Business & Beyond VW streicht ein Viertel des Managements: Blume weitet den Sparkurs aus

VW streicht ein Viertel des Managements: Blume weitet den Sparkurs aus

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Bei VW trifft der Sparkurs zuerst die Etagen über dem Band: Ein Viertel der Managementstellen soll wegfallen, während Emden und Zwickau auf Antworten warten.

Wer bei Volkswagen dachte, Sparrunden treffen vor allem die Werkshallen, muss umdenken. Konzernchef Oliver Blume hat bei der Betriebsversammlung in Emden angekündigt, ein Viertel der Managementstellen zu streichen.

Das ist bemerkenswert, weil die öffentliche Debatte um VW bislang fast ausschließlich um Werksschließungen und Bandmitarbeitende kreiste. Nun rückt eine andere Beschäftigtengruppe ins Zentrum des Sparprogramms: Führungskräfte, zentrale Funktionen, Entwicklung und Vertrieb. Blume selbst hatte zuvor bereits angekündigt, die Kapazitäten in den europäischen Konzernwerken um 500.000 Fahrzeuge pro Jahr zu senken, ein Hinweis darauf, dass der Managementabbau nur ein Baustein eines größeren Umbaus ist.

Management zahlt drauf, aber Standorte bleiben unsicher

„Alle Bereiche müssen ihren Teil beitragen; es ist ein Kraftakt, der nur gemeinsam gelingen kann“, sagte Blume laut Handelsblatt in Emden. Der Satz klingt nach Gleichbehandlung, doch die eigentliche Unsicherheit bleibt bei den Produktionsstandorten. Für Emden, Zwickau, Hannover und die Audi-Tochter Neckarsulm gebe es weiterhin keine „wettbewerbsfähige Belegung“ für die 2030er-Jahre, bekräftigte Blume laut WirtschaftsWoche.

Schließungsbeschlüsse seien nicht gefallen, eine Zusage für den Fortbestand aber auch nicht. Für die Beschäftigten bedeutet das: Der Managementabbau ist die einzige konkrete Zahl in einem ansonsten vagen Sparplan. Sein Ziel formulierte Blume mit einem Zeitrahmen: Innerhalb von sechs bis zwölf Monaten wolle er belastbare Perspektiven für alle Standorte schaffen, wie WirtschaftsWoche berichtet. Bis dahin bleibt die Belegschaft auf Ankündigungen angewiesen, nicht auf Zusagen.

Emden zeigt das Paradox der E-Auto-Wette

Besonders irritierend ist die Lage in Emden. Das Werk hat Ende 2024 die letzte Verbrennerproduktion eingestellt und baut nach einer Milliardeninvestition ausschließlich E-Autos wie den ID.7, mit rund 7.700 Beschäftigten laut WirtschaftsWoche. Trotzdem gilt der Standort als gefährdet. Blume begründete das mit Arbeitskosten, die mehr als doppelt so hoch liegen wie an vergleichbaren europäischen Standorten.

„Das ist kein Vorwurf, es ist die Realität, an der wir uns messen lassen müssen“, sagte er. Das Paradox: Wer frühzeitig auf E-Mobilität umgesattelt hat, ist vor Sparprogrammen nicht automatisch sicher. Kostenstruktur schlägt Zukunftsinvestition. Blume kündigte zudem einen anhaltenden Sparkurs an: „Der Weg ist noch nicht zu Ende“, sagte er laut WirtschaftsWoche, ein Satz, der die Belegschaft eher auf weitere Einschnitte als auf Entwarnung einstimmt.

Zwickau liefert Zahlen, bekommt aber keine Garantie

In Zwickau, dem VW-Pionierwerk für Elektromobilität seit 2020, ist die Belegschaft bereits von rund 11.000 auf etwa 8.000 geschrumpft. 2027 soll eine der beiden Fertigungslinien stillgelegt werden, so WirtschaftsWoche. Betriebsratschef Mario Albert verwies laut WirtschaftsWoche darauf, dass Zwickau 2025 als einziges deutsches Werk seine Fabrikkostenziele erreicht habe.

Blume lobte die Region ausdrücklich: „Man kann allen im Konzern nur immer wieder sagen: Schaut nach Sachsen, wie gut das da gelaufen ist.“ Trotzdem bekam auch Zwickau keine Standortgarantie. Vor dem Werkstor demonstrierten Beschäftigte von VW und Zulieferern gemeinsam für den Erhalt der Fabrik, begleitet von Plakaten wie „Mama, hast du in 5 Jahren noch Arbeit?“. Der Zwickauer IG-Metall-Bevollmächtigte Thomas Knabel fasste die Stimmung nach der Versammlung nüchtern zusammen: „Die entscheidenden Fragen sind nicht beantwortet worden“, so Knabel laut WirtschaftsWoche.

Business Punk Check

Fakt ist: Blume kündigt einen Stellenabbau von einem Viertel im Management an, belegt durch übereinstimmende Berichte von Handelsblatt und WirtschaftsWoche. Fakt ist auch, dass für vier deutsche Standorte weiterhin keine Belegung für die 2030er-Jahre feststeht.

Interpretation: Der Managementabbau wirkt wie ein Signal der Lastenteilung, ändert aber nichts an der strukturellen Kostenfrage der Werke. Offen bleibt, ob VW innerhalb der von Blume genannten sechs bis zwölf Monate belastbare Standortentscheidungen liefert oder die Unsicherheit erneut verlängert.

Auf einen Blick

  • VW-Chef Oliver Blume kündigte bei der Betriebsversammlung in Emden an, ein Viertel der Managementstellen zu streichen.
  • Für die Standorte Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm gibt es laut Blume weiterhin keine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er-Jahre.
  • In Emden liegen die Arbeitskosten laut Blume mehr als doppelt so hoch wie an vergleichbaren europäischen Standorten, obwohl das Werk erst nach Milliardeninvestitionen komplett auf E-Autos umgestellt wurde.
  • Die Beschäftigtenzahl in Zwickau ist bereits von rund 11.000 auf etwa 8.000 gesunken, 2027 soll dort eine Fertigungslinie stillgelegt werden.

Quellen: WirtschaftsWoche, WirtschaftsWoche, Handelsblatt

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