Brand & Brilliance Banken-Beben: Revolut schießt auf 115 Milliarden Dollar

Banken-Beben: Revolut schießt auf 115 Milliarden Dollar

Revolut hebt bei einer Sekundärplatzierung die eigene Bewertung auf 115 Milliarden US-Dollar – und spielt damit endgültig in der Liga der europäischen Bankengiganten. Der Aktienverkauf für Mitarbeiter zeigt: Investoren reißen sich weiter um das Fintech aus London.

Wer dachte, Revolut hätte seinen Zenit bereits erreicht, dürfte sich getäuscht haben. Eine neue Sekundärplatzierung katapultiert die Digitalbank auf eine Bewertung, von der viele Traditionsbanken nur träumen können.

Bloomberg: Mitarbeiter verkaufen Anteile zu Rekordbewertung

Revolut hat einen Prozess zum Verkauf von Mitarbeiteraktien gestartet und setzt dabei laut einem internen Memo, das Bloomberg einsehen konnte, eine Unternehmensbewertung von 115 Milliarden US-Dollar an. Jede Aktie wird dabei mit 2.017 US-Dollar bewertet. Es handelt sich um eine sogenannte Sekundärplatzierung, bei der keine neuen Aktien ausgegeben werden. Stattdessen erhalten Mitarbeiter die Möglichkeit, ihre bestehenden Anteile an neue und bestehende Investoren zu verkaufen. Für viele langjährige Beschäftigte dürfte sich das finanziell mehr als auszahlen.

Storonsky setzt auf Fundamentaldaten statt Hype

In der internen Mitteilung bezeichnet CEO Nik Storonsky den Aktienverkauf als weitere Gelegenheit für Mitarbeiter, Liquidität aus ihren Anteilen zu schaffen. Gleichzeitig macht er deutlich, warum Investoren derzeit Schlange stehen: Die starke operative Entwicklung der vergangenen zwölf Monate, robuste Fundamentaldaten und die Expansion in neue Märkte hätten eine außergewöhnlich hohe Nachfrage ausgelöst. Revolut präsentiert sich damit nicht als kurzfristiger KI-Hype, sondern als Fintech mit wachsendem Bankgeschäft und globalen Ambitionen.

Mehr wert als manche Banken-Legende

Mit einer Bewertung von 115 Milliarden US-Dollar legt Revolut gegenüber der letzten Finanzierungsrunde mit 75 Milliarden Dollar um mehr als 50 Prozent zu. Damit gehört das 2015 gegründete Unternehmen inzwischen zu den zehn wertvollsten Banken Europas. Umgerechnet ist Revolut inzwischen nahezu so viel wert wie Deutsche Bank und Commerzbank zusammen und übertrifft sogar die Marktkapitalisierung der britischen Großbank Barclays.

75 Millionen Kunden – und das nächste Ziel steht schon fest

Das Wachstum der Londoner Digitalbank bleibt rasant. Weltweit zählt Revolut inzwischen mehr als 75 Millionen Kunden, davon über drei Millionen in Deutschland. Nach Unternehmensangaben kommt derzeit etwa alle 20 Tage eine weitere Million Nutzer hinzu. Storonsky peilt an, bereits bis Mitte 2027 die Marke von 100 Millionen Kunden zu knacken. Parallel treibt Revolut seine internationale Expansion voran, beantragt unter anderem eine Banklizenz in den USA und hat zuletzt die Genehmigung für den vollständigen Bankbetrieb in Australien erhalten.

Börsengang? Das dürfte erst der nächste Boss-Move sein

Der Aktienverkauf gilt zugleich als weiterer Schritt auf dem Weg an die Börse. Storonsky hatte bereits angekündigt, innerhalb der kommenden zwei Jahre einen IPO anzustreben. Intern soll dabei sogar eine Bewertung von bis zu 200 Milliarden US-Dollar als mögliches Ziel diskutiert werden. Sollte Revolut dieses Niveau erreichen, wäre aus dem einstigen Fintech-Herausforderer endgültig einer der wertvollsten Finanzkonzerne der Welt geworden.

(Für diesen Artikel wurden unter anderem Informationen von Bloomberg verwendet.)

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