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Mietindex in Deutschland: Der stärkste Preisschub seit 2 Jahren ist da

Hamburger Mietwohnungen am Hafen.
Getty Images Für Unsplash+ Hamburger Mietwohnungen am Hafen.
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Die Angebotsmieten in deutschen Großstädten steigen laut Kiel Institut wieder schneller, in Hamburg binnen eines Jahres um 6,7 Prozent. Für Wohnungssuchende verschärft sich die Lage spürbar.

Im dritten Quartal zogen die Angebotsmieten in deutschen Großstädten so stark an wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Nach Daten des Kiel Instituts für Weltwirtschaft stiegen die Mieten ohne Berücksichtigung der Inflation im Vergleich zum Vorquartal um 1,2 Prozent, nach 0,8 Prozent im Quartal zuvor.

Es ist laut WirtschaftsWoche der stärkste Anstieg seit dem ersten Quartal des Vorjahres. Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung im Jahresvergleich: In Hamburg legten die Mieten binnen zwölf Monaten um 6,7 Prozent zu, mehr als in jeder anderen der acht größten deutschen Städte.

Berlin und Düsseldorf ziehen an

Unter den acht größten Städten verteuerten sich die Mieten im Quartalsvergleich am stärksten in Berlin und Düsseldorf, mit Zuwächsen von 2,1 beziehungsweise 2,0 Prozent, wie WirtschaftsWoche unter Berufung auf das Kiel Institut berichtet. Wohnungsmarktexperte Jonas Zdrzalek vom Kiel Institut sagte, die Mietpreisdynamik nehme wieder leicht zu.

Auffällig ist, dass sich vor allem Bestandswohnungen verteuern, also bereits bewohnte Wohnungen, die traditionell günstiger sind als Neubauten. Diese Verschiebung trifft insbesondere Haushalte, die auf preiswerteren Bestand angewiesen sind, weil Neubauten für sie ohnehin kaum erreichbar waren. Der Index des Kiel Instituts wertet die Mietentwicklung in 37 Städten und Regionen aus, darunter die 30 bevölkerungsreichsten Städte Deutschlands und stützt sich laut Handelsblatt auf Immobilienmarktdaten aus mehr als 100 Quellen.

Mittelstädte holen auf

Der Druck beschränkt sich nicht auf die klassischen Metropolen. Außerhalb der acht größten Städte legten die Mieten in Bochum, Augsburg und Mannheim am kräftigsten zu, mit Zuwächsen zwischen 5,0 und 6,3 Prozent im Jahresvergleich, wie aus den Daten des Kiel Instituts hervorgeht.

Das zeigt: Wer der Mietspirale in Hamburg, Berlin oder München ausweichen will, findet auch in mittelgroßen Städten keine verlässliche Entlastung mehr. Gründe für die Verteuerung in diesen drei Städten nennt das Kiel Institut nicht, was die Einordnung erschwert. Klar ist nur, dass die Dynamik breiter geworden ist und nicht mehr nur die üblichen Verdächtigen unter den Metropolen betrifft. Für Unternehmen, die Personal in solche Städte locken wollen, wird das zum handfesten Standortfaktor bei Gehaltsverhandlungen.

Günstige Städte bleiben rar

Der Index liefert auch Hinweise darauf, wo Wohnungssuchende noch vergleichsweise günstig fündig werden, auch wenn die verfügbaren Daten keine konkrete Rangliste der günstigsten Städte nennen. Schon die Bandbreite der Zuwächse, von moderaten Anstiegen in manchen Städten bis zu den genannten Spitzenwerten um sechs bis sieben Prozent, zeigt ein zunehmend zweigeteiltes Bild.

Wohnungssuchende, die auf freie Marktkapazitäten in B- und C-Städten gesetzt haben, sehen sich nun mit Mietsteigerungen konfrontiert, die bis vor kurzem Metropolen vorbehalten waren. Die Verschiebung dürfte die politische Debatte über Mietpreisbremsen und Neubauförderung weiter anheizen, zumal sich Bestandswohnungen überproportional verteuern.

Business Punk Check

Ein Prozentsatz wie 6,7 Prozent in Hamburg mag abstrakt klingen, bedeutet aber in der Praxis: Wer umzieht, zahlt spürbar drauf, während Neuverträge für Bestandswohnungen schneller steigen als für Neubauten.

Das Kiel Institut liefert belastbare Zahlen, nennt aber bewusst keine Ursachen, was Raum für politische Interpretation lässt. Für Unternehmen und Arbeitgebende in Großstädten wird Wohnen zunehmend zum Argument in Gehaltsverhandlungen und bei der Standortwahl neuer Büros. Offen bleibt, ob die beschleunigte Dynamik ein kurzfristiger Ausreißer ist oder sich über mehrere Quartale verfestigt.

Auf einen Blick

  • Die Angebotsmieten in deutschen Großstädten stiegen im dritten Quartal um 1,2 Prozent zum Vorquartal, laut Kiel Institut der stärkste Anstieg seit dem ersten Quartal des Vorjahres.
  • Im Jahresvergleich legten die Mieten in Hamburg mit 6,7 Prozent am stärksten unter den acht größten deutschen Städten zu.
  • Außerhalb der Top-acht-Städte verteuerten sich Wohnungen in Bochum, Augsburg und Mannheim um bis zu 6,3 Prozent im Jahresvergleich.
  • Besonders Bestandswohnungen verteuern sich überdurchschnittlich stark, was günstigere Alternativen für Wohnungssuchende knapper macht.

Quellen: WirtschaftsWoche, Handelsblatt, KI-unterstützt

Portrait Uli Weißgerber

Uli Weißgerber

Seit über 25 Jahren bewegt er sich an der Schnittstelle von Medien, Marketing und Technologie. Stationen? Sport1, ProSiebenSat.1, Bertelsmann – er war beim Start von Sport1.de dabei hat unter anderem die erste Affiliate-Kampagne in Polen ausgerollt hat. Später hat er mit getperformance das erste TV-Performance-Tracking entwickelt und Marken wie Trivago ins Fernsehen katapultiert. Als Gesellschafter von Promipool wurde er Publisher und baute ein starkes, unabhängiges Content-Portfolio auf. Heute bringt er mit seinem Team und Partnern eigene, komplexe KI-Workflow-Lösungen in Verlage und Agenturen, die mehr können als Buzzwords – unter anderem steuern sie die komplette digitale Plattform von Business-Punk.com.