Business & Beyond Weimer gegen Streaming-Konzerne: Kulturstaatsminister fordert Milliarden für deutsche Inhalte

Weimer gegen Streaming-Konzerne: Kulturstaatsminister fordert Milliarden für deutsche Inhalte

Kulturstaatsminister Weimer fordert Investitionspflicht für Streaming-Plattformen. Während Netflix und Co. in Deutschland Milliarden verdienen, bleiben deutsche Produktionen auf der Strecke. Frankreich macht vor, wie es geht.

Leere Filmsets, arbeitslose Kreative, abgesagte Produktionen – die deutsche Filmbranche steckt in einer handfesten Krise. Während internationale Streaming-Giganten den deutschen Markt abschöpfen, fließt nur ein Bruchteil dieser Einnahmen zurück in lokale Produktionen.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer will das ändern und hat zum „Streamer-Gipfel“ ins Kanzleramt geladen. Sein Ziel: Netflix, Amazon und Disney+ stärker in die finanzielle Verantwortung nehmen.

Streaming-Boom mit Schattenseiten

Fast 80 Prozent der deutschen Produktionsfirmen berichten von sinkenden Aufträgen durch internationale Streaming-Dienste, wie eine Umfrage des Branchenverbands Produktionsallianz ergab, so „tagesschau.de“. Gleichzeitig steigen die Produktionskosten durch Inflation, höhere Energiepreise und wachsende technische Anforderungen.

„Die Lage und die Stimmung der deutschen Film- und Serienbranche kann man tatsächlich nur als düster bezeichnen“, sagt Andreas Bareiss, Direktor der Filmakademie Baden-Württemberg, laut „tagesschau.de“. „Die Aufträge gehen zurück, die Kosten steigen – und es herrscht ein Marktumfeld, in dem deutsche Produzentinnen und Produzenten kaum noch mit dem Ausland konkurrieren können.“.

Frankreich als Vorbild

Während Deutschland noch diskutiert, haben andere Länder längst Fakten geschaffen. In Frankreich müssen Streaming-Anbieter bereits 20 Prozent ihres Umsatzes in lokale Produktionen investieren, wie „taz.de“ berichtet. Auch Südkorea hat mit gezielter Förderung und strategischen Kooperationen einen regelrechten Content-Boom ausgelöst, der weltweit erfolgreiche Produktionen wie „Squid Game“ hervorbrachte.

„Wer in Deutschland erfolgreich Geschäfte macht, vom deutschen Markt und steuerfinanzierter Förderung profitiert, soll auch vermehrt in deutsche Filmproduktionen investieren“, fordert Weimer laut „tagesschau.de“. Der Kulturstaatsminister erinnerte daran, dass der Koalitionsvertrag im Zuge der Filmförderung auch eine Investitionsverpflichtung vorsehe.

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