Finance & Freedom Rente mit 70? Wirtschaftsweiser sieht schwarz – und präsentiert unbequeme Wahrheiten

Rente mit 70? Wirtschaftsweiser sieht schwarz – und präsentiert unbequeme Wahrheiten

Die historische Dimension

Ironischerweise lag das Renteneintrittsalter bei der Einführung der gesetzlichen Rentenversicherung unter Bismarck am 1. Januar 1891 bereits bei 70 Jahren. Was damals als soziale Errungenschaft gefeiert wurde, wird heute als Zumutung betrachtet – obwohl die Lebenserwartung seither drastisch gestiegen ist.

Die Kritiker der Rente mit 70 sehen darin eine „verdeckte Rentenkürzung“. Die Rentenabschläge würden sich von heute maximal 14,4 Prozent auf 25,2 Prozent erhöhen, wenn jemand statt mit 70 bereits mit 63 in Rente gehen möchte. Besonders hart träfe es Menschen in körperlich anstrengenden Berufen, die kaum bis 70 durchhalten können.

Business Punk Check

Der Elefant im Raum: Unser Rentensystem ist ein Ponzi-Scheme mit staatlicher Lizenz. Die aktuelle Debatte um Rente mit 70 oder Boomer-Soli verschleiert den eigentlichen Systemfehler – ein Umlageverfahren kann in einer schrumpfenden Gesellschaft nicht funktionieren. Punkt. Die unbequeme Wahrheit: Wer heute unter 40 ist, sollte die gesetzliche Rente als Grundsicherung betrachten, nicht als Altersvorsorge. Die Zahlen sprechen Klartext: Bei einer Fortschreibung des aktuellen Systems müssten Beitragszahler 2050 etwa 25% ihres Bruttoeinkommens für die Rente abführen – wirtschaftlicher Selbstmord im globalen Wettbewerb. Smart Money baut jetzt auf drei Säulen: Erstens maximale Ausnutzung staatlich geförderter Vorsorge (Betriebsrente, Riester für Familien). Zweitens globale ETF-Investments mit mindestens 25 Jahren Anlagehorizont. Drittens Investitionen in Sachwerte wie Immobilien oder inflationsgeschützte Anleihen. Wer auf die Politik wartet, hat seine Altersvorsorge nicht verstanden.

Häufig gestellte Fragen

  • Warum reicht die Rente mit 70 nicht aus, um das System zu stabilisieren?
    Die demografische Entwicklung ist zu drastisch – jede neue Generation ist nur noch zwei Drittel so groß wie die vorherige. Ein reines Umlageverfahren kann diese Entwicklung nicht auffangen, selbst mit höherem Renteneintrittsalter. Zusätzliche Maßnahmen wie Umverteilung oder Anpassung der Rentenformel sind unvermeidbar.
  • Welche Berufsgruppen wären von der Rente mit 70 besonders betroffen?
    Menschen in körperlich anstrengenden Berufen könnten kaum bis 70 durchhalten und wären gezwungen, mit erheblichen Abschlägen (bis zu 25,2% statt bisher 14,4%) früher in Rente zu gehen. Die Schere zwischen Akademikern und körperlich Arbeitenden würde sich weiter öffnen.
  • Wie kann man sich auf die kommenden Rentenreformen vorbereiten?
    Diversifizieren Sie Ihre Altersvorsorge durch einen Mix aus gesetzlicher Rente, betrieblicher Vorsorge und privaten Investments. Planen Sie realistisch mit längeren Arbeitszeiten und bauen Sie frühzeitig finanzielle Puffer auf. „Früher in Rente gehen“, so „Merkur“, wird künftig nur mit erheblichen Eigenleistungen möglich sein.
  • Welche internationalen Modelle könnten für Deutschland als Vorbild dienen?
    Länder wie Dänemark und Finnland koppeln das Rentenalter automatisch an die Lebenserwartung, was Planungssicherheit schafft. Schweden setzt auf ein Mischsystem mit starker Kapitaldeckung. Diese Modelle kombinieren Flexibilität mit Stabilität und könnten Blaupausen für Deutschland liefern.
  • Wie wirksam wäre ein „Boomer-Soli“ tatsächlich?
    Ein Boomer-Soli würde zwar kurzfristig Umverteilungseffekte erzielen, löst aber nicht das strukturelle Problem des demografischen Wandels. Er könnte sogar kontraproduktiv wirken, indem er private Vorsorge bestraft und falsche Anreize setzt. Nachhaltige Lösungen müssen das System grundlegend reformieren.

Quellen: „Merkur“, „Rentenbescheid24“

Seite 2 / 2
Vorherige Seite Zur Startseite

Das könnte dich auch interessieren