Business & Beyond Handelsbilanz mit China: Deutschland kauft weniger, verkauft weniger, verliert mehr

Handelsbilanz mit China: Deutschland kauft weniger, verkauft weniger, verliert mehr

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China exportierte im Juli 17,4 Prozent mehr nach Deutschland, importierte aber weniger. Der Überschuss wächst auf fast 27 Mrd. Dollar, deutsche Kernbranchen spüren den Druck.

Während China seine Ausfuhren weltweit um fast ein Viertel steigert, fällt der Anstieg im Handel mit Deutschland noch deutlicher aus. Im Juli verkauften chinesische Unternehmen Waren im Wert von 12,3 Mrd.

Dollar nach Deutschland, ein Plus von 17,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie aus Daten der chinesischen Zollbehörde hervorgeht, über die WirtschaftsWoche berichtet. Gleichzeitig sanken Chinas Importe aus Deutschland um 2,7 Prozent auf 7,9 Mrd. Was wie eine Momentaufnahme wirkt, ist längst ein stabiler Trend mit wachsender Schlagseite, der sich seit Monaten fortschreibt und sich in nahezu jeder neuen Datenveröffentlichung bestätigt.

Der Überschuss verfestigt sich über Monate

Von Januar bis Juli legten Chinas Ausfuhren nach Deutschland um 18,8 Prozent auf 79,7 Mrd. Dollar zu, während die Einfuhren aus Deutschland nur um 1,1 Prozent auf 53 Mrd. Dollar stiegen. Der chinesische Handelsüberschuss mit Deutschland kletterte damit in den ersten sieben Monaten auf fast 27 Mrd. Dollar, wie WirtschaftsWoche und Handelsblatt übereinstimmend berichten.

Zum Vergleich: Chinas globaler Handelsbilanzüberschuss sank im Juli leicht von 125,62 Mrd. Dollar im Juni auf 112,5 Mrd. Dollar, wie Handelsblatt unter Berufung auf die Zollbehörde schreibt. Im Verhältnis zu Deutschland bewegt sich die Kurve dagegen ausschließlich in eine Richtung: nach oben, zulasten der deutschen Exportbilanz. Der Unterschied zwischen globalem und bilateralem Trend zeigt, dass Deutschland innerhalb von Chinas Handelsgeflecht eine Sonderrolle einnimmt, und zwar keine günstige.

Auto- und Maschinenbau spüren den Wettbewerbsdruck doppelt

Besonders betroffen sind laut WirtschaftsWoche der Auto- und Maschinenbau, zwei Branchen, die traditionell das Rückgrat des deutschen Chinageschäfts bilden. Deutsche Hersteller verlieren dort Marktanteile an lokale Konkurrenten und treffen zugleich auf den Weltmärkten auf preislich aggressive chinesische Anbieter.

Das Muster ist doppelt unangenehm: Weniger Absatz in China selbst trifft auf mehr Konkurrenz in Drittmärkten, während gleichzeitig mehr chinesische Ware nach Deutschland fließt. Eine Entwicklung, die sich in den Exportstatistiken der vergangenen Monate wiederholt und strukturell wirkt, nicht saisonal. Für Zulieferer und Maschinenbauer bedeutet das eine Zangenbewegung, die sich weder mit einem starken Quartal noch mit einem einzelnen Modelljahr erklären lässt, sondern über den gesamten bisherigen Jahresverlauf sichtbar wird.

Andere Weltregionen kaufen mehr, Deutschland kauft weniger

Der Kontrast zu anderen Handelspartnern fällt deutlich aus. Chinas Einfuhren aus den ASEAN-Staaten stiegen im Juli um 36 Prozent, aus Russland um 26,8 Prozent, aus Afrika um 25 Prozent und aus den USA um 15,3 Prozent, wie WirtschaftsWoche auf Basis der Zolldaten aufschlüsselt. Gleichzeitig wuchsen Chinas Exporte in die ASEAN-Staaten um 38,4 Prozent und nach Afrika um 18,2 Prozent.

Deutschland fällt in diesem Bild als Absatzmarkt zurück, während es als Lieferant für China an Relevanz verliert. Laut Handelsblatt war vor allem der globale Investitionsboom im Bereich Künstliche Intelligenz ein Grund für Chinas Exportstärke im Juli. Andere Regionen profitieren also gleich doppelt von Chinas Handelsdynamik, als Käufer und als Verkäufer, während Deutschland auf beiden Seiten der Bilanz an Boden verliert.

Business Punk Check

Fakt ist: Der deutsche Handelsüberschuss mit China dreht sich seit Monaten weiter zulasten Deutschlands, belegt durch offizielle Zolldaten. Fakt ist auch, dass Auto- und Maschinenbau laut WirtschaftsWoche besonders betroffen sind.

Offen bleibt, wie deutsche Branchenverbände wie VDA und VDMA konkret gegensteuern wollen, dazu liegen in den Quellen keine aktuellen Stellungnahmen vor. Die Zahlen zeigen ein strukturelles Ungleichgewicht, keine kurzfristige Delle.

Auf einen Blick

  • Chinas Exporte nach Deutschland stiegen im Juli um 17,4 Prozent auf 12,3 Mrd. Dollar, während die Importe aus Deutschland um 2,7 Prozent sanken.
  • Von Januar bis Juli wuchs der chinesische Handelsüberschuss mit Deutschland auf fast 27 Mrd. Dollar.
  • Auto- und Maschinenbau gelten laut WirtschaftsWoche als besonders stark vom wachsenden Wettbewerbsdruck betroffen.
  • Andere Weltregionen wie die ASEAN-Staaten oder Afrika verzeichneten sowohl bei Chinas Importen als auch Exporten deutlich stärkere Zuwächse als Deutschland.

Quellen: WirtschaftsWoche, Handelsblatt

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