Business & Beyond Uniper wieder profitabel – doch jetzt wird’s ernst für den Bund

Uniper wieder profitabel – doch jetzt wird’s ernst für den Bund

Nach der teuersten Konzernrettung der deutschen Geschichte schreibt Uniper wieder schwarze Zahlen. Für die Bundesregierung beginnt jetzt das heikle Spiel: Wie wird man 13,5 Milliarden Euro Steuergeld wieder los?

Der Staat als Energiehändler – was 2022 nach Notfallplan klang, entwickelt sich zur lukrativen Zwischenstation. Uniper, Deutschlands größter Gasimporteur, meldet für das erste Quartal einen bereinigten Gewinn von 231 Millionen Euro sowie ein operatives Ebitda von 407 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte.

Im Vorjahresquartal hatte der Konzern noch tief in den roten Zahlen gesteckt. Die Düsseldorfer sprechen von einem „stabilen operativen Geschäft“ – bemerkenswert angesichts der Turbulenzen am Energiemarkt durch den Nahost-Konflikt.

Krisenmodus als Normalzustand

„Das operative Geschäft zeigt sich aktuell aufgrund der konsequenten Reduzierung von Risiken auch in Zeiten hoher Preisvolatilität auf den Energiemärkten in Folge des Konflikts im Nahen Osten stabil“, erklärte der Konzern laut WirtschaftsWoche. Konzernchef Michael Lewis betonte, dass Uniper kein Flüssiggas aus dem Nahen Osten beziehe.

Finanzchef Christian Barr bestätigte die Jahresprognose – selbst für den Fall weiter volatiler Energiemärkte, so Handelsblatt. Die Zahlen sind mehr als Bilanzkosmetik. Sie sind der Lackmustest für die größte Frage der Energiewende: Kann ein staatsgeführter Konzern profitabel wirtschaften? Die Antwort scheint ja zu lauten – zumindest kurzfristig.

Der 13,5-Milliarden-Exit

Doch die eigentliche Herausforderung beginnt erst. Die Bundesregierung will schon bald die Reprivatisierung einleiten, berichteten Insider gegenüber Reuters. Der Bund hatte Uniper 2022 vor der Pleite bewahrt, nachdem russische Gaslieferungen ausgeblieben waren.

Die Rettung kostete laut Unternehmen rund 13,5 Milliarden Euro Kapital vom Bund. Die EU-Kommission genehmigte die Staatshilfe nur unter strengen Auflagen: Bis Ende 2028 muss der Bund seine Beteiligung auf 25 Prozent plus eine Aktie reduzieren [WirtschaftsWoche]. Das bedeutet: In den kommenden dreieinhalb Jahren muss der Staat drei Viertel seiner Anteile verkaufen – und zwar zu Preisen, die zumindest einen Teil der Milliarden zurückbringen.

Business Punk Check

Die schwarzen Zahlen kommen zur rechten Zeit, doch die eigentliche Bewährungsprobe steht noch aus. Ein profitables Quartal macht noch keinen attraktiven Börsengang – zumal die Energiemärkte volatiler sind als je zuvor. Die Frage ist nicht, ob Uniper Gewinn macht, sondern zu welchem Preis Investoren dem Staat die Aktien abnehmen werden. Der Bund sitzt auf einem Dilemma: Verkauft er zu früh, verschenkt er potenzielle Gewinne.

Wartet er zu lange, riskiert er die EU-Deadline. Und dann ist da noch die politische Dimension: Jeder Euro unter dem Einkaufspreis wird zum Wahlkampfthema. Die Regierung hat Uniper stabilisiert – ob sie auch den Exit hinbekommt, entscheidet sich in den nächsten Monaten. Für Finanzinvestoren gilt: Wer jetzt zugreift, wettet nicht nur auf Uniper, sondern auf die Kompetenz des Staates als Verkäufer. Ein riskantes Spiel.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Gewinn hat Uniper im ersten Quartal gemacht?

Uniper erzielte im Q1 einen bereinigten Gewinn von 231 Millionen Euro und ein operatives Ebitda von 407 Millionen Euro – nach Verlusten im Vorjahresquartal.

Wann muss der Bund seine Uniper-Anteile verkaufen?

Bis Ende 2028 muss die Bundesregierung ihre Beteiligung gemäß EU-Auflagen auf 25 Prozent plus eine Aktie reduzieren. Die Reprivatisierung soll zeitnah beginnen.

Warum musste Uniper 2022 verstaatlicht werden?

Nach dem Stopp russischer Gaslieferungen drohte Uniper die Pleite. Der Bund rettete den größten deutschen Gasimporteur mit rund 13,5 Milliarden Euro.

Wie stabil ist Unipers Geschäft trotz Nahost-Konflikt?

Uniper bezieht kein Flüssiggas aus dem Nahen Osten und bestätigt die Jahresprognose trotz hoher Preisvolatilität am Energiemarkt.

Quellen: WirtschaftsWoche, Handelsblatt

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