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Uber ohne Fahrer: Angriff auf die autonome Zukunft

Uber ohne Fahrer: Angriff auf die autonome Zukunft
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Lesezeit2 Min · 339 Wörter

Uber baut sich neu auf – nicht mehr nur als Plattform für Fahrer, sondern als Betriebssystem für autonome Mobilität. Mit der neuen Einheit „Uber Autonomous Solutions“ will der Konzern AV-Firmen alles abnehmen, was nicht Software ist. Ziel: Robotaxis schneller in die Städte bringen und selbst unverzichtbar bleiben. Denn wenn autonome Flotten kommen, steht Ubers heutiges Geschäftsmodell auf dem Spiel.

Vom Fahrdienst zur AV-Infrastruktur

Uber positioniert sich neu: Mit „Uber Autonomous Solutions“ startet der Konzern eine Sparte, die Herstellern von Robotaxis, autonomen Lkw und Lieferrobotern den kompletten operativen Unterbau liefern soll. Statt selbst autonome Fahrzeuge zu entwickeln, bietet Uber Software-Services, Flottenbetrieb, Infrastruktur, Daten, Regulierungssupport und Kundenerlebnis aus einer Hand. Die Botschaft an die Branche ist klar: Baut ihr die autonome Technik – wir kümmern uns um den Rest.

Partnerschaften als strategisches Netz

Die Grundlage dafür hat Uber über Jahre gelegt. Der Konzern hat Partnerschaften mit fast zwei Dutzend AV-Firmen aufgebaut – von Robotaxi-Entwicklern über Lieferroboter bis zu Drohnenanbietern – und in mehrere investiert. Parallel entstanden eigene Daten- und Infrastrukturprojekte wie AV-Labs und Ladeinfrastruktur für autonome Flotten. Jetzt bündelt Uber diese Bausteine zu einem integrierten Angebot, das AV-Unternehmen schneller skalieren und ihre Kosten pro Kilometer senken soll.

Flottenbetrieb, Daten, Regulierung: Alles aus einer Hand

Uber will insbesondere dort ansetzen, wo AV-Firmen heute kämpfen: Betrieb im Alltag. Dazu gehören Trainingsdaten und Mapping, Finanzierung von Fahrzeugflotten, Versicherungen, Remote-Support, regulatorische Genehmigungen oder das Management komplexer Einsatzorte wie Events und Flughäfen. Selbst die menschlichen „Operatoren“, die autonome Fahrzeuge überwachen oder unterstützen, sollen über Uber organisiert werden. Ziel ist ein standardisierter Betriebs-Layer für autonome Mobilität.

Existenzfrage für Uber selbst

Der Vorstoß ist zugleich Verteidigungsstrategie. Nachdem Uber seine eigene AV-Entwicklung 2020 verkauft hatte, droht die Zukunft autonomer Flotten das klassische Ride-Hailing-Geschäft zu verdrängen. Kooperationen mit Playern wie Waymo, Baidu oder Volkswagen sichern zwar Präsenz im Markt, ersetzen aber keine potenziell wegfallenden Fahrerumsätze. Mit „Uber Autonomous Solutions“ versucht der Konzern daher, auch in einer fahrerlosen Mobilitätswelt zentraler Vermittler und Infrastrukturbetreiber zu bleiben.

Günther Suchy

Head of Digital Editorial

Günther Suchy ist bei Business Punk Head of Digital Editorial. Daneben ist der promovierte Volkswirt Professor für Kommunikation und Journalismus an der Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) am Campus Ravensburg – also einer, der die Medienwelt nicht nur lehrt, sondern lebt. Als gelernter Redakteur kennt er den Journalismus und die digitalen Medien jenseits des Elfenbeinturms: An der DHBW Ravensburg leitet das Hochschulradio „Das kleine U-Boot“, baut crossmediale Ausbildungs- und Produktionsformate auf und hält dabei immer den Finger am Puls der Branche. Bevor er an die staatliche Hochschule nach Ravensburg kam, war Suchy unter anderem in der Unternehmenskommunikation von MAN und in leitenden Funktionen digitaler Medienprojekte tätig – sowie als Online-Redaktionsleiter der Automotive-Formate bei Motorvision (DSF). Seine Lehr- und Forschungsprojekte bringen ihn immer wieder an Universitäten und Hochschulen in aller Welt, u.a. nach Shanghai/China, Chile oder Marrakesh/Marokko. Im Königreich Bhutan lehrte er 2024 und 2025 am Royal Thimpu College und gab Seminare am Nationalen Olympischen Komitee zum Thema „Nachhaltigkeitskommunikation im Sport“. An der Universität Durban in Südafrika unterrichtet er regelmäßig das Thema "Green Startups" und vermittelt in Praxis-Workshops Know-how zu innovativen Gründerthemen. Zwischen Subkultur, Startup-Mindset und System fühlt er sich zu Hause – und genau aus dieser Perspektive schreibt er für Business Punk.