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Digit 5: Agility Robotics lässt Humanoiden ohne Zaun ins Lager

Humanoider Lagerroboter arbeitet ohne Schutzzaun direkt neben einem Menschen, im Hintergrund liegt ein abmontiertes Zaunelement
BP | KI-generiert mit ChatGPT Digit 5: Zaunfrei neben dem Menschen
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Agility Robotics stellt mit Digit 5 einen Humanoiden vor, der ohne Schutzzaun neben Menschen arbeiten soll. 300 Mio. Dollar Orders zeigen: Der Markt glaubt daran, bevor der Sicherheitsbeweis im Alltag steht.

Agility Robotics hat Digit 5 vorgestellt, den Nachfolger seines humanoiden Lagerroboters. Der zentrale Unterschied zum Vorgänger: Digit 5 soll ohne die bislang üblichen Trennwände direkt neben Menschen arbeiten dürfen, wie heise berichtet.

Möglich machen soll das eine Kombination aus KI-gestützter Personenerkennung, Sensorik und Nvidias Sicherheitsplattform Halos, für die Agility laut The Decoder erster Partner ist. Der Roboter soll anhalten, ausweichen oder sich hinsetzen, wenn Menschen zu nah kommen und vorab optische sowie akustische Signale senden.

Sicherheit ohne Zaun als Wette

Bislang musste selbst Digit 4 während der Arbeit durch Trennwände von Kolleginnen und Kollegen separiert werden, weil umfallende Humanoide reale Verletzungsrisiken bergen, so heise. Dass Digit 5 diese Barriere aufheben soll, ist deshalb mehr als ein technisches Detail, es verändert die Betriebsorganisation ganzer Lagerhallen.

Agility stützt sein Sicherheitsversprechen auf mehr als 65.000 Betriebsstunden des Vorgängers bei Kunden wie GXO, Amazon, Schaeffler und Toyota sowie auf eine laut Unternehmen bestandene OSHA-Sicherheitsprüfung von Digit 4 auf einer Produktionslinie. Bei GXO habe der Vorgänger laut The Decoder rund 100.000 Behälter mit etwa 98 Prozent Genauigkeit bewegt. Ein unabhängiger Nachweis für Digit 5 selbst steht damit noch aus, die Erfahrungswerte stammen vom Vorgängermodell und aus drei Jahren Industrieeinsatz.

Mehr Kraft, weniger Ladezeit

Technisch legt Digit 5 spürbar zu: Der Roboter hebt laut The Decoder bis zu 22,7 Kilogramm, 40 Prozent mehr als Digit 4 und wächst auf 1,81 Meter sowie 129 Kilogramm Gewicht, wodurch er laut heise Regale bis 2,2 Meter Höhe erreicht. Zum Vergleich: Digit 4 kam auf 1,75 Meter, 64 Kilogramm Eigengewicht und griff nur bis 1,68 Meter Höhe.

Der Akku lädt in neun Minuten für 90 Minuten Laufzeit, ein Verhältnis von 10 zu 1 gegenüber 2 zu 1 beim Vorgänger, was nach Unternehmensangaben mehr als 20 Stunden Arbeit pro Tag im Schichtbetrieb ermöglichen soll. Wechselbare Greifer erlauben laut The Decoder den Wechsel zwischen Behältertransport und Maschinenbestückung. Gefertigt wird in Salem, Oregon, in einer Fabrik mit Kapazität für bis zu 10.000 Roboter pro Jahr, gebaut, entworfen und montiert in den USA, wie Agility betont.

Martin Wald

Tech & Security

Martin Wald analysiert die Schnittstelle zwischen Geld, Macht und Alltag. Seine Themen reichen von Rente, Sozialstaat und Gesundheit bis zu Wirtschaft, Märkten und technologischen Umbrüchen. Er zerlegt politische Entscheidungen, Urteile und Trends auf ihre ökonomischen Folgen und macht sichtbar, wer gewinnt, wer verliert und wo Risiken liegen. Der Blick ist pragmatisch, pointiert und nutzenorientiert. Keine Wohlfühltexte, sondern Einordnung für Menschen, die verstehen wollen, wie Systeme funktionieren und was das für ihre Entscheidungen bedeutet.