Deluxe & Destinations Namaste, Nirwana – und ein bisschen Nussmilch

Namaste, Nirwana – und ein bisschen Nussmilch

Was auf den Teller kommt, kommt vom Feld

Die Küche im Sonnhof ist kein Wellness-Kompromiss, sondern ein Hochgenuss. Kein Zucker, kein Koffein, kein Alkohol – und doch vermisse ich nichts. Stattdessen: Kurkuma-Porridge mit Apfel-Chutney, gedünstete Karotten mit Kreuzkümmel, Fenchelsuppe mit Ghee. Alles leicht, warm, erdig – Essen, das nicht betäubt, sondern belebt. Viele Zutaten kommen vom eigenen Lindhof, wo die Hühner glücklicher picken als ich beim Brunchbuffet.

Am Abend serviert Küchenchef Christoph Grainer ein Menü, das sich wie eine Reise durch die Jahreszeiten anfühlt. Aubergine mit Senfkörnern, Rote-Bete-Salat mit schwarzem Sesam, Mungbohnen-Dal zum Löffeln und Loslassen. Sogar der Nachtisch – Dattelcreme mit Rosenwasser – fühlt sich an wie ein Gedicht auf der Zunge.

Beobachtungen am Rande der Wellness-Revolution

Im Ruhebereich der neuen Pool-Area liegen sie nebeneinander wie in einem futuristischen Kloster: eine junge Start-up-Gründerin aus Berlin, die einen Burnout mit Ayurveda kurieren will. Eine pensionierte Opernsängerin, die hier ihre Stimme „zurück ins Herz holen“ will. Und ein skandinavischer Manager mit Sinnkrise und Sehnenscheidenentzündung, der sich nach der Abhyanga-Massage so tiefenentspannt fühlt, dass er seine Investoren erstmal auf stumm schaltet.

Dieser Ort heilt nicht nur – er verändert.

Der Sonnhof ist kein Ort für schnelle Selfcare, sondern für langsame Transformation. Wer hier ankommt, bleibt ein bisschen länger – bei sich selbst, bei der Natur, beim Leben. Und vielleicht ist das das größte Geschenk: Nicht noch eine weitere Spa-Erfahrung zu machen, sondern die wichtigste Reise anzutreten, die man antreten kann. Die zu sich selbst.

Oder wie Elisabeth Naschberger-Mauracher es sagt: „Wir wollen Menschen nicht perfektionieren – wir wollen sie erinnern. An das, was sie schon immer waren.“

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