Green & Generation Gewinnprognose: RWE macht die Energiewende zum Milliardengeschäft

Gewinnprognose: RWE macht die Energiewende zum Milliardengeschäft

Der Essener Energieriese hebt seine Prognosen für 2026 und 2027 deutlich an. Die Börse dankt es mit einem Kursplus von 4,5 Prozent. Erneuerbare Energien und Netzausbau werden zum Gewinnturbo.

RWE macht Ernst mit der Energiewende und verdient prächtig daran. Der Konzern schraubt seine Gewinnerwartungen für die kommenden zwei Jahre nach oben.

Das bereinigte EBITDA soll 2026 nun zwischen 5,75 und 6,35 Milliarden Euro liegen, wie WirtschaftsWoche berichtet – vorher waren es maximal 5,8 Milliarden. Für 2027 kalkuliert der Versorger mit 6,7 bis 7,3 Milliarden Euro statt bisher 6,8 Milliarden. Das bereinigte Nettoergebnis klettert im ersten Halbjahr 2026 auf 1,257 Milliarden Euro.

Erneuerbare als Cashcow

Die Zahlen kommen nicht von ungefähr. Besonders die Segmente Onshore/Solar, Energiehandel und Flexible Erzeugung hätten außerordentlich gut performt, so Handelsblatt.

RWE profitiert von seiner frühen Transformation: Während andere Energiekonzerne noch im fossilen Zeitalter feststecken, erntet der Essener Riese bereits die Früchte seiner Investitionen in Wind- und Solarkraft. Höhere Commodity-Preise im zweiten Halbjahr könnten den Gewinn zusätzlich befeuern.

Der Amprion-Coup

Ein weiterer Gewinnhebel liegt in der aufgestockten Beteiligung am Übertragungsnetzbetreiber Amprion. Für das zweite Halbjahr 2026 erwartet RWE zusätzliche Erträge aus diesem Investment.

Cleverer Schachzug: Während andere Versorger ihre Netze verkauften, setzt RWE auf Infrastruktur als stabile Einnahmequelle. Der Netzausbau für die Energiewende garantiert langfristige Cashflows, genau das, was Anleger lieben.

Business Punk Check

Die Börse jedenfalls glaubt der Story: 4,5 Prozent Kursplus im nachbörslichen Handel zeigen, dass Investoren RWE zutrauen, die ambitionierten Ziele zu erreichen. Doch Vorsicht: Die Prognosen basieren auch auf „positiven Einmaleffekten“, eine Formulierung, die Raum für Interpretation lässt.

Wer in RWE investiert, wettet darauf, dass der Konzern seine operative Stärke verstetigen kann und nicht nur von kurzfristigen Sondereffekten profitiert. Die wahre Bewährungsprobe kommt im zweiten Halbjahr: Halten die höheren Commodity-Preise? Zahlt sich Amprion wie erhofft aus? Bis dahin bleibt RWE ein solides, aber nicht risikofreies Energiewende-Play für konservative Portfolios.

Quellen: WirtschaftsWoche, Handelsblatt

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