iPhone Duo: Europa zahlt mehr und bekommt weniger KI
Apples erstes Falt-iPhone startet ab 2.299 Euro in Deutschland, doch Siri AI fehlt wegen des Digital Markets Act. Die EU-Kommission lehnte Apples Kompromiss ab.
John Ternus, seit wenigen Tagen Apple-Chef, hat sein erstes großes Produkt vorgestellt: das iPhone Duo, ein faltbares Smartphone im Passformat, das in Deutschland ab 2.299 Euro und in Österreich ab 2.319 Euro verkauft wird. Vorbestellungen starten am 16. Oktober, die Auslieferung beginnt am 23.
Damit steigt der letzte große Smartphone-Hersteller in ein Marktsegment ein, das Samsung und Huawei seit rund sieben Jahren besetzen. Für deutsche Käufer bedeutet der Start allerdings einen Kompromiss: Sie erhalten ein Gerät, das teurer ist als jedes bisherige iPhone, aber zum Marktstart auf die neue KI-Assistenz verzichten muss. Aufgeklappt misst das innere Display 7,6 Zoll, laut Apple 50 Prozent mehr Fläche als beim iPhone 18 Pro Max, zusammengeklappt bleibt ein 5,4 Zoll großer Außenbildschirm.
Siri AI bleibt in der EU außen vor
Der Grund liegt im Digital Markets Act. Das Gesetz verpflichtet Gatekeeper zur Bereitstellung „effektiver Interoperabilität“ mit denselben Hardware- und Softwarefunktionen für Drittanbieter, was Apple als weitreichenden Zugriff kritisiert; ob dieser Zugriff „zu weitreichend“ ist, ist jedoch eine Wertung Apples, nicht eine neutrale Beschreibung des Gesetzes. Die EU-Kommission lehnte Apples Gegenvorschlag eines „Trusted System Agent“ ab.
Wer das teuerste iPhone aller Zeiten in Europa kauft, bekommt damit zum Start weniger KI-Funktionen als Kundschaft in den USA. Für ein Unternehmen, das KI-Features zunehmend als Verkaufsargument nutzt, ist das kein Nebenschauplatz, sondern ein regulatorischer Konflikt mit direkter Kundenwirkung. Betroffen ist ausgerechnet der teuerste Markt: In den USA startet das Gerät den vorliegenden Informationen zufolge umgerechnet günstiger bei 1.999 Dollar, allerdings ohne ausgewiesene Umsatzsteuer, während europäische Käufer mehr zahlen und weniger Funktionsumfang erhalten.
Preisvergleich zeigt Apples Positionierung
Apple unterbietet die Konkurrenz nicht, sondern positioniert sich am oberen Ende eines etablierten Preisrahmens. Ein Galaxy Z Fold8 kostet den vorliegenden Informationen zufolge ab 1.999 Euro, die Ultra-Variante ab 2.199 Euro, das kompaktere Z Flip8 ab 1.299 Euro. Das iPhone Duo liegt also 100 bis 300 Euro über Samsungs Topmodellen. Technisch punktet Apple laut WirtschaftsWoche mit einer laut Ternus weniger sichtbaren Display-Falte und einer unter der Oberfläche versteckten Innenkamera.