereinten Nationen, sondern das jeweilige Heimatland die Kosten trägt. Für Baerbock gelten damit dieselben Regeln wie bei der Entsendung deutscher Diplomatinnen und Diplomaten ins Ausland – sowohl beim Gehalt als auch bei der Unterkunft. Es handelt sich also nicht um eine deutsche Sonderregelung, sondern um die gängige Finanzierungspraxis für dieses Amt.

Überwältigende Mehrheit – nach russischem Manöver

Gewählt wurde Baerbock bereits am 2. Juni 2025, ihr Amt trat sie am 9. September 2025 zur Eröffnung der 80. UN-Session an. Bei der Wahl setzte sie sich klar durch: 167 der 193 Mitgliedsstaaten stimmten für sie, 14 enthielten sich, sieben votierten für die ursprünglich nominierte deutsche Kandidatin Helga Schmid.

Bemerkenswert war das Verfahren: Auf russisches Drängen musste die Abstimmung geheim erfolgen, statt wie üblich per Akklamation. Baerbock ist die erste Frau aus der westeuropäischen Staatengruppe und erst die fünfte Frau überhaupt an der Spitze der Vollversammlung. Das Amt ist klar vom Posten des UN-Generalsekretärs zu unterscheiden, den weiterhin António Guterres innehat.

Business Punk Check

13.000 Euro im Monat für ein Amt, dessen Macht vor allem protokollarischer Natur ist – das lädt zur Effizienzdebatte ein. Fairerweise gehört dazu der Kontext: Die Bezahlung folgt den normalen deutschen Besoldungsregeln für hochrangige Diplomaten, und dass das Heimatland die Kosten trägt, ist bei diesem UN-Amt der Standard, kein deutscher Alleingang.

Die eigentliche Frage ist deshalb weniger das Gehalt als der Gegenwert. Ein Vorsitz der Vollversammlung bringt Deutschland Sichtbarkeit, Agenda-Einfluss und einen Platz im Zentrum multilateraler Reformdebatten – in einer Session, in der unter anderem die Nachfolge des Generalsekretärs verhandelt wird. Ob sich dieser diplomatische Einsatz auch wirtschaftspolitisch auszahlt, lässt sich schwer in Euro messen. Genau das macht ihn zur Wette: Soft Power gegen harte Haushaltszahlen – mit ungewissem, aber potenziell hohem Ertrag.

Häufig gestellte Fragen

Warum zahlt Deutschland Baerbocks Gehalt und nicht die UN? Bei UN-Ämtern wie dem Vorsitz der Vollversammlung ist es übliche Praxis, dass das Heimatland die Kosten trägt – analog zur Entsendung von Diplomaten ins Ausland. Für Baerbock gelten dieselben Regeln, finanziert über den Bundeshaushalt.

Wie hoch ist das Gehalt genau? Rund 13.000 Euro Grundgehalt im Monat, entsprechend der Besoldungsgruppe B9. Das ist vergleichbar mit der Leitung einer großen deutschen Auslandsvertretung. Über das Jahr ergeben sich mehr als 150.000 Euro plus Nebenkosten.

Wann wurde Baerbock gewählt und seit wann ist sie im Amt? Gewählt am 2. Juni 2025, im Amt seit dem 9. September 2025 mit Eröffnung der 80. UN-Session, die bis September 2026 läuft.

Wie deutlich fiel die Wahl aus? 167 der 193 Mitgliedsstaaten stimmten für Baerbock, 14 enthielten sich, sieben votierten für Helga Schmid. Die Abstimmung musste auf russisches Drängen geheim erfolgen.

Ist die Präsidentin der Vollversammlung dasselbe wie der UN-Generalsekretär? Nein. Der Vorsitz der Vollversammlung ist vor allem ein protokollarisches und moderierendes Amt. Der UN-Generalsekretär – derzeit António Guterres – leitet die Organisation operativ und ist davon klar zu trennen.

Quellen: t-online / Reuters – Gehalt B9, Bundeshaushalt, web.de / dpa – 13.000 Euro brutto, UN News – Wahl 2. Juni 2025, United Nations – PGA 80 / Amtsantritt, Tagesspiegel – geheime Abstimmung

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