Business & Beyond Trumps Kriegsende-Versprechen: Wall Street feiert, Öl crasht

Trumps Kriegsende-Versprechen: Wall Street feiert, Öl crasht

Donald Trump stellt ein baldiges Ende des Iran-Konflikts in Aussicht – und die Märkte drehen durch. Der S&P 500 springt um 1 Prozent, Öl stürzt von 119 auf unter 90 Dollar. Doch was steckt wirklich hinter der Börsen-Euphorie?

Nach elf Tagen Luftangriffen gegen den Iran tritt Donald Trump vor die Kameras – und liefert nicht die erwartete Eskalation, sondern eine Bestandsaufnahme mit Deeskalations-Potenzial. Die Operation „Epische Wut“ laufe nach Plan, die militärischen Ziele seien nahezu abgeschlossen.

Der 79-Jährige spricht von einem baldigen Kriegsende, auch wenn er selbst nicht an ein Ende in dieser Woche glaubt. „Wir haben einen kleinen Ausflug“ in den Nahen Osten unternommen, „um etwas Übles zu beseitigen. Und ich denke, Sie werden sehen, dass es ein kurzfristiger Ausflug wird“, sagte Trump am Montag in seinem Golfclub laut Bild. Die Märkte interessiert das wenig: Sie feiern bereits.

Geopolitischer Poker mit wirtschaftlichem Kalkül

Trump begründet die Offensive mit dem heimlichen Bau einer iranischen Atombrennstoff-Anlage. Ein Angriff auf US-Verbündete sei zu 100 Prozent sicher gewesen, behauptet der Präsident. Die Bilanz nach elf Tagen: Über 5000 bombardierte Ziele, 51 versenkte oder beschädigte Kriegsschiffe, 83 Prozent weniger iranische Drohnen-Starts.

Doch hinter der militärischen Rhetorik steckt knallhartes wirtschaftliches Kalkül. Trump kündigt an, ölbezogene Sanktionen auszusetzen und die US-Marine zum Schutz von Tankern in der Straße von Hormus einzusetzen. Sein Versprechen: niedrige Ölpreise. Die Warnung folgt sofort: Sollte der Iran die Versorgung stören, würden auch Stromerzeugungsanlagen bombardiert.

Wall Street im Rausch, Öl im freien Fall

Die Reaktion der Märkte ist eindeutig. Der S&P 500 klettert um 1 Prozent, der Ölpreis kollabiert von Spitzenwerten über 119 Dollar auf unter 90 Dollar pro Barrel. Laut n-tv hatte die morgendliche Ölpreis-Explosion die globalen Aktienbörsen massiv unter Druck gebracht – bis die Hoffnung auf ein schnelles Kriegsende die Panik verdrängte.

Auch die G7-Staaten bereiten die Öffnung strategischer Erdölreserven vor, wie der französische Finanzminister Roland Lescure bestätigt. Airlines profitieren sofort: United, Delta, American und Southwest legen bis zu 3,6 Prozent zu.

Politische Spannungen, wirtschaftliche Chancen

Während in Teheran Modschtaba Chamenei die Nachfolge seines getöteten Vaters antritt – eine Wahl, die Trump als „Enttäuschung“ bezeichnet – zeigen sich erste Risse im Weißen Haus. Vizepräsident JD Vance sei „vielleicht etwas weniger enthusiastisch“ bezüglich des Krieges, räumt Trump ein.

Besonders brisant: Trump hatte die Lage zuvor mit Wladimir Putin besprochen. Russland, selbst von Sanktionen gegen seine Öleinnahmen betroffen, dürfte großes Interesse an der Entwicklung haben. Am Rentenmarkt halten sich Inflationssorgen und Konjunkturängste die Waage – die vom Ölpreisanstieg befeuerte Inflation lässt der US-Notenbank kaum Spielraum für Zinssenkungen.

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