Business & Beyond Games-Boom in Deutschland: Bundesregierung um Ministerin Bär stockt Förderung auf 125 Millionen Euro auf

Games-Boom in Deutschland: Bundesregierung um Ministerin Bär stockt Förderung auf 125 Millionen Euro auf

Doppelstrategie für den Spielestandort Deutschland

Die nun beschlossene Mittelerhöhung ist jedoch nur der erste Schritt einer umfassenderen Strategie. Parallel arbeitet die Bundesregierung an der Einführung einer ergänzenden steuerlichen Games-Förderung, wie sie in anderen führenden Entwicklerländern bereits Standard ist. Der game-Verband hatte erst im April ein eigenes Konzept vorgelegt, das aufzeigt, welche volkswirtschaftlichen Hebeleffekte eine solche Förderung generieren könnte.

„Diese Entscheidung ist ein wichtiges und ermutigendes Zeichen, dass Deutschland international vergleichbare Rahmenbedingungen schafft und im Wettbewerb der Games-Standorte schnell aufholen will“, betont Falk. Die Kombination aus direkter Projektförderung und steuerlicher Entlastung soll Deutschland mittelfristig zu einem attraktiven Standort für Spieleentwickler aus aller Welt machen.

Nachhaltige Wirkung statt kurzfristiger Impulse

Die neue Förderstrategie zielt darauf ab, die Rahmenbedingungen für die Games-Entwicklung in Deutschland verlässlicher und berechenbarer zu gestalten. Statt kurzfristiger Impulse, die durch Antragsstopps immer wieder ausgebremst wurden, setzt die Bundesregierung nun auf langfristige Planungssicherheit. Dies ist entscheidend, da die Entwicklung hochwertiger Spiele oft mehrere Jahre in Anspruch nimmt und erhebliche Investitionen erfordert.

Mit der deutlichen Aufstockung der Fördermittel reagiert die Bundesregierung auf die langjährigen Forderungen des game-Verbandes. Die Branche hatte wiederholt auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Förderung dem tatsächlichen Bedarf anzupassen, um international konkurrenzfähig zu bleiben.

Ausblick

Die massive Aufstockung der Games-Förderung könnte einen Wendepunkt für den Spielestandort Deutschland markieren. Nach Jahren der Unsicherheit haben Entwickler nun die Chance, mit verlässlicher Unterstützung innovative Projekte zu realisieren. Die geplante Einführung einer ergänzenden steuerlichen Förderung wird diesen Effekt voraussichtlich noch verstärken.

Entscheidend wird sein, wie schnell die erhöhten Fördermittel tatsächlich in die Projekte fließen und ob die Antragsverfahren effizienter gestaltet werden können. Wenn die Bundesregierung ihre ambitionierten Pläne konsequent umsetzt, könnte Deutschland mittelfristig zu den führenden Games-Standorten in Europa aufschließen und die kreative Kraft der heimischen Entwicklerszene voll entfalten.

Häufig gestellte Fragen zum Thema „Games-Förderung in Deutschland“

  • Warum braucht die Games-Branche in Deutschland überhaupt staatliche Förderung? Deutsche Entwicklerstudios haben im internationalen Vergleich Kostennachteile von etwa 30 Prozent gegenüber führenden Standorten. In anderen Ländern gibt es bereits seit Jahren umfangreiche Förderprogramme und steuerliche Anreize für die Games-Entwicklung. Ohne vergleichbare Unterstützung können deutsche Studios im globalen Wettbewerb kaum bestehen.
  • Was hat zum Einbruch bei den Neugründungen in der deutschen Games-Branche geführt? Der drastische Rückgang von Neugründungen um 65 Prozent zwischen 2020 und 2023 ist vor allem auf die unzureichenden Fördermittel und die daraus resultierenden Antragsstopps zurückzuführen. Diese mangelnde Planungssicherheit hat viele potenzielle Gründer abgeschreckt und bestehende Studios verunsichert.
  • Was bedeutet die steuerliche Games-Förderung, die zusätzlich geplant ist? Die geplante steuerliche Games-Förderung würde Entwicklerstudios ermöglichen, einen Teil ihrer Entwicklungskosten steuerlich geltend zu machen. Dieses Modell hat sich in führenden Games-Nationen wie Kanada, Großbritannien und Frankreich bereits bewährt und sorgt dort für ein dynamisches Wachstum der Branche.

Quelle: Pressemitteilung des game – Verband der deutschen Games-Branche vom 24. Juni 2025, stadt-bremerhafe.de, kicker.de, it-times.de

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