Business & Beyond Nach Mega IPO: SpaceX verliert 600 Milliarden Dollar in drei Tagen

Nach Mega IPO: SpaceX verliert 600 Milliarden Dollar in drei Tagen

Der größte Börsengang der Geschichte wird zur Bruchlandung: SpaceX vernichtet 600 Milliarden Dollar Börsenwert. Eine 20-Milliarden-Anleihe entlarvt Musks Kapitalhunger.

Vom Rekord-IPO zum historischen Crash: SpaceX hat in nur drei Handelstagen 600 Milliarden Dollar Börsenwert pulverisiert. Die Aktie rutschte unter den Erstschlusskurs von 160,90 Dollar und schloss am Montag bei 154,60 Dollar – ein Minus von 23 Prozent seit dem Höhenflug.

Laut Tagesschau ist das der zweitgrößte Tagesverlust in der Wall-Street-Geschichte, gemessen in absoluten Zahlen. Nur Nvidia hatte im Januar 2024 noch mehr verbrannt. Trotzdem bleibt SpaceX mit zwei Billionen Dollar Marktkapitalisierung das sechstgrößte Unternehmen weltweit.

Anleihe statt Liquidität – der Markt riecht Gefahr

Der Absturz hat einen konkreten Auslöser: SpaceX kündigte eine 20-Milliarden-Dollar-Anleihe an, um einen Brückenkredit abzulösen. Dieser Kredit hatte zuvor Schulden von Elon Musks KI-Firma xAI refinanziert. Das Problem: Der Konzern sitzt auf über 100 Milliarden Dollar Cash, davon 85 Milliarden frisch aus dem Börsengang. Warum dann Fremdkapital?

Investoren wittern Musks unersättlichen Kapitalbedarf für seine Tech-Visionen. Die Anleihe rentiert 1,4 Prozentpunkte über US-Staatsanleihen – mehr als Intel mit vergleichbarem Rating zahlt. SpaceX schreibt Milliardenverluste, S&P Global Ratings erwartet keine Besserung bis 2029. Trotzdem meldete Bloomberg eine Nachfrage von 89 Milliarden Dollar für die Anleihe.

Bewertung auf Pump – die Rechnung geht nicht auf

Die Bewertung von SpaceX basiert auf Zukunftsversprechen, nicht auf Gegenwart. 2025 fuhr der Konzern 4,9 Milliarden Dollar Nettoverlust ein, im ersten Quartal 2026 kamen 4,28 Milliarden hinzu. Musk verspricht bis 2030 eine Billion Dollar Umsatz.

Der Markt bewertet SpaceX mit dem 100-Fachen des Jahresumsatzes – eine absurde Kennzahl für ein defizitäres Unternehmen. Die KI-Sparte, auf die viele Anleger setzen, verlor allein 2025 rund 6,4 Milliarden Dollar. Steigende Zinsen verschärfen die Lage: Die Fed erwägt Zinserhöhungen, US-Staatsanleihen rentieren bereits bei 4,5 Prozent. Für schuldenfinanzierte Tech-Fantasien wird die Luft dünn.

Globale Tech-Korrektur – Seoul stoppt den Handel

SpaceX ist kein Einzelfall. Die Tech-Korrektur erfasst globale Märkte. In Südkorea brach der Kospi um zehn Prozent ein, der Handel wurde gestoppt. Samsung und SK Hynix verloren zweistellig. Der Nikkei in Tokio gab drei Prozent ab, der DAX 1,5 Prozent.

Infineon und Siemens Energy gehörten zu den größten Verlierern. Der Nasdaq Composite rutschte um 1,3 Prozent. Nur vier Prozent der SpaceX-Aktien sind frei handelbar – bei diesem geringen Streubesitz verstärken sich Bewegungen. Michael O’Rourke von JonesTrading bringt es auf den Punkt: Jeder, der kaufen wollte, hat bereits gekauft.

Business Punk Check

SpaceX entlarvt die Blase hinter dem KI-Hype. Ein Unternehmen mit Milliardenverlust, das mehr wert sein soll als Amazon, ist keine Innovation – sondern Spekulation auf Pump. Musks Kapitalhunger kennt keine Grenzen: Erst der größte Börsengang, dann sofort 20 Milliarden Dollar Schulden. Die Anleihe zeigt, dass selbst 85 Milliarden Cash nicht reichen. Investoren wetten auf Musks Versprechen, nicht auf Geschäftsmodelle.

Die Rechnung: bis 2030 eine Billion Umsatz bei aktuell 4,9 Milliarden Verlust jährlich. Das ist keine Strategie, sondern Größenwahn. Steigende Zinsen machen schuldenfinanzierte Tech-Fantasien teuer. Wer jetzt noch auf SpaceX setzt, glaubt an Wunder – oder spekuliert auf den nächsten Hype-Zyklus. Die unbequeme Wahrheit: SpaceX ist überbewertet, defizitär und abhängig von billigem Kapital. Der Markt korrigiert gerade diese Realität.

Quellen: Finanzen, Tagesschau, n-tv

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