Business & Beyond Deutsche Bank profitiert von Trumps Chaos-Politik: Investmentbanking treibt Rekordgewinn

Deutsche Bank profitiert von Trumps Chaos-Politik: Investmentbanking treibt Rekordgewinn

Die Deutsche Bank meldet den höchsten Quartalsgewinn seit 14 Jahren. Besonders das Investmentbanking boomt. Wie Deutschlands größtes Geldhaus von globalen Unsicherheiten profitiert und warum das erst der Anfang sein könnte.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 1,775 Milliarden Euro Nettogewinn im ersten Quartal 2024 – ein Plus von 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der beste Quartalswert seit 2010. Während andere Banken noch mit den Nachwehen der Finanzkrise kämpfen, scheint die Deutsche Bank einen Weg gefunden zu haben, in turbulenten Zeiten zu glänzen. Besonders bemerkenswert: Ausgerechnet das oft kritisierte Investmentbanking entpuppt sich als Goldesel.

Das Comeback der Dealmaker

Die Investmentbanking-Sparte steuerte mit rund 3,4 Milliarden Euro den Löwenanteil zu den Gesamterträgen von 8,5 Milliarden Euro bei. In einer Zeit, in der Übernahmen und Börsengänge wieder Fahrt aufnehmen, positioniert sich die Deutsche Bank offenbar genau richtig. Finanzmarktexperten sehen darin auch einen Effekt der politischen Unsicherheit durch die bevorstehende US-Wahl und Trumps angekündigte Wirtschaftspolitik: Unternehmen sichern sich jetzt Kapital und strukturieren ihre Geschäfte um – ideale Bedingungen für das Investmentbanking.

Radikalkur zeigt Wirkung

Gleichzeitig greift das massive Sparprogramm des Instituts. Von den angepeilten 2,5 Milliarden Euro Kostensenkungen sind bereits 85 Prozent realisiert. Die Zahl der Vollzeitstellen sank binnen Jahresfrist um 636 auf 89.687 Mitarbeitende. Weitere 2.000 Stellen sollen noch in diesem Jahr wegfallen, zudem plant die Bank eine weitere Reduzierung ihres Filialnetzes.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis des ersten Quartals“, erklärte Vorstandschef Christian Sewing. Die Eigenkapitalrendite kletterte auf beeindruckende 11,9 Prozent – deutlich über dem Zielwert von 10 Prozent für 2025 und eine dramatische Verbesserung gegenüber den 4,7 Prozent des Vorjahres.

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